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Dresdens verschärfte Quarantäne-Regeln

Die Quarantänedauer wird verlängert. Auch vollständig Geimpfte müssen zu Hause bleiben, wenn sie engen Kontakt zu einem Infizierten hatten. Was ab heute gilt.

Positiv auf das Coronavirus getestet oder engen Kontakt zu einem Infizierten gehabt? Ab sofort gelten in Dresden deutlich strengere Quarantäneregeln.
Positiv auf das Coronavirus getestet oder engen Kontakt zu einem Infizierten gehabt? Ab sofort gelten in Dresden deutlich strengere Quarantäneregeln. © dpa/Jens Büttner (Symbolfoto)

Dresden. In der sächsischen Landeshauptstadt gelten ab heute deutlich schärfere Quarantäne-Regeln. So wird nicht nur die Quarantäne-Dauer ausgedehnt. Die Stadtverwaltung legt auch fest, wie sich bereits vollständig Geimpfte Menschen verhalten müssen, die engen Kontakt zu einem Infizierten hatten.

Die Infizierten: Mindestens 14 Tage Quarantäne

Egal, ob ein PCR-Test, ein Apotheken-Schnelltest oder ein Selbsttest positiv ausfällt: Für alle gilt eine mindestens zweiwöchige Quarantäne. Bisher war es symptomfreien Infizierten möglich, bereits nach zehn Tagen das Haus wieder zu verlassen.

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Wer erkrankt, also typische Beschwerden hat, muss außerdem wenigstens 48 Stunden symptomfrei sein, um die Quarantäne wieder verlassen zu dürfen.

Eine Abkürzung der Quarantäne-Zeit auf zehn Tage ist nun nur noch in sehr wenigen Ausnahmefällen und nur per Genehmigung durch das Gesundheitsamt möglich.

Voraussetzungen sind zum Beispiel ein Nachweis darüber, dass man sich nicht mit einer Virusvariante angesteckt hat. Auf einen entsprechenden Test habe jeder Bürger Anspruch, so die Stadtverwaltung. Außerdem dürfen Infizierte zuvor keine schweren Symptome entwickelt haben.

Das Wichtigste zum Coronavirus in Dresden:

Virusvarianten: Quarantäne-Verlängerung bei Infektion mit Mutanten möglich

Bei wem der Verdacht besteht, dass er sich mit einer Virusvariante infiziert haben könnte, für den gelten noch strengere Regeln. Nach Ablauf der 14 Tage oder der 48-Stunden-Frist nach den letzten Symptomen darf das Gesundheitsamt einen neuen Test anordnen.

Auch wenn die Behörde keinen weiteren Test anordnen sollte, so werde jedem Infizierten mit einer Mutante dringend empfohlen, solch einen Test selbst durchzuführen oder durchführen zu lassen, bevor man sich wieder unter Leute mischt.

Sollte der Test - ganz gleich ob PCR- oder Antigen-Schnelltest - abermals positiv ausfallen, kann das Gesundheitsamt die Quarantäne verlängern und weitere Maßnahmen ergreifen. Welche das sind, ließ die Stadtverwaltung in ihrer Mitteilung vom Freitag offen.

Die Kontaktpersonen: Quarantäne-Abkürzung fällt weg

Wer als enge Kontaktperson zu einem Infizierten nach zehn Tagen in Quarantäne ein negatives Testergebnis vorweisen konnte, durfte nach der bisherigen Regelung seine Wohnung verlassen.

Das ist nun nicht mehr möglich. In jedem Fall gilt für enge Kontaktpersonen ebenfalls eine 14-tägige Quarantäne. Das Gesundheitsamt empfiehlt dringend, zum Ablauf der Quarantäne einen Corona-Test durchführen zu lassen.

Eine Chance, die Quarantäne doch noch auf zehn Tage abzukürzen, haben lediglich diejenigen, die in den vergangenen drei Monaten selbst mit der Corona-Ursprungsvariante infiziert waren, also keiner Mutante. Bei denjenigen geht die Stadt offenbar davon aus, dass eine Zweitinfektion mit der Ursprungsvariante unwahrscheinlich ist.

In Quarantäne: Tagebuch führen und Fieber messen

Wer sich in Quarantäne befindet, ist verpflichtet ein Tagebuch zu führen. Dort müssen Infizierte und enge Kontaktpersonen ihre Körpertemperatur notieren, die sie zweimal täglich messen sollen. Auch Symptome sind dort hineinzuschreiben.

Wer engen Kontakt zu einem Menschen hatte, der sich mit einer Mutante infizierte, muss dieses Tagebuch für weitere sieben Tage nach Quarantäne-Ende fortführen.

Verdachtspersonen: Enge Kontakte sofort informieren

Als Verdachtspersonen gelten Menschen, bei denen eine Infektion vermutet wird - zum Beispiel, weil ein Schnelltest positiv ausgefallen ist, das PCR-Testergebnis aber noch nicht vorliegt.

Wer in dieser Situation ist, muss alle Mitglieder seines Haushalts über den Verdacht informieren und sofort seine Kontakte reduzieren, so die Stadt. Der PCR-Test, der das Schnelltest-Ergebnis überprüfen soll, sei im Übrigen zwingend, heißt es.

Die Geimpften: Bei engem Kontakt trotzdem in Quarantäne

Wer bereits zwei Corona-Schutzimpfungen bekommen hat und engen Kontakt zu einem Infizierten hatte, muss trotzdem in eine mindestens zweiwöchige Quarantäne. Warum, begründet die Stadt nicht. Allerdings gibt es bisher zu wenige Studienergebnisse, die belegen, dass Geimpfte das Virus weiterhin übertragen können.

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