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Döbeln: Seniorenheime fast zurück in Normalität

Die Heime in der Region Döbeln haben Besuche von Angehörigen neu geregelt. Es gibt auch noch Einschränkungen.

Gerd Melzer lässt sich von Silvia Kirsten testen, bevor er das Seniorenhauses „Am Südhang“ in Technitz betritt. In allen Pflegeheimen der Region gibt es diese Vorsichtsmaßnahme weiterhin. Bei wem sie angewendet wird, ist aber unterschiedlich.
Gerd Melzer lässt sich von Silvia Kirsten testen, bevor er das Seniorenhauses „Am Südhang“ in Technitz betritt. In allen Pflegeheimen der Region gibt es diese Vorsichtsmaßnahme weiterhin. Bei wem sie angewendet wird, ist aber unterschiedlich. © Dietmar Thomas

Region Döbeln. Die alte Dame freut sich. Lange Zeit konnte sie mit ihrer Tochter nur telefonieren, sie manchmal auch per Videochat sehen. Jetzt kommt sie wieder zu Besuch, kann ihr die Blumen persönlich geben und nicht nur einem Mitarbeiter an der Eingangstür des Pflegeheimes.

Die Menschen in den Seniorenheimen hatten es während der Corona-Pandemie besonders schwer. Jetzt geht es dort auch lockerer zu. Aber jede Einrichtung hat ihre eigenen Regeln.

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„Wertschätzender Umgang miteinander wichtig“

„Besuche sind grundsätzlich möglich, aber anders organisiert“, sagt Carola Enge, Leiterin des Seniorenhauses „Am Südhang“ in Technitz. Montags, donnerstags und sonnabends sind die Angehörigen willkommen, auch ohne Anmeldung.

Von Genesenen und Geimpften werden nur die Kontaktdaten erfasst. Alle anderen werden von Mitarbeitern des Seniorenhauses außerdem getestet, bevor sie die Einrichtung betreten. Die Mitarbeiter haben gut zu tun. Denn viele Angehörige sind selbst schon im Rentenalter und kommen oft schon am Vormittag vorbei.

Im Gebäude besteht für Personal und Besucher Mundschutzpflicht. Aber es gebe keine zeitliche Begrenzung für den Besuch. Erfolgt der auf dem Zimmer, sollten aufgrund der räumlichen Begrenzung zwei Stunden aber nicht überschritten werden. Der Gemeinschaftsbereich ist in Technitz für Besucher noch tabu.

Aber sie können ihre Mutter oder den Vater auch für ein gemeinsames Kaffeetrinken oder eine Familienfeier mit nach Hause nehmen. „Ein wertschätzender Umgang miteinander ist wichtig. Wir dürfen uns frei in der Öffentlichkeit bewegen. Unsere Bewohner natürlich auch“, sagt Carola Enge. Im Seniorenhaus sorgen Veranstaltungen wieder für Unterhaltung.

Thermometer als „Eintrittskarte“ für Geimpfte

Ein Infrarotthermometer ist in der Alloheim Seniorenresidenz „An der Schillerhöhe“ im Dauereinsatz. Bei den geimpften Besuchern wird die Temperatur gemessen. „Genesene und Ungeimpfte testen wir“, so Residenzleiter Nico Schönfelder.

Für die Dauer des Aufenthalts gebe es keine Beschränkung, aber die Besucher müssen sich anmelden. „Das ist lästig, aber ein Schritt in die richtige Richtung“, meint Schönfelder. Auch in diesem Haus ist ein Mundschutz Pflicht, für das Personal die FFP2-Maske.

Möchte ein Bewohner die Seniorenresidenz für einen kleinen Ausflug verlassen, müsse das angemeldet werden. „Kommt er zurück und es besteht der Verdacht, dass er sich mit dem Coronavirus angesteckt hat, muss er in Quarantäne“, erklärt Schönfelder. Er geht mit seinem Team auf Nummer sicher. Alle Bewohner werden nach wie vor einmal pro Woche getestet.

Das Programm in den Wohnbereichen laufe wieder normal, die Stammtische finden statt und es gab erste interne Veranstaltungen, so eine mit einem Alleinunterhalter und ein Hofkonzert.

Für Mitte Juli ist ein Sommerfest mit den Angehörigen der Bewohner geplant. „Dort gibt es unter anderem eine Eisflatrate und eine Hüpfburg für die Enkel“, erzählt der Residenzleiter.

Ungeimpfte müssen Corona-Test machen

Montags, mittwochs und freitags sehen die Bewohner des Seniorenpflegeheims „Berta Börner“ in Roßwein ihre Angehörigen – ohne zeitliche Begrenzung. Tage und Zeiten seien aber nicht „festgemauert“. Es gebe auch großzügige Ausnahmen, zum Beispiel für Schichtarbeiter.

„Wer nicht geimpft ist, wird getestet. Die Besucher können aber auch einen tagesaktuellen Test mitbringen“, sagt Pflegedienstleiterin Carola Bichler.

Ungeimpfte Besucher müssen im Gebäude eine FFP2-Maske tragen, für alle anderen reicht eine OP-Maske. Auch in Roßwein sind Besuche in den Zimmern möglich oder ein Ausflug mit den Angehörigen.

Sicherheit geht immer vor

Mit vorheriger Anmeldung sind täglich Besuche im Seniorenzentrum „Am Sonnenblick“ in Leisnig möglich, jeweils in der Zeit von 13 bis 17 Uhr. Die Zeitvorgabe und Anmeldung seien notwendig, weil in dieser Einrichtung alle Besucher getestet werden, die Geimpften im Abstand von sieben Tagen, die Ungeimpften tagesaktuell. Grund sind die Corona-Varianten.

„Die Bewohner können sich mit ihrem Besuch im Zimmer aufhalten, in der Cafeteria oder im Park, aber das Seniorenzentrum auch ganz verlassen“, sagt Pflegedienstleiterin Angelika Zinnau.

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Bei der Rückkehr werden die Bewohner sofort und dann nach fünf Tagen erneut getestet. Wie überall geht es auch dort innerhalb des Hauses nicht ohne Mund-Nase-Schutz. Aber die OP-Maske reicht aus.

Es gebe wieder Beschäftigungsangebote und demnächst sei ein Grillfest geplant. Aber diesmal noch ohne Angehörige, nur für die Bewohner.

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