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Dresden: Millionen-Mehrkosten wegen Corona

Wie die Stadt und ihre Tochter-Unternehmen durch die Corona-Krise gebeutelt sind. Deshalb werden jetzt knapp 12,7 Millionen Euro extra benötigt.

Mehr als 12 Millionen Euro muss Dresden zusätzlich aufbringen, am meisten wird fürs Klinikum benötigt.
Mehr als 12 Millionen Euro muss Dresden zusätzlich aufbringen, am meisten wird fürs Klinikum benötigt. © Sven Ellger

Dresden. In der Corona-Krise ist noch kein Ende abzusehen. Dresden muss erhebliche Steuereinbrüche ausgleichen, Millionen wurden bereits für Hilfen wie für Kleinstunternehmer gezahlt.

Jetzt kommt der nächste finanzielle Schlag. Knapp 12,7 Millionen Euro werden sofort benötigt, um Verluste und Extra-Kosten einiger Gesellschaften der Stadt und die höheren Ausgaben der Verwaltung auszugleichen. Wofür die Millionen genau gebraucht werden.

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Klinikum rechnet mit 14 Millionen Euro Verlust

Das finanziell bereits angeschlagene Klinikum Dresden mit den Krankhäusern Friedrichstadt und Neustadt hat wegen der Corona-Pandemie weitere erhebliche Einbußen. Mehr als 24,6 Millionen Euro fehlen in diesem Jahr in stationären Bereich.

Das liegt vor allem daran, dass der Bund in den Corona-Maßnahmen vorgegeben hat, Betten freizuhalten und keine Patienten auszunehmen, wenn es nicht unbedingt sein muss. Die Ausgleichszahlungen des Bundes kompensieren das aber nicht komplett, sondern es bleibt ein Defizit von 5,7 Millionen Euro.

Durch weitere Ausfälle in anderen Bereichen ergibt sich ein Verlust von 7,6 Millionen Euro - ausschließlich wegen Corona. Da das geplante Minus bereits ebenfalls bei mehreren Millionen Euro lag, ergibt sich ein Minus von mehr als 14 Millionen Euro. Die Differenz zum geplanten Minus muss nun zusätzlich aufgebracht werden. Es geht um knapp 6,7 Millionen Euro.

Messe Dresden wäre im Frühjahr pleite

Die Messe Dresden braucht eine Extra-Summe von gut 1,3 Millionen Euro. Auch sie musste beim ersten Lockdown komplett schließen. Auf 3,17 Millionen Mindererträge werden die Verluste beziffert.

"Ohne finanzielle Unterstützung ist die Messe Dresden laut aktuellen Prognosen im Frühjahr 2021 zahlungsunfähig", schreibt Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) in seiner Vorlage dazu.

Zwar können durch die immer noch laufende Kurzarbeit rund 1,67 Millionen Euro bis zum Jahresende gespart werden, aber unter dem Strich bleibt ein Defizit von gut 1,3 Millionen Euro. Sollte der Geschäftsbetrieb wegen der Corona-Regeln auch 2021 eingeschränkt sein, drohe im kommenden Jahr erneut eine Zahlungsunfähigkeit, warnt Lames vor.

Mehr als 4,2 Millionen Euro Minus beim Zoo

Auch der Zoo Dresden kann generell nicht ohne Zuschüsse finanziert werden und hat nun zusätzliche Verluste wegen der Schließung von Mitte März bis Anfang Mai. Abgesagte Veranstaltungen und die Begrenzung der Besucherzahlen machen ihm weiterhin zu schaffen.

Statt 3,2 Millionen Euro Defizit wie geplant, werden es durch Corona gut eine Million Euro zusätzlich, die die Stadt ausgleichen muss. Nach Abzug aller bisher erfolgten Zahlungen, geht es nun noch um 738.000 Euro, um die Zahlungsfähigkeit abzusichern.

Flughafen Dresden nimmt 29 Millionen Euro weniger ein

Die wohl heftigsten Verluste macht der Flughafen Dresden wegen der Corona-Pandemie. Die zeitweise komplette Schließung beziffert die Gesellschaft mit gut 29 Millionen Euro weniger Einnahmen.

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Durch geringeren Energieverbrauch, weniger Wachpersonal, geringere Reinigungskosten und die Kurzarbeit der eigenen Beschäftigten konnten knapp neun Millionen Euro gespart werden. Dennoch muss die Stadt für das Minus nun 367.000 Euro zahlen, entsprechend ihres Anteils an der Gesellschaft von 1,87 Prozent.

Mehr Geld auch fürs Heinrich-Schütz-Konservatorium

Die städtische Musikschule Heinrich-Schütz-Konservatorium war von Mitte März bis Mitte Mai ebenfalls dicht. Danach konnte sie zwar schrittweise wieder geöffnet werden, allerdings entstanden neben den Einnahmeausfällen Zusatzkosten wie beispielsweise für den Einbau von Suk- und Niesschutzwänden.

Nun stehen geringe Einnahmen von 417.000 Euro rund 242.000 Euro weniger Ausgaben gegenüber. Es konnte beispielsweise bei den Kosten für Veranstaltungen und personal gespart werden. Somit bleiben 175.000 Euro, die die Stadt nun zusätzlich zahlen muss.

Stadt gibt 3,37 Millionen Euro mehr aus

Auch die Stadtverwaltung selbst hat erhebliche Mehrkosten wegen Corona. So wurden beispielsweise 550.000 Euro zusätzlich benötigt, um die Wochenmärkte coronatauglich zu machen. 780.000 Euro fallen für Stornierungskosten für Klassenfahrten der Schulen an. Zusätzliche Sicherheitsleute zentralen Bürgeramt an der Theaterstraße schlugen mit rund 190.000 Euro zu Buche.

Coronatests im Kulturbereich, Trennscheiben im Sozialamt, auch Mehrkosten bei der Müll-Aufbereitung und einiges mehr führen dazu, dass nun gut 3,37 Millionen Euro zusätzlich benötigt werden.

Schutzschirm soll Stadt helfen

Die kompletten Zusatzkosten will Lames aus dem sogenannten Schutzschirm des Landes zum Ausgleich coronabedingter Steuereinbrüche bezahlen. Er betont, dass es jetzt notwendig sei, diese Summen zu beschließen, da die Gesellschaften der Stadt zahlungsfähig bleiben müssen.

Stellt sich bei der Jahresabrechnung heraus, der Schaden ist doch geringer, werde die Stadt die Differenz zurückfordern. Der Stadtrat entscheidet am Donnerstag darüber.

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