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Diese Corona-Regeln gelten in beliebten Urlaubsgebieten

Italien, Spanien oder Portugal: Sommerurlaub im Ausland wird immer wahrscheinlicher. Worauf sich Reisende einstellen können.

Sommer, Sonne, Strand: Viele Deutsche sehnen sich nach unbeschwertem Urlaubstagen im Süden. In vielen Ländern gelten aber noch Einschränkungen.
Sommer, Sonne, Strand: Viele Deutsche sehnen sich nach unbeschwertem Urlaubstagen im Süden. In vielen Ländern gelten aber noch Einschränkungen. © John-Patrick Morarescu/ZUMA Wire/dpa

Von Lou Siebert

Die Sehnsucht nach Urlaub im Ausland ist groß. Doch bis zu den Sommerferien, die zum Beispiel in Berlin am 24. Juni beginnen (in Sachsen ist es erst am 26. Juli soweit), dürften die meisten Menschen noch nicht ihre zweite Impfung erhalten haben. Denn erst mindestens 14 Tage danach gelten sie als vollständig geimpft und können wieder mehr Rechte zurückbekommen.

Die gute Nachricht ist aber: Reisen bleiben, nach derzeitigem Stand und je nach Reiseziel, auch für Ungeimpfte möglich. Dazu braucht man meist vor allem einen negativen Corona-Test, auch für Kinder. Nur in einigen Ländern gibt es für Kinder unter sechs Jahren keine Testpflicht.

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Derzeit werden die Urlaubsländer dabei in Risikogebiete, Hochinzidenzgebiete und Virusvariantengebiete eingeteilt. Gilt ein Staat als Risikogebiet, spricht das Auswärtige Amt sehr wahrscheinlich eine Reisewarnung dafür aus. Zu beachten für Reiserückkehrer aus Risikogebieten ist, dass derzeit in ganz Deutschland eine Corona-Testpflicht für sie gilt.

In fast allen Bundesländern müssen Reisende aus Risikogebieten sich nach der Einreise zudem auf direktem Weg isolieren. Die Quarantäne-Zeit beträgt je nach Risikogebiet und landesrechtlichen Regelungen 10 oder 14 Tage.

Außerdem müssen alle Flugreisenden bereits beim Check-in am Abflugort ein negatives Testergebnis vorweisen – auch wenn sie aus Nicht-Risikogebieten zurückkehren. Dies gilt bis zum 12. Mai. Dass diese Regelung für Ungeimpfte verlängert wird, ist wahrscheinlich.

Derzeit muss also davon ausgegangen werden, dass für Ungeimpfte in den jeweiligen Urlaubsgebieten Folgendes gilt:

Italien

Für Italien liegt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vor, da dieses als Corona-Risikogebiet ausgewiesen wird. Wer aus EU-Ländern einreisen will, benötigt daher einen negativen Corona-Test (PCR oder Antigen), der nicht älter als 48 Stunden sein darf, und muss sich außerdem fünf Tage in Quarantäne begeben.

Im Anschluss an die fünf Tage muss ein weiterer Corona-Test erfolgen. Die Regelung gilt vorerst bis Mitte Mai. Außerdem muss die Einreise dem zuständigen italienischen Gesundheitsamt am Aufenthaltsort in Italien gemeldet werden. Bei der Rückkehr aus Italien nach Deutschland gilt ebenfalls eine Test- und Quarantäne-Pflicht sowie eine Meldepflicht nach der Rückkehr.

Spanien

Die Balearen und Teile des spanischen Festlands (Galicien, Valencia und Murcia) gelten nicht mehr als Risikogebiete. Für sie besteht keine Reisewarnung, es kann ohne Test- oder Quarantäne-Pflicht eingereist werden. Für Reisen in die übrigen Gebiete Spaniens muss jedoch ein Corona-Test bei Einreise (PCR, nicht älter als 72 Stunden) vorgezeigt werden und ein Einreise-Formular ausgefüllt werden. Ausgenommen von der Testpflicht sind Kinder unter sechs Jahren. Bei der Ankunft gibt es eine Gesundheitskontrolle. Dabei wird insbesondere die Körpertemperatur der Reisenden gemessen. Nach erfolgter Einreise ist dann keine Quarantäne mehr nötig.

Bei der Rückreise nach Deutschland aus einem spanischen Nicht-Risikogebiet gilt zwar eine Testpflicht am Abflugort – nicht jedoch nach der Ankunft in Deutschland. Bei der Rückreise aus einem Risikogebiet muss jedoch sowohl vor Abflug als auch zu Hause noch einmal getestet werden. Außerdem gilt eine Quarantäne-Pflicht sowie eine Meldepflicht nach der Rückkehr.

