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Döbeln: Was Thomas Böttcher jetzt verzapft

Der Comedian beendet die Corona-Zwangspause mit seinem Bühnenprogramm. Es bleiben aber große Unsicherheiten.

Thomas Böttcher als Tankwart in der „Tanke Maria“. Im Jahr 2019 ist der Döbelner mit seinem Bühnenprogramm „Blasenfrei zapfen“ gestartet. Sehr oft hat er es wegen Corona nicht zeigen können. In der kommenden Woche geht es wieder los.
Thomas Böttcher als Tankwart in der „Tanke Maria“. Im Jahr 2019 ist der Döbelner mit seinem Bühnenprogramm „Blasenfrei zapfen“ gestartet. Sehr oft hat er es wegen Corona nicht zeigen können. In der kommenden Woche geht es wieder los. © PR

Döbeln. Corona hat seit über einem Jahr das kulturelle Leben in vielen Bereichen mehr oder weniger lahmgelegt. Auch Comedian, Schauspieler und Moderator Thomas Böttcher ist davon betroffen. Im September 2019 hatte er mit seinem Bühnenprogramm „Blasenfrei zapfen“ Premiere. Es ist ein Opfer der Corona-Pandemie geworden. „In den fast zwei Jahren habe ich das vielleicht nur 15 Mal gespielt“, sagt Böttcher.

Aber jetzt geht es langsam wieder los. Am Freitag kommender Woche hat er seinen ersten Auftritt nach der Zwangspause. Da will er als Tankwart sein Publikum im Augusto-Sommergarten am Haus der Presse in Dresden zum Lachen und ein bisschen auch zum Überlegen bringen.

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„Wir geben zurück, was wir erhalten haben“
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Den Dresdnern war während der Jahrhundertflut 2002 bundesweit geholfen worden. Nun will Dresden den aktuellen Hochwasseropfern helfen.

Neues Programm im nächsten Jahr

Sein Programm sei nicht mehr das jüngste, aber noch nicht überholt, meint Böttcher. „Da geht es mit einem dicken Augenzwinkern um das Thema Energie und den Umgang mit Ressourcen aus dem Blickwinkel eines Tankwarts, der um seine Existenz fürchtet. Und das nicht unbedingt immer politisch korrekt“, sagte Böttcher.

„Wir haben den Leuten aufs Maul geschaut, was die mit einem soliden Halbwissen so reden, und das mit einem halben Satz mehr hinterfragt.“

Ideen für ein neues Programm gebe es schon, aber das kommt wahrscheinlich erst im Herbst kommenden Jahres. Schließlich habe „Blasenfrei zapfen“ auch eine Menge Geld gekostet, das wieder eingespielt werden soll, sagte Böttcher. Er hofft, dass es nicht wieder zu neuen schweren Einschränkungen kommt.

„Die vielen Hürden machen es gerade sehr schwer, in die Zukunft zu schauen. Wir wissen nicht, wie lange dieser Zustand anhält und ob wir das durchhalten.“

Zurückhaltung beim Publikum

Viele Veranstaltungen Ende vergangenen und Anfang dieses Jahres hatten abgesagt werden müssen. Auch der Neustart geht schleppend. Das sei der unklaren Situation geschuldet. „Es hat ja keiner gesagt, im Juni könnt ihr wieder loslegen“, sagte Böttcher.

Der Comedian spürt, wie viele seiner Kollegen, derzeit noch eine merkliche Zurückhaltung beim Publikum. Karten verkaufen sich nur schleppend. Für Böttcher ist das erklärlich.

„Die Leute haben Bedenken, Tickets zu kaufen. Erstens wissen sie nicht, was sie erwartet, ob die Veranstaltung wieder ausfällt. Zweitens haben viele noch ein Kontingent Eintrittskarten für Veranstaltungen, die verschoben wurden. Die sind ja schon bezahlt, und wir sind auch sehr dankbar, dass das Publikum das Geld nicht zurückhaben wollte.“

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In Döbeln hatte Böttcher auch einen Auftritt geplant. Der sei nun schon dreimal verschoben worden. Jetzt ist der 19. März 2022 als Nachholtermin festgelegt.

Sein Engagement auf den Bühnen des Landes will Böttcher in den nächsten Monaten ausbauen. Ab Ende September soll das Biertheater in Radeberg wieder bespielt werden, wo Böttcher schon seit Jahren zum Stammpersonal gehört.

An der Seite von Dagmar Frederic

Im Oktober und Januar ist er auch in der Comödie Dresden in dem Stück „Lustgarantie“ zu sehen. Dann steht er an der Seite von Dagmar Frederic. „Ich spiele da einen sächsischen Finanzbeamten, der die Rentenpläne einiger Damen gehörig durcheinanderbringt. Da freue ich mich darauf. Am 1. August ist in Neuruppin die erste Leseprobe“, sagte Böttcher.

„Ich hatte mir überlegt, was ich noch machen könnte, wenn es wieder losgeht. Da habe ich bei der Comödie in Dresden angefragt. Die hatten die perfekte Rolle für mich. Das war Zufall.“

Nicht nur auf der Bühne fährt Böttcher mehrgleisig. Er hat ständige Kolumnen beim Radio und bei einer Zeitung. Und dann ist das noch der MDR, der den Moderator regelmäßig für die Sendung „Böttcher schafft das!“ über Land schickt.

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Die nächste Sendung laufe am Sonnabend. Dann wandert er von Thüringen in Richtung Harz. „Das wird wieder recht witzig mit Biathlon und einem Besuch im Affenwald“, sagte er. „Vor 14 Tagen haben wir noch einen Film gedreht, der kommt am 22. August.“

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Einiges von dem Filmmaterial, das für die Beiträge nicht verwendet wurde, findet sich auf Böttchers Kanal beim Filmportal Youtube wieder. Auch von Böttcher selbst produzierte Filme wie der über eine Seniorenresidenz in Zwickau landen dort. „Wir wollen den Kanal mit Alltagsgeschichten befeuern“, sagte er.

Böttcher hat die Zeit genutzt, um sein Engagement in der digitalen Welt anzukurbeln. In der vergangenen Woche ist seine neue Homepage im Internet online gegangen.

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