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Dresdner Grundschulen starten mit Wechselunterricht

Ab Montag gelten andere Regelungen. Was Familien in Dresden jetzt wissen müssen - auch bei der Hortbetreuung.

Ganz leer bleiben die Klassenzimmer vorerst nicht.
Ganz leer bleiben die Klassenzimmer vorerst nicht. © dpa

Dresden. Dresdner Kinder und Eltern mussten sich im vergangenen Jahr schon oft auf neue Situationen einstellen. Mal zu, mal auf: So lief das bisher an den Grundschulen. Ab kommendem Montag startet nun erstmals auch der Wechselunterricht. Ein Modell, das bisher erst ab Klasse 5 stattfand und das in Dresden nun bis zu einer Wochen-Inzidenz von 165 gelten soll.

Steigt die Inzidenz über diesen Wert, müssen auch in der Landeshauptstadt die Schulen weitgehend schließen. Im Wechselunterricht bleiben dann nur die Abschlussjahrgänge, zu denen erstmals auch die Viertklässler an den Grundschulen zählen.

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Wie soll der Wechselunterricht ablaufen?

An der 103. Grundschule in der Neustadt ist ein Wechselmodell mit A- und B-Woche vorgesehen. Von den Klassenlehrern wurden die Kinder in A- und B-Gruppen eingeteilt. In der Regel sind alle Geschwisterkinder in der A-Gruppe, damit es für die Eltern einfacher zu organisieren ist. Ist das Kind in der Notbetreuung, dann nimmt es, je nach Gruppeneinteilung, in einer Woche am Unterricht teil, in der anderen geht es in die Notbetreuung. Dadurch soll der Unterrichtsstoff kontinuierlich und nicht doppelt vermittelt werden.

Für die Woche, in der die Schüler im Homeschooling sind, bekommen sie Unterrichtsmaterialien in Form von Wochenplänen. Es könne aber, so die Schulleitung, anders als bei der kompletten Schulschließung, nicht mit einer vollumfänglichen Betreuung etwa durch Videokonferenzen gerechnet werden werden, da die Lehrer ja voll um Unterricht eingebunden sind. Pro Tag gibt es an der 103. Grundschule vier Unterrichtsstunden in jeder Klasse, der Fokus liegt dabei auf den Fächern Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und Englisch.

An der 122. Grundschule in Prohlis hat man sich für den täglichen Wechsel entschieden. Für den Tag, an dem die Kinder nicht im Präsenzunterricht sind, bekommen die Kinder Aufgaben, die zu Hause zu lösen sind.

Ein drittes Modell wird an der 95. Grundschule in Laubegast praktiziert. Dort wird im 2-3-Tage-Prinzip gewechselt. Das heißt, ein Kind geht in einer Woche zwei Tage, in der anderen drei Tage zur Schule. Für die Lehrer ist das ein aufwändiges Modell, müssen sie doch den Überblick behalten, welches Kind wann welche Aufgaben erledigt. Zumal Kinder in der Notbetreuung ebenfalls am Unterricht teilnehmen. In der Schule wird neuer Unterrichtsstoff vermittelt, daheim sollen die Kinder das Gelernte wiederholen.

Gibt es eine Notbetreuung, und ist der Hort geöffnet?

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Ja, es gibt eine Notbetreuung für Eltern mit systemrelevanten Berufen. Auch der Hort bleibt zunächst offen, überraschenderweise auch für jene Kinder, die gar nicht im Unterricht eingeteilt sind. "Die Hortbetreuung findet - trotz Wechselunterricht der Grundschulen ab 26. April - bis zu einer Inzidenz von 165 als eingeschränkter Regelbetrieb statt", so Bildungsbürgermeister Jan Donhauser (CDU) auf SZ-Anfrage. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) konkretisiert die Regelung in einem Schreiben an die Schulleiter: "Das Angebot besteht für alle Kinder mit einem Hortvertrag, unabhängig von der Phase des Wechselmodells beziehungsweise vom Anspruch auf Notbetreuung."

Darüber informieren die Schulen nun die Eltern. Für Kinder an der 122. Grundschule etwa, die nicht im Präsenzunterricht sind, wird es eine Notbetreuung geben, wenn die Eltern einen Anspruch darauf nachweisen können, teilt die Schulleitung mit. Dazu müssen sie erneut einen Nachweis des Arbeitgebers vorlegen.

Alle Kinder, die einen gültigen Hortvertrag haben, besäßen einen Anspruch auf Hortbetreuung nach dem Unterricht, egal, ob sie im Präsenzunterricht seien oder nicht, so die 122. Grundschule. Das bedeutet, dass ein Kind, das vormittags gar nicht im Unterricht war, ab 12 Uhr in die Hortbetreuung gehen könnte.

Gibt es weiter Corona-Tests?

Ja, die gibt es weiter für die Kinder , die während ihrer jeweiligen Präsenzwoche in der Schule sind. In der 88. Grundschule wird immer Montag und Donnerstag getestet, so auch an der 103. Grundschule. Die Testung erfolgt in den Klassenräumen unter Aufsicht einer Lehrkraft.

Was sagt der Kreiselternrat zur neuen Regelung?

Martin Raschke vom Dresdner Kreiselternrat kann vor allem die Regelung für die Hortbetreuung nicht nachvollziehen. "Wenn die Schüler im Wechselunterricht getrennt voneinander lernen und dann doch alle im Hort wieder zusammenkommen, macht das aus meiner Sicht keinen Sinn - und ist zumindest mit Blick auf den Infektionsschutz überraschend."

Unter den sächsischen Kreiselternräten nimmt Raschke inzwischen zwei Lager wahr: jene Eltern, die gegen offene Schulen sind, weil sie dort ein großes Ansteckungsrisiko vermuten, und jene Eltern, die dieses Risiko nicht sehen und fordern, dass die Kinder weiterhin im Präsenzunterricht bleiben. "Auch ich denke, dass es sehr wichtig ist, die Kinder so lange wie möglich in den Schulen zu halten." Auch, weil es immer schwerer wird, die Defizite bei den Schülern aufzufangen.

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