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Döbeln: Hoher Aufwand für Tests in Pflegeheimen

In manchen Heimen soll dafür sogar Personal aufgestockt werden. Es gibt veränderte Besuchszeiten, aber auch kreative Ideen.

Von Cathrin Reichelt
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Corona-Schnelltests gehören in den Pflegeheimen der Region Döbeln derzeit zum Tagesablauf. Getestet werden aber nicht nur die Bewohner, sondern auch die Besucher und Mitarbeiter.
Corona-Schnelltests gehören in den Pflegeheimen der Region Döbeln derzeit zum Tagesablauf. Getestet werden aber nicht nur die Bewohner, sondern auch die Besucher und Mitarbeiter. © Symbolfoto: dpa

Region Döbeln. Die Situation ist schwierig. Die Corona-Zahlen steigen unaufhörlich. Die Inzidenz ist mehr als doppelt so hoch wie im November vergangenen Jahres.

Die Pflegeheime tun alles, um ihre Bewohner, aber auch die Angehörigen zu schützen. Eine nochmalige Schließung soll vermieden werden. Aber ohne Einschränkungen geht es nicht. Die Pflegeheime lassen Vorsicht walten.

Pflege mit Herz in Hartha gestattet Besuche nur mit Anmeldung

Bei „Pflege mit Herz“ in Hartha beginnen demnächst die Boosterimpfungen. Diese übernimmt ein Hausarzt, der die Bewohner der Einrichtung regelmäßig betreut. „Ansonsten richten wir uns nach der Anordnung des Sächsischen Staatsministeriums“, sagt Geschäftsführerin Petra Schreiter. Das heißt, Besucher, die geimpft sind, können das Pflegeheim problemlos betreten, die Ungeimpften werden vom Personal getestet.

Besuche sind allerdings nur mit Anmeldung möglich. „Und wir haben die Besuchszeiten eingeschränkt“, so Petra Schreiter. Zwar können Angehörige und Freunde der Bewohner täglich kommen, aber nur für jeweils eineinhalb Stunden am Vormittag oder Nachmittag.

Die Treffen sind sowohl in den Zimmern der Bewohner, als auch in Gemeinschaftsräumen möglich. Auch der Abholung der Bewohner, zum Beispiel zu Familienfeiern, stehe nichts im Weg, wenn die beteiligten Personen die 3G-Regel einhalten. Gemeinsame Aktivitäten der Heimbewohner sind ebenfalls noch möglich, jedoch mit weniger Beteiligten und genügend Abstand.

Eine Einrichtung bei „Pflege mit Herz“ ist Corona allerdings ganz zum Opfer gefallen. „Wir haben vor zwei Jahren das Café geschlossen es bisher nicht wiederbelebt“, sagt Petra Schreiter.

Am Südhang in Technitz sollen Mitarbeiter für Tests eingestellt werden

Auch in das Seniorenhaus „Am Südhang“ in Technitz kommen die Hausärzte der Bewohner zur dritten Impfung. „Außerdem testen wir seit Montag vergangener Woche jeden Besucher, auch diejenigen, die geimpft und genesen sind. Das wird dringend empfohlen“, sagt Carola Pönitz, die Leiterin des Seniorenhauses.

Für die Mitarbeiter steht ebenfalls täglich vor Dienstbeginn ein Test an. Derzeit werde dies noch mit dem eigenen Personal und einem ehrenamtlichen Mitarbeiter gestemmt. „Aber wir überlegen, noch zwei Mitarbeiter für jeweils 25 Stunden einzustellen“, so Carola Pönitz. Denn der Aufwand für bis zu 60 Besucher pro Tag sowie alle hundert Bewohner, die ebenfalls täglich getestet werden, sei enorm hoch.

Das Seniorenhaus hat die Besuchszeit auf drei Tage pro Woche eingeschränkt. Pro Tag darf jeder Bewohner maximal zwei Personen empfangen.

Im Sommer hat das Personal für alle Bewohner Veranstaltungen im Freien organisiert. Solche gibt es in den Räumen derzeit nicht. „Das Risiko ist uns zu hoch“, meint Carola Pönitz. Aber die Mitarbeiter der sozialen Betreuung bereiten einmal pro Monat mit kleinen Events auf den einzelnen Etagen Freude. Unlängst waren das ein Erntedankfest und ein Laternenfest.

An der Schillerhöhe in Waldheim gibt’s Angebote in den Wohnbereichen

Sowohl einige Bewohner als auch die ersten Mitarbeiter der Senioren-Residenz „An der Schillerhöhe“ in Waldheim haben bereits eine Boosterimpfung erhalten. „Getestet wird in Waldheim „jeder, der das Pflegeheim betritt, die Bewohner und Mitarbeiter“, so Heimleiter Nico Schönfelder. Für das Testen sei ein Mitarbeiter für eine gewisse Stundenzahl eingestellt worden.

Die Besuchszeiten wurden gekürzt. An vier Wochentagen ist der Besuch von zwei Personen für eine Stunde im Haus oder zwei Stunden außer Haus möglich. „Alle Regelungen, die wir treffen, dienen dem Schutz unserer Bewohner und Mitarbeiter“, meint Schönfelder.

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„Wir wollen es den Bewohnern so lange es geht, so angenehm wie möglich gestalten.“ Einen Corona-Fall habe es unter den Bewohnern in diesem Jahr noch nicht gegeben, Besucher seien dagegen positiv getestet worden.

In den Wohnbereichen gibt es kleine Veranstaltungen. Bis jetzt ist auch noch ein öffentlicher Weihnachtsmarkt geplant. Sollte dieser nicht stattfinden können, werde er aber hausintern durchgeführt. Für die thematischen Angehörigennachmittage gebe es inzwischen ein Onlineformat mit Fachvorträgen, zum Beispiel zu Betreuungsvollmachten und dem Erbrecht. Dies werde auch gut angenommen.

Im Kamelienhof Roßwein erfolgen in wenigen Tagen erste Boosterimpfungen

Ein Großteil der Bewohner des Kamelienhofes in Roßwein stünden dem Impfen sehr aufgeschlossen gegenüber. In wenigen Tagen komme eine Hausärztin zu den ersten Boosterimpfungen, sagt die Einrichtungsleiterin Nicole Eichert.

Die Besuchszeiten sind seit vergangener Woche auf drei Tage pro Woche beschränkt. An denen ist der Besuch jeweils für eineinhalb Stunden am Vormittag oder Nachmittag möglich. Dies diene dem Schutz der Bewohner. Die Besucher seien auch sehr verständnisvoll.

Ein Großteil der Mitarbeiter sei geimpft. Sie und die Genesenen werden dreimal pro Woche bei Dienstantritt getestet, alle anderen täglich. Auch alle Besucher unterziehen sich einem Test. Das stemmen wir komplett mit eigenem Personal“, so Nicole Eichert. Auch im Kamelienhof werden Beschäftigungen in den Wohnbereichen angeboten. Wenn möglich werde dabei der Abstand gewahrt und wenn nötig ein Mundschutz getragen.