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Protest in Dresden: Stehen und Schweigen

1.000 Menschen protestieren still auf dem Theaterplatz gegen die nach ihrer Meinung überzogenen Corona-Maßnahmen. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.

Schweigen und stehen: Protest gegen Corona-Maßnahmen auf dem Dresdner Theaterplatz.
Schweigen und stehen: Protest gegen Corona-Maßnahmen auf dem Dresdner Theaterplatz. © René Meinig

Dresden. Laufen durften sie an diesem Sonntag zwar nicht - dennoch folgten 1.000 Menschen dem Aufruf zum Schweigemarsch auf den Dresdner Theaterplatz. Es wären noch einige mehr geworden, doch die Polizei ließ nur die genehmigte Anzahl von 1.000 Teilnehmern auf den Platz. Den übrigen sei angeboten worden, sich für diese Zeit auf dem Neumarkt zu versammeln, so ein Polizeisprecher. Das sei jedoch nur vereinzelt wahrgenommen worden.

Der stille Protest gegen die Corona-Beschränkungen fand auch in 18 weiteren deutschen Städten statt. In Dresden war nur eine stationäre Versammlung zugelassen worden. Die Polizei hatte den Platz vor der Semperoper mit Gittern abgesperrt und strikt auf die Teilnehmeranzahl geachtet. Auch das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes war gefordert, dem die meisten auch nachgekommen waren.

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Viele hatten jedoch auch Atteste und andere Dokumente gezeigt, die sie vom Tragen der Maske befreiten. Fünf Teilnehmer des Schweige-Veranstaltung müssen nun jedoch mit einer Anzeige rechnen. Sie hatten sich hartnäckig geweigert, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, teilte ein Polizeisprecher mit.

Das Motto des Schweigemarschs lautete "Wir müssen reden". Die einzigen, die sprachen, waren jedoch die Veranstalter, die penibel darauf achteten, dass die 1.000 Menschen die Abstände einhielten. Ein paar Dutzend Gegendemonstranten zeigten in Höhe der Schinkelwache, dass sie mit dieser Form des Protestes nicht einverstanden sind und spielten Musik ab.

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Mehr als 200 Uniformierte im Einsatz

Nach dem Schweigen und vor allem Stehen auf dem Platz waren die meisten Teilnehmer froh, sich endlich wieder bewegen zu dürfen. Sie strömten nach Hause. Nur wenige blieben bei der folgenden Demo mit dem Titel „Wir brechen das Schweigen“ einer weiteren Initiative. Sie las auf dem Platz Artikel aus dem Grundgesetz und andere Gesetzen vor. Auch dort registrierten die Uniformierten drei Teilnehmer, die keine Maske tragen wollten.

Die Dresdner Polizei sprach von einem friedlichen und störungsfreien Verlauf der beiden Versammlungen sowie des Gegenprotestes. Beschwerden gab es gegen die angeblich zu laute Musik. 226 Uniformierte waren im Einsatz, fast doppelt so viele wie Ende Oktober. Damals hatten sich mehr als 5.000 Kritiker der Corona-Maßnahmen und der Epidemie als solcher auf dem Theaterplatz versammelt.

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