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Dresden

"Querdenken": Hitzemarathon in Dresden

Etwas mehr als 100 "Querdenker" haben am Sonnabend am Altmarkt in Dresden demonstriert. Ein kompromissloser Kraftakt.

Erste Demo der Kreuz- und Querdenker-351-Initiative in Dresden. Hier ziehen rund 120 Kritiker der Coronamaßnahmen über die St. Petersburger Straße.
Erste Demo der Kreuz- und Querdenker-351-Initiative in Dresden. Hier ziehen rund 120 Kritiker der Coronamaßnahmen über die St. Petersburger Straße. © SZ/Alexander Schneider

Dresden. Die gute Nachricht ist, dass kein Demoteilnehmer aufgrund der großen Hitze kollabiert ist. Bei mehr als 35 Grad im Schatten veranstaltete die Initiative "Querdenken 351" am Sonnabendnachmittag ihre erste behördlich erlaubte "Großkundgebung" seit Oktober vergangenen Jahres in der Dresdner Innenstadt, wenn auch wieder unter den Auflagen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und Abstand einzuhalten. Nur etwas mehr als 100 Teilnehmer waren gekommen, nach SZ-Zählungen rund 120 Menschen.

Mehrere Redner, darunter Marcus Fuchs, der Kopf der coronakritischen Initiative, kritisierten erneut die Bundesregierung für ihre Maßnahmen in der Pandemie und, natürlich, dass die Krankheit nichts mit einer Pandemie gemein habe. Viele führten immer wieder Kinder ins Feld, die am meisten unter den Mund-Nasen-Masken und Coronatests zu leiden hätten. Wie mehrfach zuvor wurden die Masken als Folter bezeichnet, mit der bereits die Amerikaner auf Guantanamo mutmaßliche Terroristen gequält hätten.

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Im Anschluss an die Kundgebung zogen die 120 Coronakritiker auf einer etwas verkürzten Runde durch die Innenstadt. Immer wider skandierten sie "Friede, Freiheit, keine Diktatur". Die Demo führte über die Wilsdruffer Straße, den Pirnaischen Platz, die St. Petersburger Straße, den Wiener Platz und über die Reitbahnstraße wieder zurück zum Ausgangsort. Ursprünglich war geplant, auch die Schweizer und die Budapester Straße mit einzubeziehen. Manche der Demonstranten kürzten die Runde ab, weil ihnen in der sengenden Hitze auch die verkürzte Strecke zu lang war.

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