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Dresdens Grüne fordern 2G-Regel für Dynamo-Spiele

Ins Dynamo-Stadion sollen nur Geimpfte und Genesene dürfen. Das ist Teil einer Niedriginzidenz-Strategie der Grünen im Dresdner Stadtrat. Was sie noch planen.

Zuschauer sollen weiter zu Dynamo ins Stadion dürfen, aber nur wenn sie geimpft oder genesen sind.
Zuschauer sollen weiter zu Dynamo ins Stadion dürfen, aber nur wenn sie geimpft oder genesen sind. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Dieser Plan der Dresdner Grünen dürfte für Missfallen unter den Fans der SG Dynamo Dresden sorgen. In ihrer Niedriginzidenz-Strategie fordern sie, dass Dresden härtere Regeln aufstellt, als in der Coronaschutz-Verordnung des Landes vorgegeben wird. Diese betreffen auch die Heimspiele von Dynamo Dresden im Rudolf-Harbig-Stadion.

"Das oberste Ziel sind niedrige Fallzahlen", erklärt Grünen-Stadträtin Andrea Mühle. "Diese sind Grundlage, um Gastronomie, Kultur, Schulen und Kitas geöffnet lassen zu können." Es gehe um Solidarität mit denjenigen, die nicht oder noch nicht geimpft werden können, also Kinder unter zwölf Jahren sowie Dresdner, die aus gesundheitlichen Gründen keine Coronaschutz-Impfung verabreicht bekommen oder keine Antikörper bilden können.

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Als Ziel in ihrem Antrag definieren die Grünen eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 10, aktuell liegt Dresden bei 38,7 bekannten Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage.

PCR-Test an allen Schulen gefordert

Man wolle eine vierte Welle für Dresden vermeiden, sagen die Grünen. "Es einfach laufen zu lassen, ist keine Option", so Mühle. Wie gefährlich die Delta-Variante sei, zeige sich derzeit in Nordrhein-Westfalen.

"Wir haben in Dresden jetzt bereits wieder Infektionszahlen wie Ende Oktober 2020", sagt Mühle. "Und nach einem Tag Schule Coronafälle in sieben Schulen und Horten." Deshalb drängen die Grünen auf mehr Schutz.

Um die Rückverfolgung zu gewährleisten, müssen Gesundheitsamt und Ordnungsamt personell aufgestockt werden. "Wir haben es 2020 erlebt, dass das Gesundheitsamt nicht gut aufgestellt war, als die Fallzahlen schnell gestiegen sind", so Grünen-Stadtrat Wolfgang Deppe. Deshalb solle der Rat beschließen, "personelle, organisatorische und finanzielle Ressourcen" dafür abzusichern. So soll bei möglichen Ausbrüchen das unmittelbare Umfeld schnell untersucht werden können und Dresdner, die in Quarantäne kommen, begleitet werden.

Dazu müsse es eine Teststrategie geben. Die Grünen fordern PCR-Tests für alle Dresdner Schulen, weil diese früher anschlagen, sicherer und einfacher durchzuführen sind. "So sollen Quarantänen an Schulen möglichst vermieden werden", so Mühle. Ebenso sollen PCR-Tests für Verdachtsfälle und Kontaktpersonen von Infizierten schnell verfügbar sein.

"Das Impfen ist da A und O"

"Das Impfen ist aber das A und O", erklärt Deppe. "Ohne werden wir die Pandemie nicht bewältigen, sondern bekommen im Winter wieder Inzidenzen von 200 und mehr." Das Krankenhaus-Monitoring des Landes, mit Warnstufen, wenn eine bestimmte Anzahl an Corona-Patienten in den Klinken eingeliefert wurde, sei sinnvoll.

"Wir wollen aber an bestimmten Stellen über die Landesverordnung hinaus", so Deppe. An welchen konkret müsse mit dem Gesundheitsamt besprochen werden. "Wir wollen für Großveranstaltungen in Dresden die 2G-Regel wie in Hamburg", so Deppe. Das bedeutet, dann haben nur noch Geimpfte und Genesene Zugang. Auf die Frage, welche Veranstaltungen die Grünen konkret meinen, sagt Deppe: "Konzerte im Kulturpalast und auch Spiele von Dynamo Dresden." Es gehe aber nicht um das Stadtfest oder Versammlungen - bei letzteren fordern die Grünen generell Maskenpflicht.

Die Kritik, dass so eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entstünde, weist Deppe zurück. "Es ist doch für jeden ein Leichtes, sich aus der Klasse der Nicht-Geimpften herauszubegeben."

Deshalb solle die Stadt auch weiter in den Stadtteilen Impfangebote machen. Die Zahl der Geimpften müsse steigen, um einen erneuten Lockdown abzuwenden. "Im Zweifel muss man eine höhere Impfquote durchaus erzwingen", so Deppe. Eben wie durch die 2G-Regel. Am 23. September, also drei Tage vor der Bundestagswahl, soll der Stadtrat über den Antrag der Grünen entscheiden.

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