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Corona-Impfungen jetzt auch ohne Termin

Meistgelesen: Bislang waren Termine wie ein Jackpot. Nun soll es für die Dresdner leichter werden, die Spritze zu bekommen. Wie das Impfen ohne Termin läuft.

Peter Rosemann hat sich am Mittwoch bei der Landesärztekammer an der Stauffenbergallee von Ärztin Petra Albrecht mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca impfen lassen.
Peter Rosemann hat sich am Mittwoch bei der Landesärztekammer an der Stauffenbergallee von Ärztin Petra Albrecht mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca impfen lassen. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Noch vor einem Monat drängten tausende Menschen in das Impfportal. Frustriert musste ein Großteil nach wenigen Minuten feststellen, dass alle Termine weg waren. Das soll jetzt anders werden. Im Dresdner Impfzentrum kann man nun auch ohne Termin vorbeischauen. Welcher Impfstoff ab wann genau zur Verfügung steht - die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ab wann beginnt das Impfen ohne Termin?

Am heutigen Freitag starten die Impfungen ohne Termin im Dresdner Impfzentrum. "Ab 14 Uhr können sich die Freiwilligen impfen lassen, sie müssen sich aber auf längere Wartezeiten einstellen, da die Menschen mit Termin Vorrang haben", sagt Ulrike Peter, Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Rund 100 Impfdosen könnten zum Start am Freitag verabreicht werden. Am Mittag, also noch bevor es richtig losging, hätten schon etwa zehn Leute ohne Termin gewartet.

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Freigegeben sei zunächst nur der Impfstoff von AstraZeneca für alle Impfwilligen ab 40 Jahre. "Ab kommender Woche Mittwoch, 7. Juli, sollen dann auch die Impfstoffe von Biontech und Moderna ohne Termin verimpft werden", sagt Peter. Hier sind alle Menschen ab 14 Jahren impfberechtigt, je nach Freigabe des Herstellers. Die Impfung ohne Termin soll täglich ab 14 Uhr möglich sein. Geöffnet hat das Dresdner Impfzentrum in der Messe im Ostragehege jeden Tag bis 18 Uhr.

Sprecherin Peter weist darauf hin, dass sich alle Menschen ohne einen Termin die Patientenaufklärung und die Einverständniserklärung am Check-in des Impfzentrums abholen und anschließend ausfüllen müssten.

"Nach wie vor ist und bleibt die Terminbuchung online oder telefonisch das erste Mittel der Wahl", so das DRK. Wie viele Termine an welchen Tagen zur Verfügung stehen, kann jederzeit im Internet eingesehen werden. Das Impfangebot ohne Termin sei ein zusätzliches Angebot und stehe immer in Abhängigkeit zu den Kapazitäten in den Impfzentren.

Was ist mit Minderjährigen?

Impfwillige im Alter von 14 bis 18 Jahren sollten sich vorab über die notwendigen Unterlagen, Zustimmungen der Erziehungsberechtigten sowie Begleitregeln informieren, um die Durchführbarkeit eines spontanen Impftermins sicherzustellen, rät das DRK. "Zudem gilt auch bei spontanen Impfangeboten: Die letztgültige Entscheidung, ob eine Impfung durchgeführt wird, trifft in jedem Fall der Impfarzt."

Warum geht es jetzt ohne Termin?

Tatsächlich steigt die Zahl der gelieferten Impfdosen. Auf der anderen Seite scheint es so zu sein, dass sich weniger Menschen in den Impfzentren impfen lassen wollen. DRK-Sprecherin Ulrike Peter beobachtet einen Rückgang bei den Impfwilligen in Dresden. Viele, die sich impfen lassen wollten, scheinen durch zu sein, sagt sie. "An der Hotline kommt es momentan nicht mehr zu Wartezeiten." Eine Stichprobe für einen knapp zweiwöchigen Zeitraum im Juni hatte bereits ergeben, dass etwa 1.000 Termine für die Zweitimpfung abgesagt wurden, bei weiteren 1.000 Zweitimpfungsterminen erschienen die Impflinge einfach nicht. Als Gründe werden andere, zeitigere Impfangebote genannt - zum Beispiel beim Hausarzt oder beim Betriebsarzt. Andere hätten aus gesundheitlichen, beruflichen oder privaten Gründen Termine abgesagt, so das DRK.

