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Corona: Wo gibt es FFP2-Masken in Dresden?

Die Maskenpflicht wird verschärft. Aber gibt es überhaupt genug OP- und FFP2-Masken in Dresden? Und was kosten sie? Ein Überblick.

Maskenpflicht ist nicht gleich Maskenpflicht: In Bussen, Bahnen und Geschäften sind ab kommender Woche andere Masken nötig, als man sie zum Beispiel beim Spaziergang tragen darf.
Maskenpflicht ist nicht gleich Maskenpflicht: In Bussen, Bahnen und Geschäften sind ab kommender Woche andere Masken nötig, als man sie zum Beispiel beim Spaziergang tragen darf. © Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Eine Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Geschäften gibt es schon. Doch normale Stoffmasken reichen bald nicht mehr aus. Sachsens Landesregierung will nur noch medizinische Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Läden erlauben. In der kommenden Woche soll das beschlossen werden, viele Menschen werden sich deshalb bereits jetzt auf die Suche nach den nötigen FFP2- und OP-Masken machen. Womit sich die Frage stellt: Gibt es überhaupt genug Masken für alle und was kosten sie? Ein Blick in die Dresdner Apotheken.

Welche Masken genau sind erlaubt?

Das sind zum einen OP-Masken. Sie bestehen aus Vliesen, die vor allem andere Menschen vor den Tröpfchen schützen, die man beim Atmen, Sprechen und Husten ausscheidet. Man selbst ist damit aber nur begrenzt vor den Tröpfchen anderer geschützt. Wichtig wäre es also, dass alle Menschen so eine Maske tragen.

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Im Internet gibt es viele Sparangebote mit 100 oder 200 Stück. Auch in vielen Supermärkten sind die Masken für wenig Geld zu haben, außerdem werden sie natürlich in den Apotheken verkauft. Beim Kauf sollte auf jeden Fall auf das CE-Prüfzeichen sowie die Norm-Angabe EN 14683:2019 geachtet werden, um ein sicheres Produkt zu erhalten.

Die OP-Maske besteht aus Vlies und schützt vor allem die Menschen, denen man begegnet, vor den eigenen, ausgeatmeten Tröpfchen.
Die OP-Maske besteht aus Vlies und schützt vor allem die Menschen, denen man begegnet, vor den eigenen, ausgeatmeten Tröpfchen. © dpa/Benjamin Nolte

Noch sicherer sind sogenannte FFP2-Masken. Sie schützen nicht nur andere Menschen, sondern bieten auch für den Träger einen sehr guten Schutz. Dafür müssen sie aber dicht am Gesicht anliegen. Die Maske sollte also beim Einatmen ans Gesicht angesaugt werden.

Barthaare oder Narben können den engen Sitz verhindern: Hier hilft nur, sich zu rasieren oder eine andere Maskenform auszuprobieren. Wichtig auch hier: Käufer sollten auf das CE-Zeichen samt vierstelliger Nummer achten sowie auf die Angabe der Norm EN 149:2001.

Die FFP2-Maske gilt als die sicherste - für Träger und für Personen, denen man begegnet.
Die FFP2-Maske gilt als die sicherste - für Träger und für Personen, denen man begegnet. © dpa/Friso Gentsch

Alternativ sind auch Masken mit der Kennung K95 oder KN95 erlaubt. Diese stammen zwar aus China und entsprechen der dortigen Norm, bieten aber einen ähnlich hohen Schutz wie FFP2-Masken.

Sie sollen auch erlaubt sein - Masken mit der Kennung K95 oder KN95. Sie stammen aus China und entsprechen nicht der deutschen Norm, bieten aber einen ähnlich hohen Schutz.
Sie sollen auch erlaubt sein - Masken mit der Kennung K95 oder KN95. Sie stammen aus China und entsprechen nicht der deutschen Norm, bieten aber einen ähnlich hohen Schutz. © dpa/Boris Vergara

Sind die Masken überhaupt in großer Zahl erhältlich?

