merken
PLUS Wirtschaft

Doch nicht mit Wumms aus der Corona-Krise

Sachsens Exporte sind eingebrochen. Je länger die Krise dauert, desto mehr stehen ohnehin gefährdete Betriebe auf der Kippe. Ein Kommentar.

Sachsens Baugewerbe verzeichnet inzwischen sinkende Aufträge.
Sachsens Baugewerbe verzeichnet inzwischen sinkende Aufträge. © dpa/SZ

Nach zehn Jahren Aufschwung haben viele Unternehmen in Sachsen genügend Kapital, um einen Abschwung zu überstehen. Doch frischer Schwung nach der Corona-Krise kommt später, als Wirtschaftsforscher im April noch vorausgesagt haben. Die jüngsten Berechnungen lassen auch Zweifel an der Ansage des Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) vom Juni zu: „Mit Wumms aus der Krise“ kommen wir nicht. Sogar Sachsens Baugewerbe verzeichnet inzwischen sinkende Aufträge, und zwar stärker sinkende als in Deutschland insgesamt.

Der deutsche Staat erhält mit Milliardensubventionen Arbeitsplätze: mit Kurzarbeitergeld und Überbrückungshilfen. Das ist gut so, die Beschäftigten werden gebraucht. Auch die EU verteilt Geld an ihre Mitglieder, aber so viel wie in Deutschland steht in den Nachbarstaaten nicht zur Verfügung. Die sind aber wichtig als Handelspartner, um den nächsten Aufschwung auch nach Sachsen zu bringen: Im ersten Halbjahr sind Sachsens Exporte um mehr als 17 Prozent eingebrochen, Auto-Exporte um fast 39 Prozent.

Familien aufgepasst
Familien aufgepasst

Hier finden Sie alle Ergebnisse des Familienkompass 2020.

Weiterführende Artikel

Der Weg aus der Corona-Krise wird länger

Der Weg aus der Corona-Krise wird länger

Wirtschaftsforscher sind sich einig: Die Erholung verliert an Fahrt. Auch Sachsens Industrie bekommt weniger Aufträge.

Je länger die Krise dauert, desto mehr stehen ohnehin gefährdete Betriebe wie manche Autoteile-Hersteller auf der Kippe. Ältere Gastwirte und Händler werden schwer Nachfolger finden und früher aufgeben als bisher geplant. Doch ein großer Teil der Wirtschaft zeigt sich stabil, der nächste Aufschwung wird kommen. Sachsens Einzelhändler melden wachsende Umsätze, Löhne und Renten sind gestiegen. Noch ist sehr viel Geld im Umlauf.

E-Mail an Georg Moeritz

Mehr zum Thema Wirtschaft