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Döbelner Töpelwinkel geht die Luft aus

Seit November ist das Schullandheim dicht. Die Situation ist schlimmer als im vorigen Jahr und Corona-Lockerungen sind nicht abzusehen.

Carin Lau, Chefin des Natur- und Freizeitzentrums Töpelwinkel, hält ihre Jungen Naturwächter per Internet mit Aufgaben bei Laune. Sie hofft, zu Ostern wieder mit Bildungsveranstaltungen beginnen zu können. Derzeit geht nichts im Landschulheim, die fin
Carin Lau, Chefin des Natur- und Freizeitzentrums Töpelwinkel, hält ihre Jungen Naturwächter per Internet mit Aufgaben bei Laune. Sie hofft, zu Ostern wieder mit Bildungsveranstaltungen beginnen zu können. Derzeit geht nichts im Landschulheim, die fin © Dietmar Thomas

Döbeln. Eigentlich wären jetzt Winterferien. Eigentlich hätten Carin Lau und ihre Mannschaft im Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel jetzt Gäste. Kinder und Jugendliche würden eine Ferienwoche mit Basteln, Spielen und Ausflügen in die Natur verbringen. Aber nichts ist normal an diesem Jahresanfang.

„Ruhe sanft“, meint Carin Lau etwas sarkastisch,. „Pläne haben wir viele. Aber wir wissen nicht, wie es weitergeht.“ Das bisher Undenkbare, nämlich, dass der Verein das Natur- und Freizeitzentrum nicht halten kann, ist für die Chefin näher gerückt. „Es würde uns leidtun um das, was hier geschaffen wurde, aber wir können nicht zaubern.“

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Von der Politik fehlten bisher noch alle Signale, wann die Branche der Landschulheime die Arbeit wieder aufnehmen kann. Finanzielle Reserven hat der Verein Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel keine mehr. „Die haben wir im vergangenen Jahr schon alle aufgebraucht“, sagte Carin Lau.

In der Kälte der vergangenen Tage galoppierten auch noch die Heizkosten davon. „Ich muss Heizöl tanken, weiß aber noch nicht, ob wir uns das leisten können“, sagte die Chefin, die froh ist, dass es jetzt wieder wärmer wird. „Wir konnten die Heizung ja auch nicht abdrehen.“

Bildungsveranstaltungen ab Ostern?

Mit der Wiederaufnahme der Schule verknüpft Carin Lau einige Hoffnungen. „Vielleicht können wir die Bildungsveranstaltungen wieder aufnehmen. Die Kinder warten ja auch darauf.“ An Übernachtungen ist aber noch nicht zu denken.

Eigentlich wollte jetzt in den Ferien ein Verein aus Dresden mit einer Gruppe Kinder in den Töpelwinkel kommen. „Wir haben das jetzt auf die Osterferien geschoben“, sagte Carin Lau. In der Hoffnung, dass dann wieder Gruppen übernachten können.

Unklar ist auch, was mit den anderen Schülerklassen wird, die sich angemeldet haben. „Was wieder möglich sein wird, darüber hat noch keiner ein Wort verloren.“

Idyllisch im Zschopautal liegt das Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel. Normalerweise wäre in den Ferien Hochbetrieb. Aber dieses Jahr ist alles anders.
Idyllisch im Zschopautal liegt das Natur- und Freizeitzentrum Töpelwinkel. Normalerweise wäre in den Ferien Hochbetrieb. Aber dieses Jahr ist alles anders. © Dietmar Thomas

Seit November hat der Töpelwinkel den Betrieb zum zweiten Mal einstellen müssen. Anders als im vergangenen Jahr sei die Situation jetzt weniger überschaubar. Nach einer Pause im Frühjahr lief der Rest des Jahres gut.

„Im Sommer und Herbst haben wir gut gearbeitet. Wir haben auch darauf geachtet, sparsam zu sein“, sagte Carin Lau. Hilfen hatte es für den Verein bisher fast keine gegeben.

„Im Sommer haben wir vom Land Sachsen etwas bekommen, das hat uns gerettet“, sagte Carin Lau. Seitdem habe es nichts mehr gegeben. „Wir sind keine Privatwirtschaft, kein Hotel, Einzelhandel oder Gaststätte“, sagte Carin Lau.

Hoffnung auf Corona-Finanzspritze

Sie hofft jetzt auf Unterstützung durch den Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten. Im März könne sie dort finanzielle Unterstützung beantragen. Im vergangenen Jahr hatte es schon mal geklappt mit einer Finanzspritze.

Monate, nachdem sie das Geld beantragt hatte. Carin Lau hat es wieder zurückgezahlt, weil es da gerade keinen Liquiditätsengpass gab. „Wir hatten keinen Anspruch darauf.“ Jetzt hofft sie, dass sie die erneute Finanzhilfe rechtzeitig bekommt und nicht erst nach langer Wartezeit. „Wenn es wieder so lange dauert, könnte es das gewesen sein.“

Auf die Saisoneröffnung wird der Verein in diesem Jahr verzichten, obwohl das immer sehr wichtig gewesen sei. „Da sind immer viele Menschen gekommen. Das war schon im vorigen Jahr ins Wasser gefallen“, sagte sie. Auch die obligatorischen Ferienfreizeiten im Sommer – drei an der Zahl – seien geplant.

Während Corona-Lockdown: Haus vorgerichtet

Ungeachtet dessen, ob sie stattfinden können. „Es gibt schon die ersten Meldungen. Die Leute können sich ruhig anmelden“, sagte sie. Auch die Familienumwelttage stehen auf dem bisher sehr dünnen Jahresprogramm. Sie sind vom 24. bis 26. September vorgesehen.

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Die Zeit der Schließung seit November haben die Mitarbeiter und die Helfer in Minijobs nicht ungenutzt verstreichen lassen. In der Zeit ist nämlich vorgerichtet worden. Und zwar alle Übernachtungsräume, erzählte Carin Lau. Jetzt sei noch der Speisesaal dran. In diesem Umfang sei das nur in der Schließzeit möglich gewesen. „Ich hoffe, dass die Gäste liebevoll damit umgehen.“

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