Tatsächlich werden nun viele medizinische Masken gebraucht. Denn OP-Masken dürfen nur einmal verwendet werden. FFP2-Masken können unter Umständen mehrmals kurzzeitig verwendet werden, etwa wenn sie zusätzlich mit dem Buchstaben "R" gekennzeichnet sind. Das ist zumindest die Empfehlung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Von einem Kundenansturm sprach die Apotheke am Postplatz am Mittwoch. "Es waren am Morgen schon viele Kunden da, nachdem sie Zeitung gelesen hatten", so ein Mitarbeiter. Die Apotheke habe aber genügend Masken auf Lager.

In der Bühlauer Apotheke von Sylvia Trautmann auf der Bautzner Landstraße gebe es ebenfalls noch genügend medizinische Masken, sagte sie am Mittwoch. "Die Großhändler haben gut aufgestockt und der Markt ist stabil." Einen Ansturm habe es am Mittwoch nicht gegeben, trotz angekündigter verschärfter Maskenpflicht.

Das sieht Cornelia Werner-Goepel, Inhaberin der Parsifal- und der Johannis-Apotheke in Striesen, zwar genauso. Allerdings sei das Geschäft mit den Masken-Anbietern derzeit ziemlich "unübersichtlich". Das liege auch am Anspruch auf kostenlose Masken für besonders gefährdete Menschen. "Mittlerweile bekommen die Berechtigten ja etappenweise zweimal sechs Masken für eine Zuzahlung von zwei Euro über Coupons ihrer Krankenkassen", sagt Cornelia Werner-Goepel.

Sie rechnet mit einem Ansturm, wenn Versicherte der AOK - ein großer Anteil der älteren Dresdner - die Coupons in Kürze erhalten haben. Dazu komme die verschärfte Maskenpflicht. Wie sich beides auf die Lieferbarkeit auswirken werde, könne sie noch nicht absehen, so die Apotheken-Inhaberin. "Wir sind zumindest momentan gut bevorratet und werden fast schon überflutet mit Lieferangeboten", sagt Werner-Goepel.

Als gut bevorratet bezeichnet Katja Scarlett Daub ihre drei City-Apotheken in Dresden. Jeder Apotheker, der in letzter Zeit aufmerksam das Geschehen verfolgte, habe gewusst, was da kommt, sagt sie. Auch wegen der Coupons der Krankenkassen habe man das Sortiment deutlich aufgestockt.

Kann ich mir sicher sein, dass ich keine Fälschung kaufe?

Ihre Apotheken hätten eher das Problem, dass man zwischen seriösen und unseriösen Anbietern unterscheiden müsse, Cornelia Werner-Goepel. Das sei selbst für Apotheker nicht immer einfach. Sie habe ausschließlich FFP2-Masken mit CE-Zertifikat und EU-konforme OP-Masken im Angebot. Das solle den Kunden die nötige Sicherheit vermitteln. "Der Markt ist für viele Menschen kaum zu durchschauen", so die Apothekerin weiter. Deshalb empfiehlt sie, die Masken vor Ort zu kaufen. Auch wenn sie nicht ausschließen wolle, dass es online ebenfalls gute Masken gebe.​

Auch Katja Scarlett Daub betont, ausschließlich zertifizierte FFP2-Masken und medizinische OP-Masken zu verkaufen.

Wie teuer sind die Masken?

FFP2-Masken sind teurer als OP-Masken, der Stückpreis liegt je nach Anbieter zwischen drei und sieben Euro. "Der Markt ist sehr stark am Schwanken", sagt Katja Scarlett Daub. Aktuell verkauft sie das Zehner-Set FFP2-Masken für 30 Euro, zehn OP-Masken kosten sechs Euro.

Nicht ganz so streng bewerten die Apotheken die nicht vorgesehene Wiederverwendung der Masken. "Mit der richtigen Sorgfalt, also wenn ich die FFP2-Maske mehrere Tage auf die Wäscheleine hänge oder bei 80 Grad im Backofen trockne, kann ich sie wiederverwenden", sagt Daub.

