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Keine Menschenkette am 13. Februar in Dresden

Das Symbol zum Schutz der Stadt ist offiziell abgesagt. Rechtsextreme planen erneut Aktionen. Was Dresden zum Jahrestag der Bombardierung erwartet.

Corona verhindert auch die Menschenkette am 13. Februar in Dresden.
Corona verhindert auch die Menschenkette am 13. Februar in Dresden. © Archiv: dpa

Dresden. Die Corona-Pandemie und der anhaltende Lockdown haben auch Auswirkungen auf das Gedenken in Dresden. Die Menschenkette, mit der die Dresdner symbolisch die Innenstadt gegen rechtsextreme Vereinnahmung zum 13. Februar schützen, findet seit ihrer Einführung zum ersten Mal nicht statt. Das bestätigen Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) und der Moderator der AG 13. Februar Joachim Klose auf SZ-Anfrage.

"Die Menschenkette wird in der bisherigen Form nicht stattfinden", sagt Bürgermeisterin Klepsch. "Ein Großveranstaltung ist in der aktuellen Situation nicht vermittelbar", erklärt Klose. Deshalb haben sich die AG und die Stadt verständigt, dass es keine Kette geben werde.

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Aber Klose stellt klar: "Die Struktur des Gedenkens in der dezentralen Form bleibt erhalten." Es werde Veranstaltungen geben, aber eben coronakonform. So können Kränze und Blumengebinde auf den Friedhöfen und an anderen Gedenkorten abgelegt werden. "Nur nicht durch große Gruppen, sondern vielleicht von drei bis vier Personen, mit Abstand", so Klose.

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Die konkrete Planung laufe noch, die Details sollen Ende Januar feststehen. "Die Kette könnte durch Lichter wie Kerzen ersetzt werden", erklärt Klose die Überlegungen. Man wolle auf jeden Fall auch auf dem Alt- und dem Neumarkt präsent sein.

Die umstrittene AfD hat erneut am Abend eine Veranstaltung auf dem Altmarkt angemeldet. Das bleibt nicht unwidersprochen. "Dort wird vom Oberbürgermeister und der Rektorin der Technischen Universität Dresden den Opfern des Krieges gedacht", erklärt Klepsch. "Wir bereiten auf jeden Fall ein Gedenken in kleinerer Form vor."

"Den Nazis nicht die Deutungshoheit über den 13. Februar überlassen"

Die Neonazis um Anmelder Maik Müller kündigen ebenfalls an, trotz Corona Gedenkveranstaltungen durchzuführen. Bei der Stadt liegen auch bereits Anmeldungen dazu vor.

Gruppen wie "Dresden Nazifrei", "URA" ("Undogmatische radikale Antifa"), die Grüne Jugend Dresden und die Jusos Dresden rufen zum Gegenprotest auf. "Wir rufen alle Menschen der Region Dresden dazu auf, gemeinsam mit uns den Nazis - unter Wahrung aller Coronaschutzmaßnahmen - die Plätze und Straßen zu nehmen, ihnen keinen Raum zu geben und auch online ihren Protest kundzutun", heißt es in einer Mitteilung dazu. "Das gemeinsame Ziel ist es, den Nazis nicht die Deutungshoheit über den 13. Februar zu überlassen, ihren Aktionsradius so weit wie möglich einzuschränken und sie nicht marschieren zu lassen."

Aber auch die AG 13. Februar will einen möglichen Naziaufmarsch nicht hinnehmen. "Wir behalten uns alle Aktionsformen vor, um rechtsextremistischen Aufmärschen zu begegnen", so Joachim Klose. Das gehe von einer eigenen Demonstration bis zur Besetzung von Plätzen.

Dafür werden aber mehrere Akteure benötigt, betont Klose. Ob sich die Stadt daran beteiligt, müsse im Einzelfall entschieden werden, betont Bürgermeisterin Klepsch. "Es kann immer nur ein Bündnis aus der Zivilgesellschaft sein."

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