An den Zahlen im Dresdner Impfzentrum macht sich das noch nicht allzu sehr bemerkbar, obwohl zwischen Montag und Mittwoch nur 290 Menschen ihren ersten Piks bekommen haben. Das hat allerdings auch damit zu tun, dass die Kapazitäten des Impfzentrums derzeit für Zweitimpfungen gebraucht werden. Zwischen Montag und Mittwoch haben 5.054 Menschen in der Messe ihre zweite Spritze erhalten. Deshalb können derzeit auch noch nicht so viele Menschen in Dresden geimpft werden, die ohne einen Termin vorbeischauen.

Am Freitag waren 1.710 Impfungen geplant, davon wieder 1.200 Erstimpfungen. Dieselben Zahlen seien für das Wochenende geplant.

Insgesamt 132.926 Personen haben in der Messe sowie in den Alten- und Pflegeheimen bisher ihre Erstimpfung erhalten. 108.441 davon gelten als vollständig geimpft.

Wie sieht es in den Arztpraxen aus?

Laut Kassenärztlicher Vereinigung Sachsen (KVS) konnten die Dresdner Hausärzte bis einschließlich Donnerstag 91.069 Menschen erstimpfen, darunter sind 60.857 Patienten, die bereits vollständig geimpft sind. Das sind in der Summe doppelt so viele Impfungen wie vor einem Monat.

In der kommender Woche würde erstmals die Menge Corona-Impfstoff geliefert, die von niedergelassenen Ärzten bestellt wurde, so KV-Bundesvorstand Andreas Gassen. Denn die Praxen hätten mit bundesweit rund 2,3 Millionen bestellten Dosen weniger Impfstoff angefordert als bereitsteht.

Gibt es weitere Impfangebote ohne Termin?

Die Sächsische Landesärztekammer hat am Mittwoch an ihrem Sitz an der Stauffenbergallee ohne Termin geimpft. Allerdings nur mit AstraZeneca. "Es handelte sich um eine einmalige Aktion, um ein Zeichen für Impfungen zu setzen. Dazu wollten wir das Impfen ohne Hürden wie langwierige Anmeldung und Terminabsprache ermöglichen", so Sprecher Knut Köhler. Die Nachfrage sei geringer gewesen als erwartet, was verschiedene Gründe haben könnte. Köhler erklärt es sich mit dem Impfzeitraum während der regulären Arbeitszeit, aber auch mit dem angebotenen Impfstoff. "Vermutlich wären an einem Wochenende mehr Menschen gekommen."

Am Mittwoch konnten sich Impfwillige ohne Termin bei der Landesärztekammer mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca impfen lassen.
Am Mittwoch konnten sich Impfwillige ohne Termin bei der Landesärztekammer mit dem Corona-Vakzin von Astrazeneca impfen lassen. © dpa/Sebastian Kahnert

Den Impfstoff hätte die Ärztekammer über die Hausarztpraxen bezogen. "Wir haben in einem großen Raum unter Beachtung sämtlicher Hygieneanforderungen zwei Impfstrecken mit getrennten Wartebereichen aufgebaut. Alle Geimpfte mussten entsprechend den Vorgaben nach der Impfung noch zur Beobachtung 15 bis 20 Minuten verweilen."

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Es sei nicht geplant, diese Aktion zu wiederholen, da man laut Sozialministerium ab Freitag auch in den Impfzentren ohne Termin eine Impfung erhält. "Dies war uns bei der Planung unserer Aktion noch nicht bekannt." (mit dpa)

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