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Corona: Hier gibt es Schnelltests in Dresden

In Dresden hat seit heute ein neues Zentrum für Schnelltests geöffnet. Wo man sich testen lassen kann, wie man einen Termin bekommt und was es kostet.

So sieht ein negatives Testergebnis aus. Laborantin Catherine Henrien ist seit Montag im neuen Corona-Testzentrum in Dresden-Hellerau im Einsatz.
So sieht ein negatives Testergebnis aus. Laborantin Catherine Henrien ist seit Montag im neuen Corona-Testzentrum in Dresden-Hellerau im Einsatz. © René Meinig

Dresden. Ein Corona-Testzentrum muss nicht steril wirken. Am Waldrand, in der Hellerauer Waldschänke, haben die Johanniter zwei Testkabinen aufgebaut. Der Saal des denkmalgeschützten Hauses ist lichtdurchflutet, in der hintersten Ecke des Raumes steht ein Flügel, im Stockwerk darüber spielen Musikschüler Trompete. "Einmal den Kopf in den Nacken legen und Zunge herausstrecken", fordert Julia Hessing die Frau gegenüber auf. Jana Selig arbeitet bei den Deutschen Werkstätten. Den Rachenabstrich hat sie überstanden. Zehn Minuten wird es dauern, bis das Ergebnis feststeht.

Am Montag hat die Hellerauer Schnelltest-Station eröffnet. Es ist die erste im Norden der Stadt und die mittlerweile sechste in Dresden, in dem sich Selbstzahler außerhalb von Arztpraxen und Laboren auf das Coronavirus untersuchen lassen können. Das Wichtigste zu Dresdens Teststationen und den Tests im Überblick.

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Im Hellerauer Bürgerzentrum Waldschänke haben die Johanniter ein weiteres Corona-Testzentrum eingerichtet.
Im Hellerauer Bürgerzentrum Waldschänke haben die Johanniter ein weiteres Corona-Testzentrum eingerichtet. © René Meinig

Wo werden die Schnelltests in Dresden angeboten?

Die neueste Station in Hellerau wird von der Johanniter-Unfallhilfe betrieben. Bis zu 100 Leute können dort täglich getestet werden. Entstanden ist sie auf Anregung der Deutschen Werkstätten. Das Unternehmen suchte nach einer Möglichkeit, seine Mitarbeiter regelmäßig testen zu lassen werden. "Die Schnelltests sind eine präventive Maßnahme für alle unsere Mitarbeiter, auch sämtliche externe Besucher müssen sich vor Betreten der Unternehmensräume testen lassen", sagte Gesundheitsmanager Frank Mrosowski am Montag. Bisher habe es zehn Corona-Fälle im etwa 400 Mitarbeiter zählenden Unternehmen gegeben.

Das neue Testzentrum sei aber ausdrücklich auch für alle anderen Menschen gedacht, die nicht in den Deutschen Werkstätten arbeiten, betont Mrosowski. "Wir wollen auch dem Stadtteil etwas Gutes tun." Mitarbeiter bekommen die Tests bezahlt. Wer nicht zum Unternehmen gehört, zahlt 45 Euro. Es handelt sich um einen Antigen-Test, der innerhalb von etwa 15 Minuten eine akute Infektion nachweisen soll. Ab der kommenden Woche wolle man auch PCR-Tests anbieten, so Roy-Udo Heim, der bei den Johannitern für die Testzentren verantwortlich ist. Damit keine Warteschlangen entstehen, werden die Bürger aber gebeten, einen Termin zu vereinbaren. Das ist telefonisch oder online möglich.

Ab dem 1. Februar wird auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf der Klingerstraße 20 in Übigau Antigen-Schnelltests anbieten. Wer vorab per Paypal bezahlt, zahlt 39,95 Euro. Auf Rechnung oder in bar kostet der Test 45 Euro.

Weitere Test-Stationen betreiben die Apotheke im Hauptbahnhof, die Apotheke im Ärztehaus Mickten, die Erste Hilfe Schule an der Leipziger Straße 54, die TKF-Ergotherapie-Praxis an der Schäferstraße 59 sowie die Johanniter-Unfallhilfe an ihrem Dresdner Sitz an der Stadtgrenze zu Heidenau. Überall werden Antigen-Schnelltests angeboten. Die Hauptbahnhof-Apotheke und die Johanniter nehmen darüber hinaus auch Rachenabstriche für PCR-Tests, die beispielsweise von Fluggesellschaften verlangt werden, bevor man in ein Flugzeug steigt.

Keine Schnelltests bietet das Medizinische Labor Ostsachsen an der Bremer Straße an. Dort sind allerdings neben PCR-Tests auch Corona-Antikörpertests möglich (was diese aussagen: siehe unten).

Wer kann sich dort unter welchen Bedingungen testen lassen?

In allen Fällen bitten die Betreiber, vorab einen Termin zu vereinbaren. In den meisten Fällen ist das über die jeweilige Internetseite möglich (siehe Karte).

Eine weitere Bedingung: Die Tests sind ausschließlich für Personen vorgesehen, die keine typischen Symptome einer Corona-Infektion zeigen. Wer Beschwerden hat, soll sich laut Kassenärztlicher Vereinigung Sachsen (KVS) zuallererst an seinen Hausarzt wenden. Am Wochenende ist das Corona-Testzentrum am Dresdner Universitätsklinikum der erste Ansprechpartner bei einem begründeten Infektionsverdacht und Symptomen. Außerdem betreibt die KVS ein Testzentrum am Flughafen, das aber nicht vorrangig für Selbstzahler gedacht ist.

