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Impfungen für Wohnungslose und Geflüchtete

Nachdem sich in Dresden die Impfkampagne für Obdachlose und Flüchtlinge verzögert hatte, geht es jetzt los. Alle zu erreichen, wird aber schwer.

Nun gibt es auch Impfangebote für obdachlose Menschen in Dresden.
Nun gibt es auch Impfangebote für obdachlose Menschen in Dresden. © Symbolbild: dpa

Dresden. Eigentlich gehören sie schon zur Priorisierungsgruppe 2 und doch mussten sie lange auf die Impfung warten: Flüchtlinge und Wohnungslose in Dresden. Nun soll es aber losgehen. Warum dauerte es so lange?

Wie viele Geflüchtete aus Dresdner Flüchtlingsunterkünften sind bereits geimpft?

Die Impfkampagne in den städtischen Wohnheimen für Flüchtlinge hat begonnen. "Es wurden 83 Personen geimpft", so das Sozialamt auf SZ-Anfrage. "Es wurde das Angebot unterbreitet, dass mobile Impfteams des Impfzentrums in die Einrichtungen fahren, um vor Ort zu impfen. Die Planung und Koordination wird durch das DRK realisiert", so Gesundheitsamtschef Frank Bauer schon vor wenigen Wochen.

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"Wir sind gerade in der Abstimmung mit der kommunalen Ebene. Es wird geprüft, inwiefern Obdachlosenunterkünfte sowie Einrichtungen für Geflüchtete mit Johnson & Johnson geimpft werden können", so das Sächsische Sozialministerium. Der Impfstoff biete sich für Einrichtungen mit hoher Fluktuation an, da nur eine einmalige Impfung notwendig ist.

Den Einrichtungen wurden durch das Impfzentrum, das das Deutsche Rote Kreuz betreibt, die Unterlagen in verschiedenen Sprachen zugesandt mit der Bitte, diese ausgefüllt zum Impftermin vorzulegen. Sollte zum Impftermin auch ein Dolmetscher notwendig werden, ist das möglich, so die Stadt. Auch Menschen ohne Impfpass und Krankenkassenkarte können die Impfung bekommen.

Wie sieht es in den Erstaufnahmeeinrichtungen aus?

Auch in den Dresdner Erstaufnahmeeinrichtungen auf der Stauffenbergallee, der Hamburger und der Bremer Straße beginnen die Impfungen. "Es wird am 29. Juni sowie am 1. und 6. Juli geimpft", so Ingolf Ulrich, Sprecher des Landesdirektion Sachsen. Wie diese angenommen werden, könne er nicht sagen. "Uns liegen keine belastbaren statistischen Erhebungen dazu vor, wie hoch die Nachfrage und die Impfbereitschaft der Bewohner ist und welche Gründe es für eine Ablehnung der Impfung gibt", sagt er.

Den Bewohnern der Erstaufnahmeeinrichtungen würden unter Einsatz von Dolmetschern Aufklärungs- und Beratungsgespräche angeboten. "Hierdurch soll gezielt die Impfbereitschaft angesprochen und aktiviert werden", betont die Landesdirektion. Außerdem gebe es Aufklärungsvideos in vielen Sprachen, auf die die Betreiber ebenfalls hinweisen. "Auch wird angestrebt, zukünftig bereits bei der Erstuntersuchung bei Ankunft in der Erstaufnahmeeinrichtung aufzuklären und, wenn möglich, bereits zu impfen", so Ulrich weiter.

Wie viele Wohnungslose wurden geimpft

Es wurden in den vergangenen Wochen laut Gesundheitsamt 158 Menschen, die in Dresdner Übergangswohnheimen für Wohnungslose leben, geimpft. Doch längst nicht alle Menschen, die auf der Straße leben und keine eigene Wohnung haben, schlafen in diesen Heimen. Für jene soll es ein Impfangebot in der Tageseinrichtung der Diakonie geben. Hier wird ein mobiles Impfteam vom Roten Kreuz vor Ort sein. "Geplant ist die Impfung von 100 Personen", sagt das Gesundheitsamt. Das dürfte aber den eigentlichen Bedarf kaum decken.

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Am 10. Juli können sich wohnungslose Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, von 9.45 bis 14.15 Uhr in der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Dresden gegen das Coronavirus impfen lassen. Anmeldungen seien laut Träger nicht nötig, aber wünschenswert unter [email protected].

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