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Drei Dresdner Linke wollen in den Bundestag

In den Bundestag einziehen: Gleich zwei Kandidaten wollen es Katja Kipping nachmachen - und gehen dafür volles Risiko. Doch die Partei hat ein Problem.

Die Nominierung für die Bundestagswahl in diesem Jahr ist wegen Corona für alle Parteien ein Problem.
Die Nominierung für die Bundestagswahl in diesem Jahr ist wegen Corona für alle Parteien ein Problem. © dpa

Dresden. Im September soll der neue Bundestag gewählt werden. Dresdens Linke wollen ihre Kandidaten für die beiden Direktwahlkreise nominieren. Dafür gibt es drei Bewerber. Aber Corona bremst diese derzeit massiv aus. Wer in den Bundestag möchte und wie das ablaufen soll.

Lang und Leuwer verzichten auf aussichtsreiche Listenplätze

Im Wahlkreis Dresden I ist die Lage noch übersichtlich. Einzige bisherige Bewerberin ist laut Dresdens Linke-Chefin Anne Holowenko die Bundestagabgeordnete und frühere Bundes-Parteichefin Katja Kipping. Sie landete bei der Wahl 2017 auf Platz zwei, zog aber über die Liste ein.

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Zwei Bewerber stellen sich, Stand jetzt, im Wahlkreis Dresden II zur Wahl: Silvio Lang und Jonas Leuwer. Beide streben nach eigenen Aussagen keinen aussichtsreichen Listenplatz an, sondern wollen das Direktmandat. Aber nur einer von beiden kann Direktkandidat werden - darüber sollen bald die Mitglieder aus Dresden entscheiden.

Lang will "in den Kampf" ziehen

Lang ist im Landesvorstand der Partei. Der 37-Jährige arbeitet für die Bundestagsabgeordnete Caren Lay aus dem Landkreis Bautzen, wo Lang auch Linke-Chef ist. Er war bis 2015 Sprecher des Bündnisses "Dresden Nazifrei", das unter anderem Demonstrationen gegen Rechtsextreme organisiert.

"Ich stehe für eine antifaschistische linke Politik", so Lang. "Ich will keine destruktive Dagegen-Haltung, sondern Antifaschismus." Diesen verstehe er auch als Toleranz, Teilhabe und Pluralität. "Die Schwächsten und Schwachen der Gesellschaft dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden."

Langs Anspruch sei es, "in den Kampf zu gehen" - damit meint er den um das Direktmandat. "Es ist nicht aussichtslos." Die Linke landete in diesem Wahlkreis mit 17,5 Prozent auf Platz drei bei der vergangenen Wahl, hinter CDU und AfD.

Leuwer: Der Rebell aus der Krankenpflege

Langs Konkurrent ist Jonas Leuwer. Der 23-Jährige ist Krankenpfleger und arbeitet im Klinikum Dresden in der Psychiatrie. Leuwer setzt sich gegen die Pläne zur Umstrukturierung des Klinikums ein, hat eine Petition für den Erhalt des Krankenhauses Dresden-Neustadt als komplette Klinik eingebracht.

Der Krankenpfleger ist parteilos, aber Anhänger der "Sozialistischen Organisation Solidarität" (SOL). Das ist ein trotzkistisches Bündnis innerhalb der Partei, das sich vor allem für eine bessere Zusammenarbeit mit Gewerkschaften einsetzt.

"Mein Ziel ist es, die Arbeit für die Arbeitenden zu verbessern", so Leuwer. Eben durch bessere Zusammenarbeit mit Gewerkschaften.

"Corona zeigt tiefgreifende Probleme, auch in diesem Bereich." Zudem betont auch Leuwer: "Ich bin ebenfalls Antifaschist - soziale Missstände sind ein Grund für Faschismus."

Das Problem sind nicht die Kandidaten

Derzeit ist für Dresdens Linke also nicht das Problem, Kandidaten zu finden, sondern diese intern zu wählen. "Für die Wahl 2017 hatten wir im Oktober 2016 die Kandidaten aufgestellt", so Dresdens Linke-Chef Jens Matthis.

"Wir haben bereits mehrere Anläufe unternommen." Jeweils im Dezember und Januar waren Gesamtmitgliederversammlungen anberaumt, die wegen Corona wieder abgesagt werden mussten.

Die Linke will die Versammlungen für die beiden Wahlkreise trennen, um weniger Personen in einem Raum zu haben. Aber dann wären es erfahrungsgemäß immer noch mehr als 100 Personen pro Veranstaltung.

"Wir können die Kandidaten virtuell vorstellen und virtuell diskutieren, aber gewählt werden muss in einer Versammlung", sagt Matthis. Denn so gibt es das Gesetz vor.

Im Bund wird derzeit an einer Änderung gearbeitet, dann können vielleicht ein paar Dutzend Delegierte die Kandidaten wählen. Aber auch diese müssen bei einer Versammlung anwesend sein.

"Wir müssen das im März durchführen", stellt Matthis klar. Denn im April soll die Landesliste abgestimmt werden, dafür müssen die Direktkandidaten feststehen. "Wir werden Anfang Februar über das Verfahren entscheiden", so Matthis.

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