Wie lange muss ich auf die Ergebnisse warten?

Die Antigentest-Ergebnisse liegen nach etwa einer Viertelstunde vor. Wer ein positives Antigen-Schnelltestergebnis vorliegen hat, muss sich sofort in Quarantäne begeben und enge Kontaktpersonen informieren, die sich daraufhin ebenfalls in Quarantäne begeben zu haben. Der Teststationsbetreiber ist darüber hinaus verpflichtet, das Ergebnis dem Gesundheitsamt zu übermitteln.

Das Gesundheitsamt rät, eine Gegenprobe mittels eines genaueren PCR-Tests durchführen zu lassen, zum Beispiel beim Hausarzt. Fällt dieser Test nämlich negativ aus, endet die Quarantäne. Dafür muss der Befund per E-Mail an das Gesundheitsamt geschickt werden. Fällt der zweite Test jedoch positiv aus, muss die infizierte Person zu Hause bleiben. Dasselbe gilt für diejenigen, die trotz eines positiven Schnelltests auf einen PCR-Test verzichten.

Bis das PCR-Testergebnis vorliegt, ist etwas mehr Geduld gefragt, da die Proben im Labor analysiert werden. Die City-Apotheke im Hauptbahnhof verspricht bei Abstrichen, die zum Beispiel wochentags bis 15 Uhr genommen werden, dass die Resultate bis zum späten Abend vorliegen werden. Die Johanniter sagen ein Ergebnis innerhalb von 48 Stunden zu. Fällt der Test positiv aus, wird dies durch das Labor an das Gesundheitsamt gemeldet. Betroffene müssen sofort die Quarantäne antreten, sobald sie von dem Ergebnis erfahren. Außerdem müssen sie enge Kontaktpersonen benachrichtigen.

Dem Dresdner Gesundheitsamt sind in der vergangenen Woche 23 positive Schnelltestergebnisse mitgeteilt worden, wie die Stadtverwaltung auf SZ-Anfrage mitteilt.

Was kosten die Schnelltests in Dresden?

Die Kosten Corona-Tests variieren, je nachdem, welches Testverfahren angewendet wird. Ein Antigen-Schnelltest kostet in Dresden zwischen 39 und 45 Euro pro Person. Für PCR-Tests müssen Selbstzahler mit 85 bis 150 Euro rechnen. Dieses Verfahren ist deutlich aufwendiger, da die Proben im Labor untersucht werden. Wichtig: Diese Preise gelten ausschließlich für Menschen, die keine Corona-Symptome haben. Wer typische Beschwerden hat, sollte sich bei seinem Hausarzt melden. Dieser entscheidet dann über die Notwendigkeit eines Tests. Diesen würde dann die Krankenkasse zahlen.

Wie zuverlässig sind die Testergebnisse?

Wer sich freiwillig testen lassen möchte, sollte immer genau schauen, ob es sich um einen Antigen-Schnelltest, einen Antikörpertest oder einen PCR-Test handelt. Denn nicht alle drei sind in der Lage, eine akute Corona-Infektion nachzuweisen.

Der PCR-Test gilt als das sicherste Verfahren. Dabei wird im tiefen Rachenraum und in der Nase ein Abstrich genommen. Im Labor wird diese Probe anschließend auf das Erbgut des neuartigen Coronavirus untersucht. Mittels Vervielfältigung gelingt ein Nachweis auch bei sehr wenig Virusmaterial. Vorteil: Korrekt durchgeführt, liegt das Testergebnis in den seltensten Fällen daneben. Auch deshalb fließt erst ein positiver PCR-Test in die offizielle Corona-Infektionsstatistik ein. Nachteil: Getestete warten deutlich länger auf ein Ergebnis. Mit bis zu 150 Euro sind PCR-Tests außerdem vergleichsweise teuer.

Antigen-Schnelltests können ebenfalls Virusmaterial im Rachen und in der Nase nachweisen. Sie zeigen also, ob eine akute Corona-Infektion vorliegt. Dazu ist Abstrich nötig. Im Gegensatz zum PCR-Test gelingt der Nachweis aber nicht über das Erbgut, sondern über Eiweißfragmente. Vorteile: Das Ergebnis liegt in 15 bis 30 Minuten vor, ist mit 35 bis 45 Euro relativ günstig und benötigt keine Laborausstattung. Nachteile: Je nach Hersteller schwankt die Zuverlässigkeit der Tests. Das heißt, ein positives Ergebnis ist in den meisten Fällen tatsächlich positiv. Ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion dagegen nicht aus. Denn vor allem am Anfang einer Infektion kann die Viruslast so gering sein, dass ein Nachweis nicht gelingt. Dasselbe gilt für Infizierte, deren Infektion schon wieder am Abklingen ist.

Antikörpertests weisen nicht das Virus selbst nach, sondern die Antikörper, die das Immunsystem zur Bekämpfung des Erregers gebildet hat. Vorteile: Der Nachweis gelingt aus dem Blut, unangenehme Abstriche sind also nicht nötig. Außerdem kosten sie ähnlich viel wie Antigentests. Nachteile: Die Abwehrreaktion, also die Antikörper-Bildung, dauert mehrere Tage. Eine frische Infektion kann damit also nicht nachgewiesen werden. Und nicht alle Infizierte bilden Antikörper aus.

Kann ich irgendwann auch zu Hause testen?

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant, Antigen-Schnelltests auch für Zuhause zuzulassen. Bisher ist dies nur medizinischem Fachpersonal erlaubt. Was es soweit sein soll, steht aber noch nicht fest.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

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