merken
PLUS Dresden

Diese Dresdner werden zuerst geimpft

In Dresden sind die Corona-Impfungen angelaufen. Wie viele Dresdner gehören zur ersten Impfgruppe und wer folgt danach? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

In Dresden hat am Montag die größte Impf-Aktionen in der Geschichte der Stadt begonnen.
In Dresden hat am Montag die größte Impf-Aktionen in der Geschichte der Stadt begonnen. © dpa/Sina Schuld

Dresden. Am letzten Tag des Jahres sollen die ersten Corona-Schutzimpfungen in den ersten Dresdner Alten- und Pflegeheimen verabreicht werden. Wie viele Einwohner das Mittel jetzt erhalten, wer trotz höchster Priorität nicht geimpft wird, und wer anschließend an der Reihe ist. Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wo beginnen die Impfungen?

Am Silvestertag sollen auch die Impfungen in den Dresdner Alten- und Pflegeheimen beginnen. Das teilte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) mit. Ab nächster Woche soll das mobile Impfteam dann täglich im Einsatz sein. Den Impfstart machten in Dresden am Montag die Krankenhäuser, in denen zunächst alle Mitarbeiter immunisiert werden, die einen sehr engen Kontakt mit Corona-Patienten haben und damit ein erhöhtes Infektions- beziehungsweise Erkrankungsrisiko tragen. "Wir haben am Montag mit den Impfungen begonnen", so Uniklinikum-Sprecher Holger Ostermeyer. Geimpft wurden Mitarbeiter auf den Corona-Intensiv- und Normalstationen.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Er konnte keine Zahl nennen, wie viele Impfdosen dem Krankenhaus zur Verfügung stehen, da das Klinikum den Impfstoff auch an die anderen Krankenhäuser verteilt.

Anfang Januar sollen die Impfungen auch in den drei Altenheimen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Dresden beginnen, so Sprecher Andreas Szabo. Diese Informationen habe er vom Roten Kreuz, das alles koordiniert. "Wir haben die Aufklärungsbögen schon an unsere Bewohner und Mitarbeiter verteilt", so Szabo weiter.

Wie viele Dresdner gehören der ersten Impf-Gruppe an?

Es gibt noch nicht genügend Impfstoff für alle, die sich auch impfen lassen wollen. Daher musste entschieden werden, wer zuerst an der Reihe ist. Höchste Priorität haben alle Menschen, die 80 Jahre und älter sind. Das sind in Dresden rund 44.000 Personen.

Darüber hinaus gehören Alten- und Pflegeheimbewohner, das dortige Personal sowie ambulante Altenpfleger zur ersten Impfgruppe. In den 100 Dresdner Heimen werden etwa 6.500 Menschen betreut, wobei ein Teil von ihnen gleichzeitig zur Gruppe der über 80-jährigen gehört.

Außerdem zählt Dresden etwa 4.400 Beschäftigte in stationären Pflegeeinrichtungen und rund 2.500 Beschäftigte in der ambulanten Pflege.

Auch besonders gefährdete Ärzte und Pfleger in Krankenhäusern sowie Rettungssanitäter werden zuerst geimpft. Allein die Dresdner Krankenhäuser beschäftigen mehr als 10.000 Mitarbeiter.

Wie erfahren Nicht-Heimbewohner, wann sie geimpft werden?

Tatsächlich leben die meisten älteren Dresdner in ihrer eigenen Wohnung. Sie werden vermutlich ab Mitte Januar im Dresdner Impfzentrum geimpft, das sich in der Messehalle 4 im Ostragehege befindet.

Ob sie angeschrieben werden, wenn alle impfwilligen Alten- und Pflegeheimbewohner immunisiert wurden, steht allerdings noch nicht fest, so eine Sprecherin des sächsischen Sozialministeriums. Dies werde aktuell noch abgestimmt. "Es muss auf jeden Fall niemand Angst haben, nicht mitzubekommen, ab wann er sich um einen Impftermin bemühen kann." In jedem Fall werde immer öffentlich kommuniziert, wie die Impfungen weitergehen, wer an der Reihe ist und wie man einen Termin vereinbart.

Wichtig: Zum aktuellen Zeitpunkt (31.12.2020) werden noch keine Termine vergeben. Eine Terminbuchung online oder per Telefon ist noch nicht möglich. Auch eine Internetadresse oder eine Telefonnummer gibt es bisher nicht. Die Landesregierung will zeitnah über Details informieren.

Warum werden zuerst die Hochbetagten geimpft?

Es geht darum, so viele Leben wie möglich zu retten und die Intensivstationen in den Krankenhäusern zu entlasten. Beide Ziele erreicht man am ehesten, indem Hochbetagte zuerst gegen eine Erkrankung durch das Coronavirus geschützt werden. Das wird umso deutlicher, wenn man sich die Dresdner Zahlen genauer ansieht.

