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Dresden löst die Corona-Notbremse

Am Mittwoch wird in der Landeshauptstadt gelockert. Was dann erlaubt ist und was noch verboten bleibt - das sind die wichtigsten Änderungen.

Ab Mittwoch darf in Dresden auch die Außengastronomie wieder öffnen.
Ab Mittwoch darf in Dresden auch die Außengastronomie wieder öffnen. © Robert Michael/dpa

Dresden. Nach Leipzig wird nun auch Dresden die Corona-Notbremse lösen. Die Wocheninzidenz hat es fünf Werktage hintereinander unter die kritische Marke von 100 geschafft, teilte das Robert-Koch-Institut am Montagmorgen mit. Außerdem hat sich die Lage in den sächsischen Krankenhäusern entspannt. Damit tritt das Infektionsschutzgesetz in der Landeshauptstadt an diesem Mittwoch außer Kraft. Wer denkt, nun wäre alles wieder beim Alten, der irrt sich jedoch. Denn abgelöst wird die Notbremse durch die sächsische Corona-Schutzverordnung. Was also gilt ab Mittwoch? Das sind die wichtigsten Regeln im Überblick.

Die Kontaktbeschränkungen

In den vergangenen Wochen durften sich nur die Mitglieder eines Haushaltes zusammen mit einer weiteren Person treffen. Das ändert sich. Ab Mittwoch dürfen sich insgesamt bis zu fünf Menschen in geschlossenen Räumen treffen, die zu zwei Haushalten gehören. Draußen sind bis zu zehn erlaubt. Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt.

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Die Ausgangsbeschränkung zwischen 22 und 5 Uhr fällt weg.

Die Kontaktbeschränkungen werden erst weiter gelockert, sollte die Wocheninzidenz unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner fallen, legt die Corona-Schutzverordnung fest. Davon ist Dresden noch ein ganzes Stück entfernt. Am Montag lag der Wert bei 82,6 - Tendenz leicht steigend.

Die Gastronomie

Die Gaststätten dürfen ab Mittwoch wieder öffnen, allerdings nur ihre Außenbereiche. Auch Biergärten dürfen Besucher empfangen. Dabei gibt es aber mehrere Voraussetzungen. So ist es nötig, vorab einen Termin zu buchen, sollten Angehörige zusammen am Tisch sitzen, die nicht zum selben Haushalt gehören. Von ihnen muss das Restaurant auch die Kontakte erheben. Außerdem müssen Gäste, die mit Menschen aus einem anderen Haushalt an einem Tisch sitzen, ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen, das vom selben Tag ist. Eine selbst ausgefüllte Bescheinigung über einen negativen Selbsttest zu Hause genügt nicht. Akzeptiert werden nur die Nachweise eines Testzentrums. Ist das Restaurant einverstanden, darf ein Selbsttest aber vor Ort und unter Aufsicht des Personals durchgeführt werden.

Für vollständig Geimpfte und kürzlich Genesene gilt die Testpflicht nicht. Als vollständig geimpft gilt man ab zwei Wochen nach der letzten Impfung. Genesen ist man, wenn man eine Corona-Infektion durchgemacht hat, diese aber nicht länger als sechs Monate her ist. Wer Genesen ist und eine erste Impfdosis erhalten darf, muss sich zwei Wochen nach dieser Impfung ebenfalls nicht mehr testen lassen. Das alles muss schriftlich bescheinigt werden können, etwa durch einen Impfpass, ein PCT-Testergebnis oder ein ärztliches Attest.

Die Geschäfte

In Läden, die laut Corona-Schutzverordnung nicht Waren des täglichen Bedarf anbieten, ist der reguläre Kundenverkehr weiterhin untersagt. Das betrifft zum Beispiel Klamottenläden, aber auch Schuhgeschäfte, Möbel- und Elektronikmärkte. Dort ist aber Click & Meet erlaubt - also das Shopping mit Termin und negativem Testergebnis. Von dieser Regelung sind nicht Supermärkte, Drogerien, Apotheken, Baumärkte und Buchhändler betroffen, die zur Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs gezählt werden. Auch Fahrzeug- und Fahrradersatzteil-Verkaufsstellen sind ausgenommen. Erst wenn die Wocheninzidenz unter 50 fällt, dürfen alle Geschäfte wieder regulär öffnen.

Bei den Friseuren ändert sich derzeit nichts. Dort ist es nach wie vor nötig, einen Termin zu buchen und ein negatives Testergebnis vorzuweisen (vollständig Geimpfte und Genesene ausgenommen).

Die Schulen und Kitas

Bei den Dresdner Schulen und Kitas wird sich kaum etwas ändern. Dort bleiben die bisherigen Regeln im Großen und Ganzen bestehen. An den Grundschulen wird bereits ab Dienstag nicht mehr im Wechselmodell unterrichtet. Das heißt, alle Schüler einer Klasse dürfen dann wieder zusammen im Klassenzimmer sitzen. Das Kultusministerium spricht von einem eingeschränkten Regelbetrieb. Das heißt, die Schüler werden im festen Klassenverband unterrichtet. Verschiedene Gruppenzusammensetzungen in den einzelnen Stunden sind nicht erlaubt. In den Kitas wird das schon so gehandhabt. Eine weitere Änderung betrifft den Schwimmunterricht, der für Grundschüler wieder möglich ist. Für alle anderen bleiben die Schwimmbäder und Saunen geschlossen.

