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Dresden: Wann kommt der digitale Impfpass?

Wer schon geimpft ist, soll den Nachweis darüber nachträglich in die App übertragen lassen können. Aber welche Dresdner Apotheken bieten diesen Service an?

Digital statt auf Papier: Mit der App Covpass sollen Geimpfte einfacher ihren Impfschutz nachweisen können. Aber wer überträgt bereits ausgestellte Nachweise auf Papier?
Digital statt auf Papier: Mit der App Covpass sollen Geimpfte einfacher ihren Impfschutz nachweisen können. Aber wer überträgt bereits ausgestellte Nachweise auf Papier? © dpa-Zentralbild-Pool

Dresden. Ein Viertel der Sachsen ist bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Doch ob zum Stadtfest, zum großen Konzert oder in den Urlaub - niemand will ständig sein Impfbuch mitschleppen müssen, um wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Deshalb startet nun der digitale Impfpass, sodass Geimpfte ihren Corona-Impfschutz einfach mit ihrem Handy nachweisen.

Die Apotheker sollen es in den nächsten Monaten mit übernehmen, Impfpass-Einträge von bereits Geimpften in die App zu übertragen. Ab wann können die Dresdner das machen lassen und werden alle Apotheker in Dresden dabei sein?

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Die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag hat zumindest schon einmal Chaos angerichtet. Obwohl er betonte, dass sie bis Ende Juni nach und nach an das System angeschlossen werden sollen, stehen in vielen Apotheken seither die Telefone nicht mehr still. Ständig klingle es, berichtet Dana Liebeck von der Apotheke am Nürnberger Ei am Freitag. "Immer wieder wollen Kunden wissen, wann sie ihren Impfpass umtragen lassen können", sagt sie. Und immer wieder müsse sie die Anrufer vertrösten.

Portal zeigt beteiligte Dresdner Apotheken

Denn noch sei überhaupt nicht klar, wann das Portal für den digitalen Impfpass namens "CovPass" für die Apotheker zur Verfügung stehen wird und wie die Übertragung des Papier-Impfpasses dann genau funktioniere. "Wir befürchten ein ähnliches Durcheinander wie bei den Gratis-Masken." Auch damals standen die Kunden sofort nach Ankündigung durch den Bundesgesundheitsminister Schlange, obwohl noch gar nicht ausreichend Masken zur Verfügung standen. Ab Montag werde man die digitalen Zertifikate jedenfalls noch nicht ausstellen könne, so die Liebeck. Sie bittet um Geduld.

Welche Apotheke zu welchem Zeitpunkt die Übertragung anbieten wird, lässt sich in den kommenden Tagen auch im Internet einsehen. Dafür wird das zentrale Portal www.mein-apothekenmanager.de genutzt. Am Freitag waren dort erst einmal nur Apotheken gelistet, die aktuell Corona-Tests anbieten. In den kommenden Tagen sollen dann Apotheken hinzukommen, die Impfnachweise ausstellen, heißt es auf der Seite.

Um Geduld bittet auch eine Mitarbeiterin der Apotheke am Wilden Mann. Frühestens im Laufe der nächsten Woche wisse man mehr.

In den vier Apotheken von Sven Ullrich soll der digitale Impfpass ebenfalls so schnell wie möglich angeboten werden, sagt Sven Lobeda, der die Apotheke am Postplatz leitet. Neben dieser betreibt Ullrich drei weitere Apotheken in Dresden: die Apotheke Johannstadt in der Pfotenhauerstraße, die Apotheke im Gesundheitszentrum Klotzsche in der Königsbrücker Landstraße und die Apotheke am Universitätsklinikum in der Fiedlerstraße. Um einen konkreten Starttermin benennen zu können, sei es einfach zu früh, sagt Lobeda.

"Impfstoff ist die größere Herausforderung"

Auch Lobeda berichtet, dass viele Kunden nachfragen, wann sie mit ihrem gelben Impfheftchen vorbeikommen können. Auch er muss sie vertrösten. Wenn es soweit ist, soll ein separater Platz in der Filiale eingerichtet werden, an dem ein Mitarbeiter die Daten aus dem Heft in das digitale System überträgt.

Rolf Leonhardt, der die Kronenapotheke am Albertplatz betreibt, ist vor allem in Bezug auf den Datenschutz skeptisch. "Das muss alles Hand und Fuß haben und sicher sein." Nachfragen beim Apothekerverband oder auf dem entsprechenden Portal seien derzeit zwecklos, auch dort werde man vertröstet, dass in Kürze weitere Informationen kämen.

Weil es noch keine klaren Anweisungen gibt, wie das Ganze technisch funktionieren soll, hat sich Leonhardt noch keine Gedanken gemacht, ob er dafür in seiner Filiale einen eigenen Arbeitsplatz einrichtet oder seine Mitarbeiter das an den Kassen mit übernehmen. Dass Kunden länger warten müssen, könne er nicht ausschließen. "Aber im Sommer ist ohnehin weniger los."

Grundsätzlich begrüßt der Dresdner Apotheker die Einführung des digitalen Impfpasses, es sei ein wichtiger Schritt hinaus aus dem Corona-Tief. Vielmehr als der Impfpass beschäftige die Apotheker derzeit aber die Beschaffung von ausreichend Impfstoff für die Arztpraxen, ergänzt Leonhardt, das koste viel Zeit und Kraft.

Apotheken sollen Fälschungen prüfen

Katja Daub betreibt die drei City-Apotheken in der Stadt, unter anderem im Hauptbahnhof. "Bei uns ist alles vorbereitet, was vorbereitet ist", sagt sie zum digitalen Impfpass. Die Hardware sei aufgebaut. Was fehle, sei die nötige Software, die den Apotheken zur Verfügung gestellt werden muss. Darauf warte man jetzt. Ob sie am Montag zur Verfügung stehe, könne sie aktuell nicht sagen. Daher bittet Katja Daub auch ihre Kunden um Geduld.

Wird der Nachweis nachträglich ausgehend vom Papier-Impfheft übertragen, soll man einen Ausweis vorzeigen müssen. Apotheken sollen Impfbücher außerdem auf Fälschungen überprüfen, wie sie es bei anderen Dokumenten wie Rezepten auch schon tun. Auch wegen dieses Aufwands sollen sie jeweils 18 Euro Vergütung für das nachträgliche Erstellen der Digital-Nachweise bekommen.

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Deutschland setzt mit dem CovPass ein Vorhaben der Europäischen Union um. Die EU-Länder und das EU-Parlament hatten sich auf Details eines Zertifikats geeinigt, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die EU habe die Chance, damit einen Standard zu setzen, sagte Spahn. Der digitale Nachweis werden nun bundesweit akzeptiert werden. Ziel sei, dies auch in Helsinki, Amsterdam und auf Mallorca der Fall sei. So eine länderübergreifende Anwendung gebe es auf der Welt sonst nicht. Die App ist kostenlos. In den App-Stores lässt sie sich bereits herunterladen. (mit dpa)

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