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Dresdner kommen nach Pirna zum Impfen

Im Landkreis SOE geht es bei der Corona-Immunisierung wohl schneller als woanders. Beim DRK wundert man sich.

Der volle Parkplatz am Pirnaer Impfzentrum zeigt auch, dass die Auslastung an Grenzen kommt.
Der volle Parkplatz am Pirnaer Impfzentrum zeigt auch, dass die Auslastung an Grenzen kommt. © Norbert Millauer

Genau so hatte es sich André Röhrich vorgestellt. "In Pirna lief das wirklich zügig. In 45 Minuten waren wir mit dem Impfen durch", sagt der Dresdner. Er hat sich bewusst für das Impfzentrum in Pirna-Jessen entschieden, obwohl das Impfzentrum in der Dresdner Messe für ihn ein kürzerer Weg gewesen wäre.

Pirna hat sich den Ruf erarbeitet, dass dort die Wartezeit etwas geringer ist. Ein befreundeter Lehrer hatte ihm den Tipp gegeben. "Parallel hatte mir jemand berichtet, dass er in Dresden drei Stunden warten musste", sagt Röhrich. Darauf hatte er verständlicherweise verzichten wollen. Den Impf-Ort darf man in der Auswahl frei wählen.

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Impfzentren in Sachsen sind planmäßig ausgelastet

Beim DRK, das für die Logistik und die Helfer in den Impfzentren zuständig ist, kann man diese Einschätzung allerdings nicht nachvollziehen. Temporär habe es an dem einen oder anderen Impfzentrum mal Wartezeiten gegeben, räumt der Sprecher des DRK Sachsen, Kai Kranich, ein. Dass es in Dresden aber immer länger dauern soll als etwa in Pirna, höre er zum ersten Mal.

Die Impfzentren seien in Sachsen derzeit überall genauso stark besetzt und ausgelastet. Mit rund 13.000 Impfungen im Freistaat täglich sind die aktuellen von Sozialministerium geplanten Kapazitäten fast ausgereizt. Das Procedere ist eigentlich auch überall gleich.

Jede einzelne Impfstrecke in den Impfzentren muss vom Sächsischen Sozialministerium genehmigt werden. Da sind vor Ort gar keine eigenmächtigen Änderungen möglich. Limitierende Faktoren waren zum Teil die IT-Ausstattung in den Impfzentren und die Arztgespräche, die gesetzlich vor einer Impfung vorgeschrieben sind.

Parkplatz am Impfzentrum in Pirna ist gut gefüllt

In Dresden gab es vorige Woche Dienstag größere Probleme. In Riesa indes kam es am 20. Februar zu bis zu 45 Minuten Wartezeit vor dem Impfzentrum. In Pirna wird zwar auch von Wartezeiten berichtet, die sich aber in Grenzen halten. In den Google-Bewertungen wird das Pirnaer Impfzentrum größtenteils für die Freundlichkeit und den reibungslosen Ablauf gelobt. Man habe auch permanent einen Ansprechpartner im Haus. Das hört man beim DRK gerne. Nur bei einer der Bewertungen fühlte sich bisher jemand schlecht beraten.

André Röhrich könne auch nichts Negatives berichten und er hofft, dass das beim Termin zur Zweitimpfung nicht anders wird. Er findet es nur wichtig, dass man vorher weiß, dass man frühestens zehn Minuten vor dem festgelegten Impftermin hereingelassen wird. Deshalb würden auch viele davor im Auto warten. So ist der Parkplatz an dem früheren Aldi-Markt, der nun zum Impfzentrum umgebaut wurde, relativ voll. Die Einrichtung liegt nicht gerade zentral, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln aber erreichbar.

Das könnte zu einem Problem werden, wenn weitere Impfstrecken aufgebaut werden würden. Derzeit sind es zwei, die mit je zwei Ärzten besetzt sind. "Die Räumlichkeiten in Pirna geben aber keine Erweiterung mehr her", erklärt Kranich. In Dresden oder Riesa wäre das dagegen anders und eine Option.

Das DRK kann aber nicht selbst aktiv werden, sondern muss jetzt die weitere Impfstrategie des Freistaates abwarten. Das könnten neben dem Ausbau bestehender Zentren auch die Eröffnung weiterer sein, eine Erhöhung der mobilen Kapazitäten mit Fahrzeugen und Teams oder die Einbindung von Hausärzten.

Kein Problem mit Astrazeneca

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hatten mit Stand vom 3. März 13.712 Menschen eine Erstimpfung im Impfzentrum Pirna beziehungsweise vom angegliederten mobilen Impfteam erhalten. Knapp 5.000 bekamen bereits die Zweitimpfung.

Zu Anfang wurde ausschließlich der Impfstoff von Biontech/Pfizer ausgegeben. Weil die Belieferung damit aber sehr begrenzt war, wurde die Kapazität des Impfzentrums in Pirna nicht voll ausgelastet. Seit jedoch auch der Impfstoff von Astrazeneca zur Verfügung steht, hat sich das geändert. Der hatte bis jetzt aber nur für Personen unter 65 Jahren in Deutschland eine Zulassung.

Um diese Dosen so schnell wie möglich zu verimpfen, kann sich auch schon ein großer Teil von Personen aus der zweithöchsten Impfpriorität impfen lassen. Zu der gehört auch André Röhrich. Er ist werdender Vater. Um Schwangere vor schweren Erkrankungen zu schützen, gehören inzwischen auch jeweils zwei unmittelbare Bezugspersonen der Schwangeren zu jenen, die sich mit Astrazeneca impfen lassen können.

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Röhrich hätte von heute auf morgen einen Termin bekommen können. In der Auswahl auf dem Online-Portal hat er sich dann für den passenden entschieden. Es war für ihn auch kein Problem, dass Astrazeneca ein nicht so gutes Image hat. "Da habe ich null Bedenken", sagt er. Zum einen sei der Schutz seiner jungen Familie wichtiger, zum anderen die gute Wirksamkeit inzwischen bestätigt.

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