Die Testpflicht an den Schulen bleibt bestehen. Ausnahmen gibt es lediglich für vollständig geimpfte Lehrer.

Der Sport

Wer sein Training im Fitnessstudio in den vergangenen Monaten vermisst hat, wird sich freuen. Ob Ausdauersport oder Krafttraining - ab Mittwoch dürfen die Studios wieder für den kontaktfreien Sport öffnen. Nötig ist ein negatives Testergebnis vom selben Tag. Hier gilt ebenfalls: Ein Selbsttest von zu Hause wird nicht mehr anerkannt. Ausnahmen gelten nur für vollständig Geimpfte sowie kürzlich Genesene. Darüber hinaus müssen bei jedem Besuch die Kontaktdaten erhoben werden. Wer den Sport aus medizinischen Gründen braucht, benötigt kein Testergebnis.

Auch Kinder-Gruppentraining ist nun wieder gestattet. Bis zu 20 Kinder und Jugendliche bis zu 18 Jahren dürfen im Außenbereich, auf Außensportanlagen und kontaktfrei auch im Inneren wieder sporteln. Voraussetzung ist ein tagesaktueller Test.

Die Busse und Bahnen

Fast unbemerkt hatte das Notbremse-Gesetz die Regeln in Bussen und Bahnen verschärft. OP-Masken durften plötzlich nicht mehr verwendet werden. Nur noch FFP2-Masken beziehungsweise baugleiche Modelle waren erlaubt. Diese Regel wird ab Mittwoch gelockert. Dann sind im ÖPNV wieder OP-Masken gestattet. Gewöhnliche Stoffmasken bleiben dagegen tabu.

Kultur und Feste

Feste in Dimensionen wie die Bunte Republik Neustadt bleiben auch bei einer Inzidenz unter 100 verboten. Auch Diskotheken dürfen erst einmal nicht wieder öffnen.

Museen, Bibliotheken, Galerien, Ausstellungen, Kinos, Theater, Opern, Konzerthäuser und Konzertveranstaltungsorte sowie Kulturveranstaltungen im Freien dürfen öffnen beziehungsweise stattfinden, sofern die Besucher vorab einen Termin vereinbaren, ihre Kontaktdaten hinterlassen und ein negatives Testergebnis vorweisen (vollständig Geimpfte und kürzlich Genesene ausgenommen). Dasselbe gilt für Zoos und botanische Gärten. Autokinos und die Medienausleihe in Bibliotheken dürfen auch ohne diese Bedingungen besucht werden.

Der Tourismus

Nein, Reisen nach Dresden waren in den vergangenen Wochen zwar nicht verboten. Doch Touristen durften in der Stadt nicht übernachten - weder in Ferienwohnungen noch Hotels. Lediglich Geschäftsreisende durften einchecken. Ab Mittwoch ändert sich auch das. Dann dürfen zumindest wieder Ferienwohnungen sowie Campingplätze Übernachtungsgäste empfangen. Voraussetzung ist, dass die Kontakte der Touristen erfasst werden, was in der Beherbergungsbranche aber ohnehin üblich ist.

Hotels und Pensionen müssen sich dagegen noch gedulden. Sie unterliegen weiterhin dem Beherbergungsverbot und dürfen erst öffnen, wenn die Wocheninzidenz unter 50 fällt. Ab wann wieder Tagungen, Messen und Kongresse möglich sind, ist unklar. Sie bleiben erst einmal untersagt.

Hochzeiten und Beerdigungen

An Hochzeiten und Beerdigungen dürfen höchstens 20 Personen teilnehmen. Bei mehr als zehn Teilnehmern ist auch ein negatives Testergebnis nötig. Außerdem ist zwischen allen Personen ein Mindestabstand von 1,50 Meter vorgeschrieben.

Der Ausblick

Wie geht es nun weiter? Hat Dresden die Notbremse endgültig hinter sich gelassen? Nein, sollte die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen wieder über 100 liegen, müssen die Corona-Regeln abermals verschärft werden. Das würde dann übernächsten Tag passieren. Tatsächlich ist die Inzidenz in den vergangenen Tagen wieder leicht gestiegen. Unklar ist, wie sich der Himmelfahrtstag auswirken wird. An Feiertagen werden für gewöhnlich keine Ärzte aufgesucht. Das heißt, es werden auch keine Tests durchgeführt. Möglicherweise holen das nun die Menschen nach, die sich nicht gutfühlen und den Verdacht haben, sich infiziert zu haben. Ob die Zahl der Neuinfektionen also wirklich wieder ansteigt - wenn auch nur kurzzeitig -, zeigen die kommenden Tage.

Sollte die dritte Corona-Welle weiter abebben, so ist es aber auch möglich, dass sich Dresden der nächsten Lockerungsstufe von 50 nähert. Diese muss ebenfalls an fünf Werktagen infolge unterschritten werden.

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