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Dresden: Reiserückkehrer treiben Zahlen hoch

In Dresden steigen die Infektionszahlen, das Impfinteresse sinkt. Die Stadt will nun vor Baumärkten, Einkaufszentren und in Parks impfen.

Ungeimpfte Reiserückkehrer - leiten sie die vierte Corona-Welle in Dresden ein?
Ungeimpfte Reiserückkehrer - leiten sie die vierte Corona-Welle in Dresden ein? ©  Christian Juppe (Symbolbild)

Dresden. Die Sommerferien sind gestartet. Viele Familien steigen ins Flugzeug, in den Zug oder ins Auto, um Urlaub zu machen - auch im Ausland. Dabei sind es Reiserückkehrer, die schon jetzt - also knapp sechs Wochen vor Ferienende - viele Neuinfektionen in Dresden ausmachen. Gleichzeitig lässt das Impfinteresse spürbar nach. Was erwartet Dresden nach den Ferien? Und wie will die Stadtverwaltung Anreize für eine Impfung setzen?

Wie viele Neuinfektionen gab es zuletzt in Dresden?

Tatsächlich steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder. In der ersten vollen Juli-Woche registrierte das Gesundheitsamt noch 33 Neuinfektionen, in der Woche darauf waren es bereits 63. In der vergangenen Woche sind 66 neue Infektionen gezählt worden. Bei diesen 66 Neuinfizierten ist besonders die Altersgruppe von 20 bis 24 Jahren betroffen. Das geht aus den Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor.

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Warum steigen die Zahlen wieder an?

Frank Bauer, Leiter des Gesundheitsamtes, sieht für die steigenden Infektionszahlen eine Reihe von Gründen. "Durch wegfallende Beschränkungen kommen wieder mehr Menschen zusammen und da nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, sind vermehrte Infektionen sehr wahrscheinlich", sagt er.

Außerdem habe sich die weitaus ansteckendere Delta-Variante als vorherrschende Variante in der Stadt etabliert. Ein weiteres Problem seien die Reiserückkehrer. "Ungefähr die Hälfte der derzeit positiv Getesteten war kurz vorher im Urlaub", so Bauer. Zu den Urlaubsländern, aus denen Infektionen mitgebracht wurden, gehörten insbesondere Tschechien, Frankreich, Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Wie viele Menschen sind schon geimpft?

Im Dresdner Impfzentrum haben bislang mehr als 153.000 Menschen ihre Erstimpfung erhalten. Über 123.000 von ihnen sind auch schon ein zweites Mal gepikst worden. Allein in der vergangenen Woche konnte das Zentrum gut 10.000 Dosen verabreichen - auch über die mobilen Teams, teilt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) mit, das für die Impfaktion in Sachsen zuständig ist.

Darüber hinaus wird in den Arztpraxen geimpft. Bis einschließlich Montag sind dort insgesamt 99.061 Erstimpfungen verabreicht worden, 90.523 Patienten haben bereits ihre Zweitimpfung bekommen, teilt die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) auf Anfrage mit.

Lässt das Impfinteresse nach?

Das DRK antwortet auf die Frage sehr ausweichend. Es sei im Sinne der unkomplizierten Nutzung von Impfangeboten wichtig, dass zu jeder Zeit ausreichend freie Termine – ob kurz- oder langfristig – für Impfwillige zur Auswahl stünden, heißt es.

Aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten, eine Impfung zu bekommen, sei mittlerweile eine Terminbuchung im Impfzentrum nur ein Baustein in der sächsischen Impfkampagne. Das Angebot „Impfen ohne Termin“ in den Impfzentren werde aber gut angenommen, ebenso die vielen unterschiedlichen Sonderimpfaktionen durch die mobilen Teams. "Das Impfzentrum Dresden ist mit durchschnittlich 1.700 Impfungen pro Tag nach wie vor gemäß seiner Kapazität gut ausgelastet."

Sind noch weitere Impfaktionen wie mit der Stadt Dresden am Wochenende geplant?

Vor dem Dynamo-Spiel und im Rahmen der Museumsnacht konnten sich Passanten am Wochenende am Hygiene-Museum spontan impfen lassen. Das Angebot wurde aus Sicht der Stadt gut angenommen. Fast 200 Menschen ließen sich impfen.

Deshalb soll die Aktion nun wiederholt werden: Am 30. Juli, also am Freitag, wird vor dem Obi-Markt in Dresden-Weißig von 8 bis 18 Uhr ohne Termin geimpft. Am Samstag, dem 31. Juli, können sich Impfwillige dann vor dem Obi-Markt auf der Bodenbacher Straße gegen das Coronavirus schützen lassen, ebenfalls von 8 bis 18 Uhr. Verfügbar sind jeweils die Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Johnson & Johnson. Die Impfung steht allen Personen ab 18 Jahren zur Verfügung und ist kostenlos.

Außerdem bietet das Sozialamt in der Woche vom 2. bis 6. August und noch einmal vom 30. August bis 3. September täglich zwischen 8 Uhr und 16 Uhr allen Bürgern die Möglichkeit, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Die Impfungen finden im Erdgeschoss des Sozialamtes an der Junghansstraße 2 statt. Geimpft wird das Präparat von Johnson & Johnson, weshalb eine einmalige Impfung bereits für den vollständigen Impfschutz ausreicht. Man braucht keinen Termin. Mitzubringen sind die Versichertenkarte, der Personalausweis und, falls vorhanden, der Impfausweis. Den Aufklärungs- und Anamnesebogen gibt es vor Ort.

Weitere Aktionen sind im August unter anderem in der Centrum-Galerie und im Alaunpark geplant.

Sind Gutscheinaktionen oder Ähnliches geplant, um mehr Menschen zu motivieren?

Im Rahmen verschiedener Sonderimpfaktionen mit unterschiedlichen Partnern gebe es kleine "Benefits" für die dort geimpften Personen, teilt das DRK mit. Was das genau ist, blieb offen. Außerdem gebe es weitere Überlegungen, die derzeit aber noch in der Planung seien.

Wie kann ich mich im Dresdner Impfzentrum impfen lassen?

Impfwillige können online einen Termin bis zu drei Wochen im Voraus buchen oder ihr Glück ohne Termin im Impfzentrum versuchen. Wer kurzfristig vorbeischauen möchte, kann dies täglich bis eine Stunde vor Schließung, also 17 Uhr, tun. Vor Ort haben Patienten dann die freie Wahl, ob sie sich mit einem mRNA-Impfstoff, zum Beispiel von Biontech/Pfizer, oder mit dem Vakzin von Johnson & Johnson impfen lassen möchten. In jedem Fall gilt: Eine Garantie auf eine Impfung ohne Termin gibt es nicht. Angebote seien immer abhängig von der Verfügbarkeit am jeweiligen Tag. Wartezeiten seien ebenfalls einzuplanen.

Und wie viele freie Termine gibt es aktuell?

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In den nächsten Tagen sind wieder mobile Impfteams in Dresden unterwegs. Die SZ gibt einen Überblick, an welchen Orten sie die Corona-Impfung anbieten.

Für das Dresdner Impfzentrum hat das DRK am Dienstagnachmittag noch 1.139 freie Termine für die kommenden beiden Wochen ausgewiesen. Demnach gibt es aktuell mehr freie Termine als noch impfwillige Personen. Noch größer ist das Angebot im Dresdner Umland. In Pirna gab es am Dienstagnachmittag zum Beispiel knapp 1.500 freie Termine, etwas mehr waren es jeweils in Kamenz und Riesa.

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