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Dresdner Verein sorgt sich um Tauben im Lockdown

Die Dresdnerin Jodie und ihre Mitstreiter befürchten, dass Tiere verhungern könnten. Ein neues Domizil soll helfen, die Population in Grenzen zu halten.

Tauben gehören in Dresden zum Stadtbild - haben aber kein besonders gutes Image.
Tauben gehören in Dresden zum Stadtbild - haben aber kein besonders gutes Image. © dpa

Dresden. Die Straßen sind fast leer – doch die Lüfte nicht. Für unzählige Stadttauben in Dresden führen die Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise zu einem Überlebenskampf, wie die Stadttauben-Initiative Dresden mitteilt.

Zwischen 2.000 bis 3.000 Tauben könnte es derzeit in Dresden geben, schätzt der Verein. Vor allem an den Bahnhöfen, aber auch am Blauen Wunder und im Gorbitzer Wohngebiet haben sie sich angesiedelt.

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"Die Tauben finden nun in der Stadt noch weniger Essensreste als sonst. Verwirrt und hungrig irren die Stadttauben umher", heißt es in einer Mitteilung. Einige Tauben hätten kleine Küken, die es so kaum schaffen könnten. Das Füttern von Stadttauben ist in Dresden jedoch seit drei Jahren laut Polizeiverordnung verboten. Bis zu 1.000 Euro Strafe drohen sonst.

"Offiziell füttern wir daher natürlich nur in unseren Einrichtungen", sagt Jodie Lentwojt von der Stadttaubeninitiative, deren Mitglieder regelmäßig verletzte und geschwächte Tiere aufpäppeln. "Aber es gibt viele Privatpersonen, die an uns herantreten und auf eigene Faust im Innenstadtbereich füttern, damit die Tiere nicht verhungern."

Jodie Lentwojt ist eine der Kämpferinnen für die Stadttauben in Dresden.
Jodie Lentwojt ist eine der Kämpferinnen für die Stadttauben in Dresden. © Sven Ellger

Doch mitten in der Corona-Krise gibt es auch gute Nachrichten für die Tauben-Schützer: "Wir bekommen jetzt auch ein weiteres Taubenhaus zur Betreuung in der Südvorstadt", sagt die 27-Jährige. "Darüber freuen wir uns sehr."

Laut derzeitigem Stand habe der Verein in seinen Einrichtungen und Projekten bereits fast 3.000 Taubeneier gegen Kunstattrappen ausgetauscht. "Damit haben wir aktiv das Schlüpfen von über 2.000 Tieren im Stadtbereich verhindert."

Trotzdem entwickle sich die Tauben-Population in Dresden weiterhin unberechenbar, wofür der Verein in erster Linie den Brieftaubensport verantwortlich macht. "Wir können Eier ohne Ende tauschen, aber wenn in diesem Bereich langfristig nichts unternommen wird, wird das Problem nicht zu lösen sein."

Tauben in den Städten werde es immer geben, aber man könne durch die Taubenhäuser die Konflikte zwischen Vögeln und Anwohnern begrenzen. Laut Naturschutzbund Deutschland (Nabu) soll es in nächster Zeit Stadtvogelzählungen in Dresden geben. Jodie und ihre Mitstreiter hoffen, dass dabei auch die Zahl der Stadttauben erfasst wird, und auf dieser Basis grundlegende Entscheidungen getroffen werden könnten.

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