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Dresdens OB: "Virus verflucht ernst nehmen"

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert beantwortete im Livestream Fragen der Bürger zu Corona. Dabei forderte er sie auf, ein "ruhiges" Weihnachtsfest zu feiern.

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beantwortete in einem Livestream Fragen der Bürger.
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) beantwortete in einem Livestream Fragen der Bürger. © Archiv/Ronald Bonss

Dresden. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat sich am Freitagabend in einer digitalen Bürgersprechstunde den Fragen der Bürger zu Corona gestellt.

Er appellierte dabei an die Dresdner, auch über Weihnachten keine großen Reisen durch die Bundesrepublik anzutreten. Reisen über Sachsen hinaus seien zwar erlaubt, die Regelungen müssten aber nicht ausgereizt werden, sagte er im Video-Livestream. "Vielleicht kann man das auch mal ein Jahr ausfallen lassen."

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Hilbert fand zum Teil deutliche Worte: "Wir sollten das Virus verflucht ernst nehmen. Wenn man mit jemandem spricht, der schwere Symptome hatte, lässt das einen nachdenklich werden. Bis wir die Bevölkerung durchimmunisiert haben, ist das Virus eine große Gefahr."

Hilbert: "Entspannung im Frühjahr"

Einige Zuschauer stellten Fragen, die sie in ihrem Alltag persönlich beschäftigen: Darf ich mein Kind mit dem Auto aus Dortmund abholen? Darf ich mich mit meiner Oma, die 30 Kilometer entfernt wohnt, am Schnittpunkt der beiden 15-Kilometer-Radien treffen?

Hilbert verwies immer wieder auf die neue Coronaschutzverordnung, die der Freistaat Sachsen parallel in einer Pressekonferenz bekannt gab. "Da muss ich selber dann noch einmal genau in der Verordnung nachlesen." Hilbert zeigte sich aber optimistisch, dass die geplanten Lockerungen über Weihnachten tatsächlich wie geplant in der Schutzverordnung stehen werden.

"Wir werden noch einige Wochen und Monate mit dem Coronavirus kämpfen müssen. Ich hoffe, dass wir im Frühjahr wieder Entspannung kriegen können", sagte Hilbert. Im nächsten Herbst erwarte er nicht noch einmal solche Einschränkungen wie in diesem Jahr. "Ich glaube aber nicht, dass wir dann schon genug Menschen geimpft haben, dass wir nicht mehr über Corona reden müssen."

"Mit den Impfstoffen sehen wir einen Silberstreifen am Horizont. Von Tag zu Tag werden die Rahmenbedingungen besser, und das macht uns Mut", sagte Hilbert. Ob das Jahr 2021 insgesamt besser werden würde, wollte er nicht konkret beantworten.

"Absage der Querdenken-Demo wird standhalten"

Auch zur verbotenen Querdenken-Demo am Sonnabend äußerte sich Hilbert auf Nachfrage. "Wir sind uns gewiss, dass die gerichtliche Absage der morgigen Querdenken-Demo halten wird", sagte er. Gleichzeitig kritisierte er das Vorgehen der Demo-Initiatoren, die erst am Freitagmorgen gegen die Entscheidung vor Gericht gegangen waren. "Es wird versucht, die verfassungsrechtlichen Organe auszuspielen."

Zum Schluss der Bürgersprechstunde wünschte Hilbert den Dresdner Bürgern eine frohe Advents- und Weihnachtszeit. "Achten Sie darauf, welche Kontakte wirklich notwendig sind, und achten Sie auf die Hygieneregeln. Es kann auch mal ein besonderes Weihnachten sein. Es wird ruhig werden, vielleicht können wir das genießen. Erfreuen Sie sich daran, wie schön wir es in unserer Stadt Dresden haben!"

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