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Dresdner Dampfer fahren nur halbe Kraft voraus

Eigentlich dürfte die Weiße Flotte jetzt wieder Ausflugsfahrten in die Sächsische Schweiz anbieten. Doch das Unternehmen setzt vorerst auf Zurückhaltung.

Kein Stillstand: Auch wenn die Dresdner Dampfschiffe noch nicht wieder nach Normal-Fahrplan unterwegs sind - gefahren wird trotzdem.
Kein Stillstand: Auch wenn die Dresdner Dampfschiffe noch nicht wieder nach Normal-Fahrplan unterwegs sind - gefahren wird trotzdem. © dpa/Robert Michael

Dresden. Sie haben zusehen müssen, wie Biergärten, Möbelmärkte und Hotels wieder öffnen. Doch Ausflugsfahrten auf der Elbe? Auf diese mussten die Dampferchefs Robert Straubhaar und Stefan Bloch bisher verzichten. Die Corona-Regeln ließen ihnen da kaum Spielraum. Nun, mit Inkrafttreten der neuen Corona-Schutzverordnung an diesem Montag, dürften Bloch und Straubhaar ihre Weiße Flotte endlich wieder in die Sächsische Schweiz, nach Meißen und Diesbar-Seußlitz schicken. Doch der Fahrplan wird erst einmal dünner bleiben als im vergangenen Sommer. Warum?

Wie dürfen die Dampfschiffe wieder fahren?

Fahren dürfen die Dresdner Dampfschiffe schon seit Mitte April wieder, allerdings nur im Linienverkehr. Wie Busse und Straßenbahnen haben sie Menschen von A nach B und C und zurück gebracht. "A" war dabei das Terrassenufer, "B" war Blasewitz und "C" Pillnitz. Ausflugsverkehr war hingegen untersagt, ebenso eine gastronomische Bewirtung an Bord. Dampferfahren im ÖPNV-Modus sozusagen.

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Am diesem Montag lockert Sachsen nun die Regeln für die Flussschifffahrt und ermöglicht wieder Ausflugsfahrten. Bei einer Inzidenz unter 35 benötigen Gäste kein negatives Corona-Testergebnis, um an Bord zu kommen. Die Kontaktdaten der Passagiere müssen allerdings weiterhin erfasst werden. Außerdem wird ein Hygienekonzept gefordert, das unter anderem ausreichend Abstand zwischen den Gästen ermöglicht. Darüber hinaus sind Mund-und-Nasen-Masken Pflicht. Am Platz dürfen diese abgenommen werden. Tickets gibt es online, genauso wie den Fahrplan. Aufgrund der vielen Fahrplanänderungen in den vergangenen Wochen, aber auch in den nächsten Wochen hat die Dampfschifffahrt bisher darauf verzichtet, Exemplare drucken zu lassen. "Wir sind sehr gespannt, ob die Digitalisierung von unseren Kunden angenommen wird", sagt Sprecher Robert Körner.

Wann nimmt die Dampfschifffahrt ihren alten Fahrplan wieder auf?

Zunächst wird die Weiße Flotte nicht in den Normalbetrieb zurückkehren. Ab Mittwoch heißt es erst einmal "halbe Kraft voraus". Das heißt, es werden vorerst nur Fahrten von Mittwoch bis Sonntag angeboten. Und das auch nur innerhalb Dresdens. Die Schlösserfahrt führt zum Beispiel nach Pillnitz und zurück. Die neue Kulturerbefahrt stattet darüber hinaus Pieschen einen kurzen Besuch ab. Zum Einsatz werden ausschließlich die Dampfer kommen, nicht die Salonschiffe. Bis zu neun Fahrten wird es am Tag geben. Auf eine Bewirtung an Bord müssen die Passagiere noch verzichten. Allerdings können sie sich in Selbstbedienung ein frisch Gezapftes oder einen Snack holen.

Warum hält sich die Dampfschifffahrt noch zurück?

Zwar empfängt Dresden wieder Touristen. Wie viele in den nächsten Tagen und Wochen einen Urlaub an der Elbe planen, ist aber unklar. "Wann wir weitere Fahrten zuschalten, hängt davon ab, wie sich die Gästezahlen entwickeln, auch in der Sächsischen Schweiz", sagt Dampfschifffahrt-Sprecher Robert Körner. Sprich: Das Unternehmen möchte sich nicht verkalkulieren und schon jetzt alle Mitarbeiter wieder voll an Bord holen. Aktuell würde sich die komplette Belegschaft noch in Kurzarbeit befinden, so Körner.

Wann könnte es wieder richtig losgehen?

"Wir müssen schauen", so Rausch. Im vergangenen Sommer, nach der ersten Corona-Welle, hätten sich sehr viele deutsche Urlauber für Ferien in Dresden entschieden. Tatsächlich ließe sich bereits erahnen, dass sich dies in den nächsten Wochen wiederholen könnte. Doch noch seien einige Hotels in der Sächsischen Schweiz geschlossen. Die Gäste, die dort einchecken wollen, seien wichtig, um wieder Fahrten ins Elbsandsteingebirge in den Fahrplan aufnehmen zu können.

Körner geht davon aus, dass das Programm im Juli weiter hochgefahren werden kann. Für einen genauen Fahrplan sei es aber noch zu früh. Sollte es im Juli aber wieder "volle Kraft voraus" heißen, dann soll auch das gastronomische Angebot an Bord ausgebaut werden. "Die Schiffe sind jedenfalls flott."

Spielt denn wenigstens der Elbepegel mit?

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Mit einem Pegel von 1,09 Meter am Terrassenufer führt die Elbe aktuell so viel Wasser, dass Schifffahrt komfortabel möglich ist - auch mit gut beladenen Schiffen. Selbst wenn es zu Niedrigwasser kommen sollte: "Es wird immer ein Angebot geben", erklärt Körner das Unternehmenskonzept, das abgestuft nach Pegelständen verschiedene Fahrten vorsieht. Selbst bei "Rot" würden Stadtfahrten angeboten, wenn auch mit weniger Anlege- und Wendemanövern. "Doch wie gesagt: Der Pegel passt aktuell." Die Dresdner Dampfschifffahrt firmiert seit dem vergangenen Jahr als Weiße Flotte Sachsen GmbH. Geschäftsführer ist neben Stefan Bloch der Schweizer Robert Straubhaar. Er hatte das sächsische Traditionsunternehmen im ersten Corona-Krisenjahr vor dem Aus gerettet. (mit SZ/csp)

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