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Dresdens neue Corona-Regeln ab Samstag

Bevor Sachsen in den harten Lockdown geht, verschärft Dresden die Corona-Maßnahmen noch einmal. Was am Wochenende erlaubt ist und was nicht.

Noch zwei Schritte bis zum harten Lockdown: Dresden geht bereits am Sonnabend den ersten und verschärft die Corona-Regeln noch einmal, bevor das öffentliche Leben ab Montag fast ganz heruntergefahren wird.
Noch zwei Schritte bis zum harten Lockdown: Dresden geht bereits am Sonnabend den ersten und verschärft die Corona-Regeln noch einmal, bevor das öffentliche Leben ab Montag fast ganz heruntergefahren wird. © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild

Dresden. Schulen dicht, Klamottenläden geschlossen und nachts wahrscheinlich Ausgangssperren: Ganz Sachsen geht am Montag in einen harten Lockdown. In Dresden werden aber schon vorher einige Regeln verschärft. Denn die aktuell gültige Allgemeinverfügung sieht weitere Einschränkungen vor, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen bei über 200 liegt.

Dieser Freitag ist der entscheidende fünfte Tag, an dem dies passiert ist. Das Robert-Koch-Institut hat in der Nacht insgesamt 240 neue Fälle pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Was müssen die Dresdner bis zum Inkrafttreten des harten Lockdowns beachten? Ist Weihnachtsshopping noch erlaubt? Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Regeln, die nur zwei Tage gelten werden.

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Die Ausgangsbeschränkungen: Shopping erlaubt

Da die Sieben-Tage-Inzidenz abermals bei über 200 liegt, müssen sich die Dresdner bereits ab Freitag auf Ausgehbeschränkungen einstellen. Dann darf man die Wohnung nur aus triftigen Gründen verlassen. Das sind zum Beispiel Lebensmitteleinkäufe, der Weg von und zur Arbeit, zur Schule und zur Kita, sowie Arzt- und Apothekenbesuche. Sport und Freizeitbewegung im Freien bleiben erlaubt, allerdings nur in einem Umkreis von 15 Kilometern um die eigene Wohnung.

Wer im Dresdner Zentrum lebt, kann also noch Moritzburg besuchen. Den Laubegastern ist es zum Beispiel erlaubt, durch Pirna zu schlendern, und die Cossebauder dürfen nach Radebeul fahren.

Aber was ist mit den Weihnachtseinkäufen? Immerhin schließen ab Montag Elektronikmärkte, Parfümerien und Klamottenläden. Für gewöhnlich haben zwei Wochen vor Weihnachten noch nicht alle Menschen ihre Geschenke für Kinder, Partner Eltern und Freunde in der Tasche. Tatsächlich hat Dresden hier eine sehr allgemeine und wohlwollende Formulierung gewählt, die Geschenkeinkäufen nicht im Wege stehen sollte. In der Liste der triftigen Gründe ist nicht nur von "Versorgungsgängen für die Gegenstände des täglichen Bedarfs" die Rede, sondern auch vom "Einkauf in Ladengeschäften".

"Zwar können damit verschiedene Geschäfte frequentiert werden", teilt die Stadtverwaltung auf SZ-Anfrage mit. Aber, schränkt das Rathaus ein: Die Allgemeinverfügung halte jeden an, sich genau die Frage zu stellen, wie dringend und wie notwendig der Einkauf wäre, und nur unabweisbare und dringend nötige Wege zu erledigen. Das heißt: Wenngleich von allen Seiten gemahnt wird, jetzt nicht in die Einkaufszentren zu strömen, lässt die Allgemeinverfügung jedem Dresdner und auswärtigen Besucher sehr viel Auslegungsspielraum und spricht kein klares Verbot dafür aus.

Wer gegen die Ausgangsbeschränkung verstößt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro pro Person rechnen.

Das Alkoholverbot: Glühweinverkauf wird verboten

Schon jetzt dürfen zwischen 22 und 6 Uhr keine alkoholischen Getränke mehr in Dresden verkauft werden – weder von Gaststätten, die außer Haus verkaufen, noch an Tankstellen. Darüber hinaus ist es zwischen 20 und 7 Uhr in weiten Teilen der Alt- und der Neustadt verboten, Bier, Wein, Sekt oder Schnaps in Parks, auf Straßen oder auf Gehwegen zu trinken. Diese Regeln werden noch einmal verschärft.

Ab Sonnabend dürfen auch keine alkoholischen Heißgetränke wie Glühwein mehr ausgegeben werden, und zwar überall in Dresden und zu jeder Zeit. Verstöße gegen das Ausschank- und Verkaufsverbot können mit einem Bußgeld von 150 Euro verfolgt werden. Wer in den festgelegten Gebieten abends und nachts Alkohol in der Öffentlichkeit konsumiert muss mit 60 Euro Bußgeld rechnen.

Die Kneipen: Essen mitnehmen nur nach Vorbestellung

Dicht sind die Dresdner Bars und Gaststätten nun schon seit mehr als einen Monat – zumindest für Aufenthalte in der Gaststube oder am Tresen. Manche Restaurants bieten allerdings Essen zum Mitnehmen an. Doch auch hier werden die Regeln verschärft. Ab Sonnabend darf man nicht mehr spontan bei seiner Lieblingsgaststätte vorbeischauen und das Essen ordern. Stattdessen verlangt die Allgemeinverfügung, die Speisen vorab telefonisch oder über das Internet zu bestellen, damit es beim Abholen bereits fertig ist. Somit sollen Wartegrüppchen vor den Restaurants verhindert werden. Drive-in-Angebote sind davon ausgenommen.

Die Demos: Noch weniger Teilnehmer erlaubt

Die Dresdner Versammlungsbehörde hat die für Sonnabend geplante Querdenken-Demo sowie andere geplante Veranstaltungen, die damit im Zusammenhang stehen, zwar grundsätzlich mit einer separaten Allgemeinverfügung untersagt. Generell sind Kundgebungen aber nicht verboten. Jedoch gelten bei einer Inzidenz von über 200 strengere Auflagen. So sind Demonstrationen auf höchstens 200 Teilnehmer begrenzt.

Die Maskenpflicht: Keine Verschärfung vor Montag

Zunächst unberührt von den schärferen Regeln bleibt die Maskenpflicht. Hier gilt weiterhin: In weiten Abschnitten der Altstadt und der Inneren Neustadt gilt montags bis samstags von 6 bis 24 Uhr eine Maskenpflicht unter freiem Himmel.

Darüber hinaus muss in Bussen und Bahnen, an Haltestellen und in Bahnhöfen sowie in Geschäften grundsätzlich ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, ganz gleich, wo man sich in Dresden befindet. Erst ab Montag soll die Maskenpflicht auf alle öffentlichen Bereiche in Sachsen ausgeweitet werden.

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Sind die neuen Regeln schon gültig?

Zwar hat das Robert-Koch-Institut bereits in der Nacht mitgeteilt, dass die Inzidenz den fünften Tag in Folge über 200 liegt. Allerdings muss die Stadtverwaltung die Überschreitung des Inzidenzwertes noch öffentlich bekannt machen, bevor die verschärften Regeln gelten. Dies wird im Laufe des Freitags passieren, sodass die verschärften Regeln um Mitternacht zum Samstag in Kraft treten, teilt die Verwaltung mit. Ab Montag wird dann die neue sächsische Corona-Schutzverordnung in Kraft treten und die bisherigen Regeln ablösen.

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