Mit Stand vom Dienstag waren mehr als zwölf Prozent aller nachweislich infizierten Dresdner 80 Jahre und älter. Damit ist diese Altersgruppe, die nur acht Prozent aller Einwohner in der Stadt ausmacht, aktuell am stärksten betroffen.

Oft bleibt es nicht bei leichten Symptomen. Die meisten stationär aufgenommenen Corona-Patienten sind höheren Alters. Am Dienstag waren 288 Betten auf den Dresdner Normalstationen und 91 Betten auf den Intensivstationen belegt.

Nicht alle schaffen es. So waren 75 Prozent der bislang an Covid-19 verstorbenen Dresdner 80 Jahre und älter - 175 Menschen, die Leben verloren.

Das Alter selbst gilt als Risikofaktor für schwere und tödliche Verläufe, da die körpereigene Abwehr über die Jahre schwächer wird.

Mit Vorerkrankungen nimmt das Risiko weiter zu. Dazu gehören Bluthochdruck, Diabetes oder schweres Asthma. Leiden, die typischerweise erst mit dem Alter kommen.

Warum werden nicht alle über 80-Jährigen geimpft?

Tatsächlich gibt es Dresdner, die zwar zur ersten Impfgruppe gehören, die Spritze wohl aber nicht bekommen werden. Dazu gehören alle Menschen, die sich bereits nachweislich mit Sars-Cov-2 - so die Bezeichnung des neuartigen Coronavirus - infiziert haben.

Rein medizinisch spreche zwar nichts gegen eine Impfung. Es sei aber davon auszugehen, dass nach einer überstandenen Infektion bei den meisten Menschen zumindest eine gewisse Schutzwirkung besteht, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium.

Bislang sei unklar, wie lange dieser Schutz anhalte. Sobald es neue wissenschaftliche Erkenntnisse gebe, wolle die Ständige Impfkommission eine Empfehlung erarbeiten, ob und wann Menschen geimpft werden, die schon einmal eine Infektion durchgemacht haben.

Wer möglicherweise schon einmal infiziert war, davon aber nichts mitbekommen hat, soll hingegen geimpft werden. Es gebe laut Ministerium keine Hinweise darauf, dass eine Impfung bei unbemerkter und asymptomatischer Infektion gefährlich sei.

Nicht geimpft werden außerdem Menschen, die akut krank sind und Fieber haben. Eine Erkältung mit erhöhter Temperatur bis 38,5 Grad sei dagegen unproblematisch. Bei bekannten Allergien entscheidet der impfende Arzt, ob man die Spritze erhält. Er schätzt ein, wie hoch das Risiko eines allergischen Schocks ist.

Welche Gruppen sind als nächstes an der Reihe und wann?

Haben alle impfwilligen Menschen der höchsten Gruppe ihre Spritze erhalten, folgt die zweithöchste Gruppe. Dazu zählen unter anderem alle Dresdner, die 70 Jahre und älter sind, Personen mit Demenz, einer geistigen Behinderung, einer Organtransplantation, Trisomie 21, sowie gegebenenfalls enge, pflegende Kontaktpersonen.

Dass die zweite Impfphase deutlich länger dauern wird, lassen die Einwohnerzahlen vermuten. In Dresden gibt es mehr als 50.000 Menschen, die zwischen 70 und 79 Jahre alt sind.

So sehen das Einwilligungsformular und der Aufklärungsbogen für die Corona-Impfung aus. Aktuelle Informationen der Landesregierung zur Impfaktion finden Sie hier.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

Weiterführende Artikel

Deutschland muss seine Impfstrategie überdenken

Deutschland muss seine Impfstrategie überdenken

Herdenimmunität erreichen wir frühestens im Spätsommer – sofern wir unsere Taktik nicht ändern. Wie jetzt nachgebessert werden könnte. Ein Kommentar.

Hinkt Deutschland beim Impfen hinterher?

Hinkt Deutschland beim Impfen hinterher?

Kritik am Corona-Impfstart: Deutschland habe zu wenig Dosen und sei zu langsam, heißt es in sozialen Netzwerken. Stimmt das? Ein Faktencheck.

Weiterer Corona-Impfstoff für Dresden

Weiterer Corona-Impfstoff für Dresden

Am Dienstag starten die Impfungen in den Kliniken. Auch hochbetagte Heimbewohner erhalten ihre Impfung in den nächsten Tagen. Wer dagegen warten muss.

Corona-Impfungen im Raum Dresden gestartet

Corona-Impfungen im Raum Dresden gestartet

In Radeberg sind am Sonntagmorgen die ersten Senioren geimpft worden. Wann es in Dresden losgeht und wer zuerst geimpft wird.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden