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Dresdner Impfzentrum öffnet für über 80-Jährige

Ab Montag können sich Hochbetagte in der Messe impfen lassen, wenn sie vorab einen Termin gebucht haben. Das ist gar nicht so einfach. Die wichtigsten Fakten zum Start.

Im Dresdner Impfzentrum in der Messehalle 4 werden ab Montag auch über 80-Jährige geimpft - allerdings nur jene, die auch einen Termin haben.
Im Dresdner Impfzentrum in der Messehalle 4 werden ab Montag auch über 80-Jährige geimpft - allerdings nur jene, die auch einen Termin haben. © Sven Ellger

Dresden. Bisher sind in Sachsen mehr Ärzte, Pfleger und Rettungskräfte gegen das Coronavirus geimpft worden als hochbetagte Menschen und Pflegeheim-Bewohner. Das soll sich aber ab der kommenden Woche ändern.

Allerdings ist es bisher bei weitem nicht allen Impfwilligen gelungen, an einen Termin zu kommen. Warum das so ist, was Betroffene tun können und wie die Impfungen ab Montag laufen sollen - das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zum Impfbeginn für die über 80-Jährigen.

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Wann öffnet das Dresdner Impfzentrum für über 80-Jährige?

Das Impfzentrum in der Messe Dresden hat bereits seit Montag vergangener Woche geöffnet. In den sieben Tagen sind jedoch ausschließlich Rettungskräfte und ambulante Pflegekräfte geimpft worden, erklärt Ulrike Peter. Erst ab dem heutigen Montag seien die über 80-Jährigen an der Reihe, die daheim leben - also nicht in einem Heim. Allerdings kommen nur jene dran, die vorab erfolgreich einen Termin vereinbart haben.

Es sollen vergangene Woche schon Senioren in der Messe geimpft worden sein. Stimmt das?

Einem Mann war es gelungen, bereits für vergangenen Mittwoch einen Termin für seine hochbetagte Mutter zu vereinbaren. Als die beiden in der Dresdner Messe ankamen, habe es eine lange Schlange junger und älterer Menschen gegeben, die vom Foyer bis hinaus reichte, erzählt er der SZ. Schätzungsweise warteten 50 impfbereite Menschen vor ihnen. Es habe eine Stunde gedauert, bis man sich habe anmelden können. Erst nach Aufforderung seien Sitzbänke im Wartebereich vorm Check-in aufgestellt worden.

Durch einen Fehler im Buchungssystem seien versehentlich schon in dieser Woche Termine für Senioren im Impfzentrum vergeben worden, bestätigt Ulrike Peter. Sie erklärt, dass es sich um Einzelfälle gehandelt habe. Tatsächlich starten die Impfungen für über 80-Jährige erst am Montag.

Und die Termine würden so vergeben, dass sich dann keine Schlangen vor der Anmeldung bilden dürften. Der Check-in sollte so zügig ablaufen, dass auch keine Sitzbänke in der Foyerhalle nötig seien. Nach der Anmeldung stünden allen Patienten Sitzgelegenheiten zur Verfügung – mit ausreichend Abstand zueinander. Die Stühle werden regelmäßig desinfiziert.

Damit das alles funktioniere, sei es aber sehr wichtig, dass man zu seinem vereinbarten Termin erscheine und nicht bereits eine Stunde vorher. Zehn Minuten eher da zu sein, sei freilich kein Problem, so Ulrike Peter.

Ich bin über 80 Jahre alt. Komme ich derzeit an einen Termin?

Wer in einem Heim lebt, muss sich nicht selbst um einen Termin kümmern. Das übernimmt die Heimleitung. Alle anderen über 80-Jährigen müssen sich selbst um ihre Impfung bemühen. Dazu ist folgendes nötig: Zunächst muss sich jeder über das Internet-Impfportal des Roten Kreuzes registrieren.

Dort wird zunächst geprüft, ob man tatsächlich zur ersten Impfgruppe gehört. Außerdem werden persönliche Kontaktdaten abgefragt. Ist das erledigt, erhält man per E-Mail einen Link. Über diesen Link soll man schließlich einen Termin im Impfzentrum vereinbaren können.

In Sachsen können allerdings vorerst keine neuen Impftermine vergeben werden. Weder online noch telefonisch sei eine Vereinbarung ab Montag möglich, sagte Kai Kranich vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Grund dafür ist der angekündigte Lieferengpass des Impfstoff-Herstellers Biontech-Pfizer. "Wir können leider nur so viele Termine vergeben, wie wir auch Impfstoff haben", erklärte Kranich. Nun müsse man erst einmal abwarten, wie sich die Situation entwickle.

Bisher wurden rund 9.000 Impftermine über das Online-Buchungsportal vergeben. Diese könnten in der kommenden Woche abgesichert werden, betonte Kranich. Für übernächste Woche allerdings könnten wegen des fehlenden Impfstoffes keine Termine in den Impfzentren angeboten werden. Am Montag (18. Januar) sollte die Telefonhotline mit der Vergabe von Terminen starten - ohnehin später als geplant. Bisher werden über die Nummer lediglich Fragen zum Thema Impfen beantwortet.

Sachsen garantiert trotz des Lieferengpasses beim Corona-Impfstoff jedoch die Wiederholungsimpfung. Das gilt für Menschen, die seit dem 27. Dezember bereits geimpft wurden, sowie für jene, die schon einen Termin für die nächsten Tage haben. Das hatte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) betont. Sachsen hat die Hälfte der zur Verfügung stehenden Dosen für die zweite Impfung zurückgehalten.

Was muss ich zum Termin mitbringen?

Zum Impftermin sind mitzubringen: Versichertenkarte, Impfausweis sowie bestenfalls der im Internet heruntergeladene und ausgefüllte Anamnese-Bogen beziehungsweise die Einwilligungserklärung.

Was soll ich für einen Termin tun?

Wohl oder übel sind Senioren oder ihre Angehörigen gezwungen zu warten. Laut DRK werden neue Termine freigegeben, sobald mehr Impfstoff geliefert wird oder bereits gebuchte Termine wieder abgesagt werden.

Ein Umstand, der den ohnehin komplizierten Buchungsprozess erschwert: Wird 14 Tage nach der Registrierung kein Termin gebucht, verfällt die Anmeldung. Dann muss erneut bestätigt werden, dass man aufgrund seines Alters höchste Impfpriorität hat. Auch Name, Anschrift und so weiter müssen abermals eingegeben werden.

Habe ich am Telefon überhaupt eine Chance auf einen Termin?

Ein Teil der freien Termine soll generell für Telefonbuchungen geblockt werden, damit Anrufer dort eine Chance haben, so das DRK. Gedacht ist diese Hotline aber ausschließlich für Senioren, die nicht in der Lage sind, über das Internet zu buchen und keine Angehörigen mehr haben, die dies tun könnten.

Wer kann aktuell so oder so keinen Impf-Termin buchen?

Das sind all jene, die nicht zur ersten Impfgruppe gehören. Wer das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, weder Arzt noch Pfleger in einem Krankenhaus oder Pflegeheim ist, und nicht dem Rettungsdienst angehört, muss warten. Das sächsische Gesundheitsministerium wird die nächste Stufe der Corona-Impfaktion - und damit auch die nächste Gruppe - ausrufen und dies sehr breit bekanntgeben, auf seiner Internetseite, aber auch über Medien wie die SZ.

Wie viele Menschen sind in Dresden schon geimpft worden?

Allein in dieser Woche haben in Dresden mehr als 2.000 Menschen eine Corona-Schutzimpfung in den Heimen und im Impfzentrum erhalten. Die Impfbereitschaft, insbesondere unter den Rettungs- und Pflegekräfte, die in dieser Woche vorrangig in der Messe geimpft wurden, sei riesig gewesen, sagt die Dresdner Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Ulrike Peter.

So riesig, dass zusätzlicher Impfstoff aus anderen Impfzentren angenommen wurde. Dabei habe es sich um Vakzin gehandelt, das dort nicht schnell verbraucht werden konnte und zu verderben drohte, so Ulrike Peter. Ist eine Ampulle des Biontech-/Pfizer-Impfstoffes einmal angebrochen, hält sie sich lediglich drei Stunden. Unangebrochen, aber bereits aufgetaut darf der Impfstoff höchstens fünf Tage bei Kühlschranktemperatur gelagert werden.

Wie sieht es mit Ärzten und Pflegern aus?

Bis zum Freitagmorgen haben 762 Mitarbeiter aus den Corona- und Hochrisikobereichen im Städtischen Klinikum ihre erste Impfdosis erhalten, teilt Sprecherin Viviane Piffczyk mit. "Wir erhalten den Impfstoff schrittweise. Für Dienstag wurde weiterer Impfstoff für unser Klinikum angekündigt." Geplant sei, in der kommenden Woche mehr als 500 weitere Mitarbeiter erstzuimpfen. Am Ende der nächsten Woche könnten damit bis zu 1.400 Mitarbeiter ihre erste Dosis erhalten haben.

Am Uniklinikum sind bis zum Donnerstagabend rund 1.700 Mitarbeiter geimpft worden. "Leider steht noch immer nicht ausreichend Impfstoff für alle impfbereiten Mitarbeiter zur Verfügung", heißt es. Das gelte auch für die anderen 35 Dresdner und ostsächsischen Kliniken, für die das Uniklinikum die Impfstoffverteilung organisiert.

Die nächste Impfstofflieferung sei für Montag angekündigt worden. "Die dann hoffentlich verfügbaren Impfdosen werden dringend benötigt. Aber sie reichen bei weitem nicht aus, um so schnell wie möglich alle diejenigen in den Belegschaften zu immunisieren, die das wünschen", heißt es auf SZ-Anfrage.

Und Pflegeheim-Bewohner?

In den Dresdner AWO-Pflegeheimen in Prohlis (240 Impfungen) und Kleinzschachwitz (120 Impfungen), sowie im AWO-Wohnen für wohnungslose Senioren in Prohlis (20 Impfungen) sind diese Woche die ersten Impfungen erfolgt. "Für unser drittes Pflegeheim in Cossebaude steht Ende kommender Woche der erste Impftermin an", so Sprecher Andreas Szabo.

Geimpft wurde in dieser Woche auch in der Alloheim Senioren-Residenz "Seniorenzentrum AGO Dresden" an der Wernerstraße in Löbtau. Die Impfbereitschaft sei sehr hoch gewesen, so Einrichtungsleiter Alf Dietze. Genaue Zahlen könne er vor dem Hintergrund datenschutzrechtlicher Vorgaben nicht nennen. Eine Reihe von Pflegeheimen anderer Betreiber, auch der städtischen Cultus gGmbH, waren bereits dran.

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Babette Steffen arbeitet bei der Freiwilligen Feuerwehr. Sie gehört zu den ersten Menschen in der Stadt, die sich in der Messe gegen Corona impfen lassen.

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