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Schnell zum digitalen Treff

Corona hat Begegnungen am Bildschirm zu einer Selbstverständlichkeit gemacht. Nicht nur für junge Menschen, für die Handys und Computer Alltag sind.

Digitale Begegnungen sind derzeit eine Alternative zu analogen Aufeinandertreffen.
Digitale Begegnungen sind derzeit eine Alternative zu analogen Aufeinandertreffen. © Lisa Ducret/dpa

Dresden. Der Abstand zu den Lieben ist größer im Lockdown. Vor allem der zu Menschen, die altersbedingt zur sogenannten Risikogruppe gehören. Sie könnte das Virus besonders hart treffen, warnen die Fachleute, sie müssen deshalb besonders gut vor einer Infektion geschützt werden. Den Abstand zu verringern helfen heute Handys und Computer. Da kann man sich hören und bestenfalls auch sehen, ganz ohne Infektionsgefahr.

Der Umgang mit solchen elektronischen Geräten ist nicht immer einfach, besonders die Einrichtung von Programmen und Übertragungswegen, wie auch immer sie heißen. Das will gelernt sein. Sonst bleibt der Bildschirm dunkel bei Skype & Co. Es zeugt deshalb mindestens von wilder Entschlossenheit, wenn Menschen, die damit bisher wenig zu tun hatten, für die Kontaktpflege zu Fachleuten für Übertragungsraten, Bildschirmdiagonalen, Akkuleistungen und Speicherkapazitäten werden. Das kann dem Fachmann durchaus die Sprache verschlagen. So geschehen Anfang der Woche in einem Computergeschäft am Waldschlösschen. 

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Eine tolle Geschenkidee für die Kleinen: Hinter dem originellen Motiv verstecken sich Überraschungen aus feinster Lindt-Schokolade.

Dort ließ sich eine Kundin ausführlich zu Laptops beraten. Die etwa 65-jährige Dame hatte ihren Rucksack geschultert, die Technikbeschreibungen gegriffen, die sie zuvor gesammelt hatte, und sich auf den Weg ins Wunderland der digitalen Welt gemacht. Dort angekommen, beschäftigte sie einen der Experten mit ihren Fragen. Nein, der Rechner soll nicht hin- und hergetragen werden, erklärte sie dem jungen Mann, weshalb es durchaus ein Laptop mit großer Bildschirmdiagonale werden darf. "Der steht auf dem Schreibtisch und da bleibt er auch stehen."

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Herstellernamen flogen hin und her, Preise spielten eine Rolle, dann holte der Verkäufer zur entscheidenden Frage aus: "Wie schnell soll es denn sein?", wollte er von der Kundin wissen. Die Dame stieg sofort auf das Thema ein. Sie sprach in einem Fluss von Bits und Bytes und ihrem Internetzugang und der Mitarbeiter des Geschäfts musste einen Moment warten, bis er wieder zum Zug kam. Er war platt und konnte seine Frage nur noch einmal präzisieren. "Nein, wie schnell soll der Rechner geliefert werden?", wollte er wissen.

Dass die Seniorin nicht lange warten will bis zum Einstieg in den digitalen Datentausch war da schon klar. Wie sie die Lieferanfrage beantwortet hat, war nicht mehr zu hören. Ein anderer Fachmann hatte inzwischen die wartenden Kunden angesprochen. Was bleibt ist die Freude über ihren Schwung beim Einstieg ins elektronische Lockdown-Aus. Verbunden mit der Hoffnung darauf, dass digitaler Datentransfer bald wieder nicht mehr als eine willkommene Ergänzung zu analogen Aufeinandertreffen ist.

An dieser Stelle schreiben Redakteure der Dresdner Stadtredaktion aus ganz persönlicher Sicht über Gedanken, Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Alltag im Lockdown.

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