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Wie geht's weiter mit Eibaus Kaufhalle?

Der Lebensmittelmarkt am Bad hat überraschend geschlossen. Schon gibt es aber eine neue Idee. Bäcker Uwe Berndt will jetzt Getränke verkaufen - und mehr.

Probesitzen vor dem neuen Weinregal: Uwe Berndt will in der Kaufhalle in Eibau künftig Getränke und Regionales anbieten.
Probesitzen vor dem neuen Weinregal: Uwe Berndt will in der Kaufhalle in Eibau künftig Getränke und Regionales anbieten. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Ein Mann mit Mundschutz und Pudelmütze bleibt verdutzt vor dem abgesperrten Kaufhallen-Eingang stehen. "Oh, was ist denn hier los?" Der nächste kommt mit einem Paket unterm Arm herein. "Ist die Poststelle noch offen?", fragt er. "Im Moment nicht", muss Uwe Berndt ihn vertrösten. "Wir hoffen aber, dass wir bald wieder aufmachen können."

Bäckermeister Uwe Berndt ist der Eigentümer der ehemaligen Kaufhalle an der Neugersdorfer Straße in Eibau, direkt neben dem Volksbad. Früher war hier der Discounter Plus. Nach dessen Schließung erwarb Uwe Berndt die Kaufhalle. Seitdem hat er den Lebensmittelmarkt an einen Betreiber vermietet. Zuletzt wurde der Markt seit 2013 von einer Eibauerin geführt. Bis vor wenigen Tagen. Jetzt ist der Einkaufsmarkt überraschend zu.

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Noch nicht einmal zwei Wochen ist es her, dass Uwe Berndt von der Betreiberin mitgeteilt bekam, dass sie den Laden schließen wird - und das bereits zum 1. Dezember. Einen Nachfolger, der den Markt übernehmen wollte, habe es gegeben, erzählt Uwe Berndt. Die Übernahme scheiterte aber, sodass die Betreiberin doch schloss. Seit einer Woche ist die Kaufhalle nun also zu. Uwe Berndts eigene Bäckerei-Filiale ist noch geöffnet, ebenso wie die Filiale der Fleischerei Richter. Außerdem hat Uwe Berndt seine Backstube im hinteren Teil des Gebäudes.

Der Lebensmittelmarkt in Eibau beim Volksbad hat vor wenigen Tagen überraschend geschlossen.
Der Lebensmittelmarkt in Eibau beim Volksbad hat vor wenigen Tagen überraschend geschlossen. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Neustart mit Getränken und Regionalem

Der große Mittelteil aber, wo bis vor Kurzem noch Lebensmittel verkauft wurden, ist leer, die Lichter aus. "Das wirkt abschreckend", findet Uwe Berndt. Und auch für die beiden verbliebenen Filialen von Bäcker und Fleischer sei die Situation natürlich traurig, wenn so kurz vor Weihnachten der Hauptmieter wegfällt - und damit auch Kunden wegbleiben. Deshalb hat er beschlossen, selbst kurzfristig wieder aufzumachen. Allerdings erst einmal eine Teilfläche. Aktuell hat er die Maler da und lässt die Wände im Markt neu gestalten. Der Bäckermeister selbst arbeitet dieser Tage mehr mit dem Akkuschrauber, als mit dem Teigrührer. Er baut Regale für seine neue Idee: die "Oase der feinen Geister" soll in der ehemaligen Kaufhalle entstehen. "Whisky, Weine und regionale Köstlichkeiten" will Uwe Berndt anbieten - so formuliert er sein Konzept. Mit Getränkegroßhändlern steht er derzeit im Gespräch. "Ich will eine besondere Atmosphäre schaffen", ist sein Ziel. "Die Leute sollen hier auch ein bisschen verweilen." Wer einen guten Tropfen sucht, soll hier fündig werden. Für Gemütlichkeit will Uwe Berndt nun auf die Schnelle mit einfachen Mitteln sorgen. Ein Weinregal, das schon im Markt stand, wird beispielsweise jetzt eingerahmt von alten Holzbalken. Und die Regale für Whisky und Co. baut Uwe Berndt aus abgeschliffenen Paletten.

Regionales wie Saft aus Ebersbach oder Eier aus Schönbach sollen das kleine Sortiment ergänzen. Auch bei der Post hat er sich beworben, um wieder Postdienstleistungen anbieten zu können. In den letzten Jahren war hier bereits eine Poststelle, das wurde gut angenommen von den Einwohnern. Die bisherige Betreiberin des Marktes hat sie aber bereits abgemeldet.

Hoffen auf einen neuen Betreiber

Den ganzen Markt wieder mit einem Lebensmittelsortiment zu bestücken, das sei kurzfristig nicht machbar, sagt Uwe Berndt. Außerdem fehle ihm dafür Zeit und Fachkenntnis. Immerhin hat der Laden über 400 Quadratmeter. Er hofft, einen Betreiber zu finden, der den Markt künftig übernimmt. "Ich selbst schaffe das nicht noch nebenbei. Da muss man ständig hinterher sein, auf die Verfallsdaten achten, neue Ware bestellen, damit nichts zum Fehlen kommt." Das sei ein Vollzeitjob. Der Bäckermeister selbst hat andere Arbeiten - gerade jetzt in der Weihnachtszeit.

Lange leer stehen lassen wollte er den Markt aber auch nicht. "Wenn erst ein paar Wochen zu ist, kommt dann keiner mehr." Deshalb setzt er nun die kurzfristige Idee mit hochwertigen Getränken und anderen Spezialitäten um. Weitere Ideen hat er auch schon. "Ich möchte zum Beispiel Backzutaten in kleineren Abfüllungen verkaufen." Wer so etwas sucht, weiß dann, dass er hier alles an einem Fleck bekommt. "Man muss sich spezialisieren, damit so ein Laden auf dem Dorf funktioniert", ist Uwe Berndt überzeugt.

Starten will er mit seiner "Oase der feinen Geister" voraussichtlich schon an diesem Freitag, dem 11. Dezember. Er hofft, die Eibauer mit seinem neuen Konzept neugierig zu machen und auch Kunden aus den Nachbarorten zu locken.

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