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So soll der 13. Februar in Dresden ablaufen

Wegen der Corona-Pandemie wird es keine Menschenkette geben. Was die Stadt plant und mit welchen Protesten gerechnet wird.

Corona verhindert auch die Menschenkette am 13. Februar in Dresden.
Corona verhindert auch die Menschenkette am 13. Februar in Dresden. © Archiv: dpa

Dresden. Wegen der Corona-Pandemie wird es dieses Jahr kein öffentliches Massengedenken an die Bombardierung Dresdens am 13. Februar geben. Das hatte die Stadt Dresden bereits Mitte Januar bestätigt. Nun wurde bekanntgegeben, welche Alternativen sich Stadtverwaltung, Initiativen und verschiedene Organisationen in den letzten Wochen gemeinsam ausgedacht haben.

Hilbert warnt Neonazis vor Instrumentalisierungsversuchen

Es sei für alle Mitwirkenden der Arbeitsgruppe 13. Februar eine große Herausforderung gewesen, um den Gesundheitsschutz zu ringen, gleichzeitig aber auch ein starkes zivilgesellschaftliches Zeichen zu setzen, so Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).

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Doch man könne wegen Corona zum 76. Jahrestag der Bombardierungen "nicht mit einem Aufruf für die Menschenkette rausgehen", so Hilbert weiter. Auch die Tatsache, dass "rechtsradikale Kräfte diese Situation ausnutzen, um die Zerstörung Dresdens für ihre Zwecke zu instrumentalisieren", ändert daran für Hilbert nichts.

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Stattdessen warnte er ausdrücklich davor, den 13. Februar zu instrumentalisieren. "Wir sind eine wehrhafte Demokratie, die auf derartige Aktivitäten reagieren wird." Hintergrund sind Anmeldungen zu Demonstrationen von Neonazis, die der Stadt vorliegen, auch die AfD will am 13. Februar eine Veranstaltung auf dem Altmarkt durchführen.

Kulturbürgermeisterin ruft zum "Spazierengehen" auf

Das stößt allen Beteiligten sauer auf. Denn gemeinsam mit der Rektorin der TU Dresden, Ursula Staudinger, wollen Dirk Hilbert und Ministerpräsident Kretschmer (CDU) um 17.30 Uhr an der Erinnerungsstätte weiße Rosen niederlegen. Anschließend wird es vor der Kreuzkirche verschiedene Redebeiträge geben. Das Ganze soll im Fernsehen und Radio übertragen werden.

"Um 18 Uhr läuten dann für zehn Minuten überall in der Stadt die Kirchenglocken", erklärt Joachim Klose von der AG 13. Februar. Bürger könnten auch zur Frauenkirche kommen und hier eine Kerze aufstellen.

Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) ruft die Dresdner explizit zum coronakonformen "Spazierengehen und Erinnern" auf. Weil die traditionelle Menschenkette wegfällt, soll sie durch eine virtuelle Projektion von Bildern an den Fassaden von Rathaus, Kreuzkirche, Frauenkirche, Schauspielhaus und Synagoge ersetzt werden.

Stadt will keinen "Ideologie-Check" machen

Dazu können die Dresdner bis zum 10. Februar ein Foto von sich im Hochformat mit den Armen links und rechts vom Körper – als würde man in der Menschenkette stehen – auf www.dresden.de/menschenkette hochladen.

In den vergangenen Jahren hatte es immer auch dezentrale Gedenken ab dem Vormittag auf den Dresdner Friedhöfen gegeben - die aber immer wieder von Störern und politisch Extremen missbraucht worden sind.

"Auch dieses Jahr wird es wieder möglich sein, dezentral auf Friedhöfen gedenken", sagt Klepsch. Um die Sicherheit zu gewährleisten, werden bereits im Vorfeld Securitys eingesetzt und die Ruhestätten nachts ausgeleuchtet.

Ein breites Kunst- und Kulturprogramm soll dem 13. Februar trotz Pandemie eine zivilgesellschaftliche Wirkung geben, so die Vorstellung der Arbeitsgruppe.

Das traditionelle Konzert der Dresdner Philharmonie wird - wie die Gedenkreden - in Radio und TV übertragen, überall im Stadtzentrum macht eine Plakataktion von Künstlern auf den Tag und seinen Hintergrund aufmerksam. Außerdem bietet die Frauenkirche ein ganztägiges Online-Friedensgebet an.

Alle Details zu Veranstaltungen finden sich auf der Unterseite der Website der Stadt Dresden.

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