Dann komme jeder Normalbürger, der auf Arbeit nicht durchgängig Maske tragen müsse, gut mit sieben bis zehn Masken über die nächsten Wochen. Das liege auch daran, dass die Tragezeit von FFP2-Masken mit bis zu acht Stunden - bei Einhaltung von Pausen - deutlich länger sei als bei OP-Masken.

Wer die Maske nur zehn Minuten im Supermarkt oder in der Bahn trage, könne sie auch mehrfach nutzen, sagt auch Sylvia Trautmann von der Bühlauer Apotheke. Die getragene Maske sollte jedoch staubsicher verpackt und nicht zu viele Tage genutzt werden. "Sonst sammeln sich Bakterien in der Maske und der Filter wirkt nicht mehr."

Komme ich über das Internet günstiger an Masken?

Bei einem Check mehrerer Online-Händler am Mittwoch konnte kein akuter Mangel an FFP2-Masken festgestellt werden, doch Kunden haben kaum eine Auswahl. So listet der Rossmann-Onlineshop zwar sechs verschiedene Produkte auf, fünf von ihnen seien aber derzeitig nicht vorrätig, heißt es. Preislich kosten die meisten FFP2-Masken dort zwei Euro pro Stück.

OP-Masken waren dagegen ausverkauft. Ein Teil der Einwegmasken, die bei der Drogeriekette noch bestellt werden können, sehen zwar aus wie OP-Masken, haben aber bei näherer Betrachtung der Produktbeschreibung kein Zertifikat als Medizinprodukt. Und: Die OP-Masken kosten, wären sie zu erwerben, zwischen 49 und 69 Cent pro Stück. Einfache Einwegmasken gibt es bereits für 44 Cent.

Bei der Versandapotheke Doc Morris stellt es sich als noch schwieriger heraus, eine sichere medizinische Maske nach Hause geliefert zu bekommen. Der Händler bietet aktuell, so zumindest zeigt es die Produktsuche, lediglich zwei verschiedene Masken an. Ein Angebot beinhaltet 50 Einwegmasken, die mit "Mund-Nasen-Bedeckung" betitelt werden. Auch diese sehen aus wie OP-Masken. Doch die obligatorische Norm-Angabe fehlt. Da hilft auch der günstige Preis von 40 Cent pro Stück nicht weiter. FFP2-Masken waren bei der Versandapotheke mit Stand vom Mittwochmittag nicht mehr vorrätig.

Sicherlich lohnt sich ein Preisvergleich in Apotheken, Drogerien und Online-Shops. Bei sehr günstigen Angeboten sollte man jedoch stutzig werden.

Ist eine kostenfreie Masken-Abgabe für alle im Gespräch?

In den sozialen Netzwerken wurde gleich heiß diskutiert, auch über den Preis der Masken und die Folgen für Menschen, die etwa Hartz IV beziehen. Die Dresdner Grünen-Fraktionsvorsitzende Agnes Scharnetzky betont, "FFP2-Masken nur für Menschen mit geringem Einkommen kostenlos auszugeben verkennt, dass es in Familien ganz ohne Einkommen schnell zu einem großen Posten wird." Folglich sollte es für Menschen allen Alters ohne Einkommen eine kostenlose Abgabe geben.

Ihre Grüne-Stadtratskollegin Andrea Mühle schreibt bei Twitter: Wenn wir jetzt wirklich medizinische (auch OP-) Masken tragen müssen und Stoffmasken nicht mehr erlaubt sind, komme ich das erste Mal während der Pandemie an den Punkt, dass ich sage: Was soll das und was ist mit dem Müll?"

SPD-Stadtrat Richard Kaniewski findet die Entscheidung für die Masken nachvollziehbar, fordert aber eine schnelle und pragmatische Lösung für Menschen mit geringem Einkommen. "Das darf keine soziale Frage werden, die Kommune sollte, so wünsche ich mir das, Masken anschaffen und sie an Menschen mit wenig Einkommen verteilen, vielleicht gekoppelt an den Dresden-Pass." (mit dpa)

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