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Corona bremst Dresdner Orang-Utan-Haus aus

In der Debatte um Zusatzkosten für die Stadt war plötzlich das geplante Orang-Utan-Haus Thema im Stadtrat. Es gab eine entscheidende Wendung.

Das Orang-Utan-Haus im Dresdner Zoo muss dringend erneuert werden.
Das Orang-Utan-Haus im Dresdner Zoo muss dringend erneuert werden. © Sven Ellger

Dresden. Einige der städtischen Unternehmen wie das Klinikum Dresden, die Messe, der Zoo und einige mehr haben erhebliche Einbußen durch die Corona-Beschränkungen zu verzeichnen. Auch die Stadtverwaltung selbst beklagt deutliche Kostensteigerungen.

Deshalb entschied der Stadtrat am Donnerstag über 12,7 Millionen Euro, die zusätzlich benötigt werden. Dann machte Piraten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann die Diskussion um das Orang-Utan-Haus auf und stellte einen Antrag, der das Projekt ins Wanken bringt.

Messe, Zoo und Co. brauchen zusätzliches Geld, weil sie wegen der Corona-Pandemie zeitweise ganz schließen mussten, Veranstaltungen ausgefallen sind und auch noch lange kein Normalbetrieb absehbar ist. Das Klinikum Dresden musste alle Operationen absagen, die nicht zwingend notwendig sind, um Betten für Corona-Patienten freizuhalten.

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Weil auch der Zoo mit rund 738.000 Euro Mehrbedarf betroffen ist, konnte Schulte-Wissermann seinen Ergänzungsantrag dazu einbringen. "Im Haushalt sind zwölf Millionen Euro für ein neues Affenhaus eingeplant", so Schulte-Wissermann. Damit solle quasi ein Kredit, wenn auch nicht direkt bei der Stadt sondern bei ihrer Tochter - dem Zoo - beschlossen werden. "Ohne öffentliche Diskussion dazu", kritisiert der Piraten-Stadtrat. "Denn den Punkt in der Haushaltsdebatte zu erwähnen, wäre affig."

"Hier wird auf dem Corona-Ticket gefahren"

Also forderte er, das Orang-Utan-Haus aus dem Haushalt auszuklammern, und dass Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) eine gesonderte Vorlage dazu im kommenden Jahr vorlegen soll. Dann könne darüber diskutiert und entschieden werden. Da die Mehrheit des Rates dem zustimmte, wackelt der geplante Bau zumindest bis zur Entscheidung im kommenden Jahr. Dann wird es darauf ankommen, ob noch Geld dafür da ist.

Zudem kritisierte Grünen-Stadtrat Michael Schmelich die komplette Vorlage zu den Mehrkosten. Es sei nicht nachvollziehbar, welche tatsächlich durch die Pandemie verursacht wurden. "Hier wird auf dem Corona-Ticket gefahren, Nachfragen waren im Ausschuss nicht möglich", so Schmelich.

Er stellte infrage, ob die Geldspritze jetzt notwendig sei und nicht eine Überbrückung möglich gewesen wäre. Die Stadt hat in der Vorlage benannt, dass ohne die zusätzlichen Mittel die Liquidität nicht gewährleistet sei und Zahlungsunfähigkeit drohe. Die Mehrheit stimmte dem dann zu.

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