Türkei

Die Türkei gilt derzeit als Hochinzidenz-Gebiet. Es gibt eine Reisewarnung für das ganze Land. Bei der Ein- und Ausreise ist ein negativer PCR-Test nötig (nicht für Kinder unter sechs Jahren) sowie eine Online-Registrierung. Beides darf nicht älter als 72 Stunden sein. Nach der Registrierung erhalten Reisende einen Genehmigungscode („HES-Code“), der bei Kontrollen im Land vorgezeigt werden muss. Am Flughafen werden Temperaturmessungen durchgeführt. Ausreisende müssen vor der Rückkehr nach Deutschland innerhalb von 48 Stunden in der Türkei einen Corona-Test auf eigene Kosten machen.

Zu beachten ist auch: Regelmäßige Flugverbindungen zwischen der Türkei und Deutschland sind sehr ausgedünnt. Kurzfristige Flugstornierungen sind nicht auszuschließen, sodass Passagiere regelmäßig ihren Flugstatus überprüfen sollten.

Portugal

Die Infektionslage in Portugal hat sich in vielen Landesteilen entspannt. Es gilt eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amts. Allerdings sind nicht notwendige, touristische Reisen aus Deutschland (Ländern mit 14-Tage-Inzidenz über 150 pro 100.000 Einwohner) nach Portugal derzeit nach portugiesischer Rechtslage nicht erlaubt. Als Risikogebiete gelten zudem immer noch die Algarve, die Azoren und Madeira. Für diese Regionen gibt es demnach eine Reisewarnung. Dort gilt eine Testpflicht (PCR, nicht älter als 72 Stunden) bei der Einreise sowie eine Quarantäne-Pflicht bei der Rückkehr nach Deutschland (außer in NRW nach negativem Test).

Wichtig: Der Corona-Test wird bei der Einreise nur in englischer oder portugiesischer Sprache anerkannt. Für Reisen mit dem Auto ist die Landgrenze zu Spanien wieder geöffnet. Auf Madeira kann alternativ auch bei der Einreise ein kostenfreier Corona-Test durchgeführt werden, dessen Ergebnis meist innerhalb von zwölf Stunden vorliegt. Bis dahin gilt jedoch Isolation im Hotel.

Auf Madeira sind Geimpfte und Genesene von der Testpflicht befreit. Ganz anders auf den Azoren: Dort muss man sich bei einem Aufenthalt von mehr als sieben Tagen am sechsten sowie am zwölften Tag testen lassen.

Kroatien

Ganz Kroatien gilt als Hochinzidenz-Gebiet. Touristen aus der EU können statt eines PCR-Tests auch einen Antigen-Schnelltest bei der Einreise vorzeigen. Zu beachten ist aber: Wer mit einem Antigen-Schnelltest einreist und länger als zehn Tage in Kroatien bleiben will, muss innerhalb von zehn Tagen einen zweiten durchführen.

Ganz ohne Test dürfen Personen einreisen, die vollständig geimpft oder genesen sind. Kinder unter sieben Jahren müssen ebenfalls keinen negativen Test vorlegen. Nach dem Ausfüllen eines Online-Einreiseformulars erhalten Reisende eine ID, die bei der Einreise vorgezeigt werden muss.

Bei der Rückreise gilt die übliche Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten sowie eine Melde- und Quarantänepflicht. Für die Reise mit dem Auto gilt: Die Durchfahrt durch Slowenien ist möglich, wenn dies innerhalb von zwölf Stunden geschieht. Kurzstopps sind erlaubt. Reiserückkehrer müssen Österreich zudem ohne Zwischenstopp durchqueren. Ausnahmen gelten für kurzes Tanken und den Toiletten-Besuch.

Österreich

In Österreich gelten derzeit besonders strenge Einreisebestimmungen mit Quarantäne. Das Land ist zudem Corona-Risikogebiet. Das bedeutet: Testpflicht nach der Rückreise, Quarantäne in Deutschland und Meldepflicht nach der Rückkehr. Nur die Gemeinden Jungholz und Mittelberg/Kleinwalsertal gelten nicht als Risikogebiete.

Wer derzeit aus einem Corona-Risikogebiet, etwa aus Deutschland, nach Österreich einreist, muss sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Sie kann frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen PCR- oder Antigen-Test beendet werden. Erleichterungen bei der Einreise sollen jedoch am 19. Mai in Kraft treten. Dann soll die Quarantäne-Pflicht für viele Länder, darunter Deutschland, entfallen.

Griechenland

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Nach Griechenland kann nur mit einem negativen PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) aus einem anerkannten Testlabor im Abreiseland gereist werden. Der Testnachweis muss eine begleitende Diagnose in englischer Sprache enthalten. Alternativ kann auch der Nachweis einer vollständigen Impfung vorgelegt werden. Alle Reisenden müssen zudem spätestens 24 Stunden vor ihrer Abreise nach Griechenland ein Online-Formular ausfüllen – anschließend erhält man einen QR-Code, der bei der Einreise vorgezeigt werden muss. Achtung: Kann kein Code vorgezeigt werden, wird es teuer – bis zu 500 Euro Geldbuße. Es reicht ein Formular pro Familie.

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