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Döbeln: Jeder vierte Corona-Patient stirbt

So ist das im Klinikum Döbeln. Seit Beginn der Pandemie gab es 900 Covid-Todesfälle im Landkreis. Die meisten Verstorbenen waren älter als 70.

Von Cathrin Reichelt
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In den Kliniken des Landkreises Mittelsachsen sind im vergangenen Jahr 2.320 Personen mit einer Covid-Erkrankung behandelt worden.
In den Kliniken des Landkreises Mittelsachsen sind im vergangenen Jahr 2.320 Personen mit einer Covid-Erkrankung behandelt worden. © dpa

Region Döbeln. Die Mitarbeiter auf den Corona-Stationen in den mittelsächsischen Kliniken sind seit Monaten im Dauerstress. Seit Ausbruch der Pandemie gab es nur wenige Entspannungsphasen.

Oft überwiegt die Erleichterung, wenn sich der Zustand eines an Covid erkrankten Patienten so verbessert, dass er das Krankenhaus wieder verlassen kann. Die Ärzte und Pfleger müssen aber auch mit vielen Todesfällen zurechtkommen. Wie war das vergangene Jahr und wie ist die Situation in den Kliniken derzeit? Der Döbelner Anzeiger hat nachgefragt.

„Wir hatten im letzten Jahr 475 Patienten mit einem positiven Covid-Befund in stationärer Behandlung“, sagt Martin Preißer, Verwaltungsleiter des Döbelner Klinikums. Das Durchschnittsalter dieser Patienten lag bei 73 Jahren, wobei rund 70 Prozent über 70 Jahre beziehungsweise knapp 40 Prozent aller Betroffenen über 80 Jahre alt waren.

Die Zahl der Frauen und Männer hält sich in etwa die Waage. Insgesamt wurden sieben Frauen mehr behandelt. Beim Altersdurchschnitt sieht es ähnlich aus. Die Frauen waren im Durchschnitt 75 Jahre alt und die Männer 71 Jahre. „Leider sind insgesamt 111 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 80 Jahren verstorben“, so Preißer.

Auswirkungen von Omikron schwer einschätzbar

Im Moment habe sich die Covid-Belegungs-Situation im Döbelner Klinikum stark entspannt. „Zurzeit behandeln wir noch zehn Patienten mit Covid stationär und betreiben noch eine Covid Bettenstation“, erklärt der Verwaltungsleiter.

Aufgrund der idealen Anordnung der Stationen könne die Klinik getrennt von der Covid-Station alle anderen Patienten versorgen und stehe rund um die Uhr für die Behandlung der Patienten zur Verfügung.

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Schwer einzuschätzen sei, wie sich mit der Omikron-Variante die stationäre Behandlung entwickeln werde. „Blickt man in andere Länder, sieht es danach aus, dass die stationäre Behandlungsnotwendigkeit nicht so groß sein wird, wie in der vorangegangenen Welle. Wir behalten die Lage im Blick und bewerten regelmäßig die Situation. So könnten wir sofort reagieren und bei Bedarf weitere Covid-Behandlungsplätze zur Verfügung stellen“, sagt Martin Preißer.

Die meisten Patienten ungeimpft

In der Helios Klinik Leisnig sind 2021 insgesamt 452 Personen behandelt worden, bei denen eine Corona-Infektion diagnostiziert worden war. Die meisten Patienten waren im Alter zwischen 45 und 70 und über 80 Jahre. Frauen und Männer seien nahezu gleichermaßen betroffen gewesen. „Der überwiegende Teil der von uns behandelten Covid-Patienten war ungeimpft“, sagt der Ärztliche Direktor Dr. René Schwarz.

Helios halte derzeit ausreichend Kapazitäten zur Behandlung von Covid-Patienten vor. Für den Fall eines aktuell nicht absehbaren weiteren Anstieges der Krankenhauseinweisungen sei die Klinik kurzfristig in der Lage, diese Kapazitäten weiter zu erhöhen.

539 Patienten mit einer Covid-Infektion sind 2021 stationär im Mittweidaer Krankenhaus aufgenommen worden. Konkret waren das 274 Männer und 265 Frauen. 88 Prozent der Patienten waren älter als 50 und davon 34 Prozent älter als 80 Jahre. „112 der stationär behandelten Patienten, das sind 21 Prozent, sind verstorben. Dabei lag die Sterberate bei Patienten über 70 Jahre bei 32 Prozent“, erklärt Yvonne Ulland, Assistentin des Geschäftsführers.

Alle Altersgruppen mit Corona infiziert

In den Praxen der Medizinischen Versorgungszentren der Landkreis Mittweida gGmbH sind im vergangenen Jahr insgesamt 1.046 Corona-Patienten behandelt worden. Dies betraf 622 weibliche und 424 männliche Patienten sowie alle Altersgruppen – auch Kinder.

Mit den zurzeit geringeren Infektionszahlen entspanne sich auch die Situation in der Mittweidaer Klinik. Das führe zu zunehmenden Aufnahmekapazitäten. „Mit der bevorstehenden Omikron-Variante muss jedoch zum einen mit einem erneuten Patientenanstieg gerechnet werden, zum anderen aber vor allem auch mit steigenden Personalausfällen“, so Yvonne Ulland.

Im Freiberger Klinikum stehen für das vergangene Jahr 854 Patienten mit einer Covid-Infektion zu Buche. Betroffen waren 430 Frauen und 423 Männer. Pressesprecherin Ulrike Träger nennt eine Altersspanne von Null bis 101 Jahre und ein Durchschnittsalter von 71 Jahren. Verstorben sind in der Klinik 169 Corona-Patienten.

Zurzeit werden in Freiberg 17 Corona-Patienten stationär betreut. Auch diese Klinik rechnet aufgrund von Omikron wieder mit steigenden Patientenzahlen.

Wieder 130 positive PCR-Tests

Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 sind im Landkreis Mittelsachsen 900 Personen im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung verstorben. Diese Zahl wurde am Freitag erreicht, nachdem das Gesundheitsamt acht weitere Todesfälle gemeldet hat.

Von den auf SARS-CoV-2 Getesteten haben am Freitag 130 Mittelsachsen einen positiven PCR-Test erhalten. Insgesamt stehen damit im Landkreis 56.334 Corona-Fälle zu Buche.

Die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken ist weiter gesunken. Dort werden derzeit 46 Betroffene behandelt. Das sind vier weniger als am Vortag. Intensivmedizinisch müssen wie am Donnerstag zwölf Patienten betreut werden. Die Inzidenz ist laut Robert-Koch-Institut weiter leicht auf einen Wert von 261,7 gestiegen.