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Dipps: Landrat fordert Unterstützung für Impfstützpunkt

Die Gaststätte im Kulturzentrum Parksäle in Dippoldiswalde steht leer. Hier soll bald geimpft werden. Denn die Corona-Situation im Osterzgebirge verschärft sich.

Von Franz Herz
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OB Kerstin Körner und Landrat Michael Geisler besichtigen die leerstehende Gaststätte im Kulturzentrum Parksäle, wo der neue Impfstützpunkt eingerichtet wird.
OB Kerstin Körner und Landrat Michael Geisler besichtigen die leerstehende Gaststätte im Kulturzentrum Parksäle, wo der neue Impfstützpunkt eingerichtet wird. © Egbert Kamprath

Von den neuen öffentlichen Impfstützpunkten im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wird der erste in Dippoldiswalde eingerichtet. Am Montag sahen sich Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU) und Landrat Michael Geisler die leerstehende Gaststätte im Kulturzentrum Parksäle an, die die Stadt dafür ausgesucht hat. Aber bevor es losgehen kann, sind noch etliche Hürden zu nehmen, wie der Landrat sagt.

Zu wenig Hilfe von der Kassenärztlichen Vereinigung

Am liebsten hätten er und Körner, wenn schon diese Woche die ersten Spritzen im Kulturzentrum gesetzt würden. Dafür hat Geisler Hoffnungen in die Kassenärztliche Vereinigung gesetzt, die personell und finanziell die Aktion unterstützen sollte. „Die ist dieser Aufgabe aber nicht in dem Maße nachgekommen“, sagt der Landrat. Hier erwartet er, dass die Landesregierung ihren Einfluss geltend macht.

Weitere Impfpunkte in Freital, Pirna und Sebnitz

Daher ist der Start für die Impfaktion in den Parksälen noch nicht klar bestimmt. Auf jeden Fall wird ab Mittwoch kommender Woche ein Impfteam für vier Tage vor Ort sein. Das war schon lange als Zweittermin für eine vorhergehende Aktion geplant. „Am liebsten wäre uns dann, wenn die gleich dableiben oder sogar noch etwas früher kommen“, sagt Körner. Auf jeden Fall soll es noch im November jeden Tag eine Impfmöglichkeit in Dippoldiswalde geben. Weitere Impfstützpunkte sind in Freital, Pirna, Sebnitz und weiteren Gemeinden vorgesehen, informierte Geisler.

Alarmstufe Rot in den Krankenhäusern im Landkreis

Der Landrat fordert vom Land und vom Bund für die weiteren Corona-Aktionen rechtliche Regelungen, die in der Praxis auch funktionieren. Ihm würde daran liegen, dass der Bund weiter die epidemische Lage von nationaler Tragweite gelten lässt. Wenn die ausläuft, fehlt die rechtliche Basis für viele Corona-Einschränkungen. Die Folgen einer solchen Entscheidung in Berlin würden die Kommunen vor Ort ausbaden müssen.

Andererseits verschärft sich die Situation im Osterzgebirge zusehends. „Die Krankenhäuser im Kreis haben die Alarmstufe Rot erreicht“, sagt Geisler. Als die Dippser Oberbürgermeisterin vergangene Woche schon die Kita im Ortsteil Hennersdorf schließen musste, hatte sie noch Hoffnung auf eine Wiedereröffnung in dieser Woche. Aber diese muss sie enttäuschen. Nachdem die letzte Erzieherin auch positiv getestet wurde, müssen sich die Eltern, die ihre Kinder nach Hennersdorf bringen, auf eine vierzehntägige Schließzeit einstellen.

Selbst die Notbetreuung in den Kitas ist in Gefahr

Die Kita in Obercarsdorf ist seit Montag ebenfalls geschlossen. Die Kita Spatzennest in Schmiedeberg kürzt ihre Öffnungszeiten. Das verschärft die Probleme selbst für die Eltern, die als Arbeitskräfte in wichtigen Einrichtungen benötigt werden. Wenn es keine gesunden Erzieherinnen gibt, kann die Kita auch keine Notbetreuung für die Kinder von Krankenhausmitarbeitern, Polizisten oder anderen wichtigen Berufsgruppen anbieten.

Über den Landkreis und das Rathaus werden auch weitere FFP2-Masken und Schnelltests verteilt. Im Dippser Rathaus bekommt künftig jeder Besucher eine Maske. Wer keine eigene mitbringt, erhält eine vom Amt. Die werden nicht knapp. „Wir haben noch 400.000 Stück liegen“, sagt Geisler. Schnelltests sollen über die Stadt an die Unternehmen verteilt werden.

Ein Testzentrum mit verschiedenen Anbietern im Sportpark

Kerstin Körner denkt auch über ein zentrales Testzentrum in Dippoldiswalde nach. Sie kann das aber nicht mit städtischen Beschäftigten betreiben wie zu Beginn dieses Jahres. Dafür sind derzeit zu viele Mitarbeiter krank. Sie könnte sich aber vorstellen, Möglichkeiten dafür im Sportpark zu schaffen, die dann verschiedene Anbieter wie Therapiepraxen oder Apotheken nutzen können. Dann hätten Testwillige eine einheitliche Anlaufstelle und müssten sich nicht erst kundig machen, wann und wo Tests möglich sind.

Mit der Ausweitung der Impfungen hoffen Stadt und Kreis, die aktuelle Corona-Welle dämpfen zu können. Dippoldiswalde bekommt den ersten Impfstützpunkt, weil OB Körner das erste konkrete Angebot für Räume gemacht hat, sagt der Landrat. Auch ist das Umfeld im Kulturzentrum ganz gut geeignet. Sollte sich eine Warteschlange bilden, könnte die das Foyer des Parksaales nutzen, um geschützt vor Wind und Wetter dem Piks entgegenzusehen.