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Es geht wieder los im Döbelner Bad

Im Juni wollen die Stadtwerke die Freibad-Saison eröffnen. Doch damit ist es nicht getan. Es gibt bei den Schwimmanfängern viel aufzuholen.

Die Stadtwerke wollen die Döbelner nicht im Regen stehen lassen: Im Juni soll das Freibad eröffnet werden. Im Sommer ist geplant, die Schwimmanfänger auszubilden.
Die Stadtwerke wollen die Döbelner nicht im Regen stehen lassen: Im Juni soll das Freibad eröffnet werden. Im Sommer ist geplant, die Schwimmanfänger auszubilden. © Dietmar Thomas

Döbeln. Ein Regenschauer geht am Mittwochnachmittag über dem Döbelner Freibad nieder. Graue Wolken, die im Widerspruch zum azurblauen Wasser im Edelstahlbecken des frisch befüllten Schwimmbades stehen. Bei den Stadtwerken hofft man auf schönes Wetter ab Juni. Wenn es die Corona-Regeln zulassen, soll dann das Freibad eröffnet werden.

Es wird Zeit, meint Stadtwerkechef Gunar Fehnle. Und allein beim Badbetrieb will er es nicht bewenden lassen. Denn es gibt eine Menge aufzuholen.

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In Döbeln kaum Schwimmkurse im Corona-Jahr

Seit Ende Oktober geht nichts mehr im Stadtbad. Die Badegäste scharren mit den Hufen. Und auch die Mitarbeiter, die seitdem auf Kurzarbeit zu Hause sind. Aus diesem Grund wird Fehnle unruhig, wenn sich weitere Verzögerungen ankündigen.

Es ärgert ihn, dass das Gesundheitsamt des Landkreises einen Termin für die Abnahme des Bades verschoben hat. Erst Anfang Juni soll das passieren. „Dann dauert es immer noch zwei Wochen. Die Zeit fehlt uns“, sagt er. Normalerweise beginnt das Stadtbad schon Mitte Mai mit der Freibadsaison.

Fehnle ist guter Hoffnung, dass es klappt mit dem Saisonbeginn im Juni. Auch im vergangenen Sommer hatte das Bad betrieben werden können – mit Hygienekonzept, großen Abständen und einer Begrenzung der Besucherzahl. „Wir haben das Hygienekonzept fertig. Im vergangenen Jahr hat das auch gut funktioniert. Und wenn unsere Stammschwimmer geimpft sind, brauchen die ja nicht mitgezählt zu werden“, sagt Fehnle.

Gefahr droht nach Meinung des Stadtwerkechefs nicht nur durch Corona. Seit vergangenem Jahr hatte es kaum Schwimmkurse und Schulschwimmen gegeben. Viele Kinder hatten dadurch das Schwimmen nicht lernen können. In den Grundschulen besteht Bedarf und auch in den Schwimmkursen, die das Stadtbad selbst anbietet.

Zwei Jahre Wartezeit müssen aufgeholt werden

Dieses Defizit wollen die Stadtwerke über dem Sommer aufholen. Dafür will das Stadtbad in den Ferien durchgehend Schwimmkurse anbieten, in denen die Kinder das Zertifikat Seepferdchen erwerben oder ihre Fähigkeiten vertiefen können.

„Die zwei Jahre Wartezeit wollen wir komplett aufholen. In diesem Jahr sollen alle Kinder über fünf Jahre drankommen, damit wir dann in den alten Rhythmus zurückfinden. Ein Kind hat mit fünf Jahren die motorischen Fähigkeiten, dass es Schwimmen lernen kann“, so Fehnle.

Das Personal des Stadtbades, das so lange zur Untätigkeit verdammt ist, sei dafür bereit, etwas mehr zu tun. Auch der ehemalige Badleiter Lutz Liebmann habe sich bereiterklärt, bei den Kursen mitzuhelfen. Zudem würde die Wasserwacht Döbeln mit ihren Ehrenamtlichen aushelfen, wenn Bedarf besteht.

Das Bad soll für die Absicherung der Schwimmkurse im Doppelbetrieb laufen. Die Kurse werden in die Halle gelegt, wo auch das Lehrschwimmbecken zur Verfügung steht. In den vergangenen Wochen war dort alles auf Vordermann gebracht worden.

Ostrau hat Bedarf an Schwimmunterricht angemeldet

Die Gemeinde Ostrau hat schon Bedarf angemeldet, um den ausgefallenen Schwimmunterricht nachzuholen. 55 Kinder sollen in der ersten und zweiten Ferienwoche den Kurs absolvieren, sagt Bunzel. Für die fünfte und sechste Ferienwoche hat sich Hartha angemeldet. Bürgermeister Ronald Kunze lasse gerade den Bedarf ermitteln.

Wie Fehnle sagt, habe er auch die Döbelner Grundschulen angesprochen. Deren Schüler sollen in der dritten und vierten Ferienwoche Schwimmunterricht bekommen.

Auch die Kurse, die das Stadtbad selbst anbietet, werden in dieser Zeit abgewickelt. Die Warteliste ist lang. Badleiter Toni Bunzel schätzt den Bedarf auf vier bis fünf Kurse mit jeweils zehn bis zwölf Kindern. Nach dem Aufholen des Rückstands hofft Stadtwerkechef Fehnle, wieder zu normalen Verhältnissen zurückkehren zu können. „Die Eltern können ihre Kinder wieder für Kurse anmelden“, sagt er.

Die monatelange Schließung des Bades schlägt auch finanziell ins Kontor. Als kommunaler Betrieb haben die Stadtwerke auf die meisten staatlichen Hilfen keinen Anspruch. Allein im vergangenen Jahr schätzt Fehnle die Einnahmeausfälle auf eine halbe Million Euro. Dabei lässt sich das Bad ohnehin nur defizitär betreiben – der Verlust wird über den wirtschaftlichen Querverbund mit den Stadtwerken ausgeglichen.

Dieses Jahr noch keine Einnahmen

In diesem Jahr hatte das Stadtbad überhaupt noch keine Einnahmen, so Fehnle. Die Betriebskosten seien zwar so weit wie möglich reduziert worden – aber beheizt werden müsse das Bad trotzdem, um Schäden zu vermeiden. Und die Umwälzpumpen müssten auch dann laufen, wenn keine Badegäste da sind.

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Trotzdem können Phänomene auftreten, die es im normalen Badbetrieb nicht gibt. „Wir hatten Korrosion am Edelstahlbecken. Wir mussten das Wasser ablassen und putzen“, sagt Fehnle.

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