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Viele Dresdner ohne Maske in Bus und Bahn

Wer die Schutzmaske nicht trägt, dem droht ein Bußgeld. Das Ordnungsamt hat in einer Woche über tausend Verstöße festgestellt. Manche seien auch gewalttätig.

Masken sind seit 1. September in Dresdens Bussen und Bahnen Pflicht. Einige halten sich nicht daran.
Masken sind seit 1. September in Dresdens Bussen und Bahnen Pflicht. Einige halten sich nicht daran. © René Meinig

Dresden. In den Bussen und Bahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) gilt wegen des Coronavirus schon seit dem 20. April die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Seit 1. September werden für Verstöße nun Bußgelder verhängt. In den wenigen Tagen trafen die Mitarbeiter der Besonderen Einsatzgruppe des Ordnungsamtes bereits etliche Maskenmuffel an. Einige müssen nun zahlen.  

"Nur wenn die Pflicht besteht, ein Bußgeld verhängt werden kann und wir konsequent kontrollieren, gefährden wir nicht, was wir bisher erreicht haben", sagt Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU). Damit meint Sittel die relativ niedrigen bekannten Corona-Infektionen in Dresden.

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Er und DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach begrüßen, dass seit 1. September ein Bußgeld fällig wird, wenn jemand vorsätzlich keine Maske in Bus und Bahn trägt. Seitdem wird dies auch kontrolliert.   

Die meisten würden aber Masken tragen, sagt Hemmersbach. "Es gibt einige wenige Fälle, in denen es aber auch nach Aufforderung verweigert wird." Die normalen Fahrscheinkontrolleure, die die DVB beauftragt haben, kontrollieren mit, ob alle Fahrgäste Maske tragen. Aber sie dürfen gegen diese Pflichtverstöße, die Ordnungswidrigkeiten sind, nicht vorgehen.

Die Kontrolleure müssen dann die Besondere Einsatzgruppe des Ordnungsamtes zur Unterstützung rufen. "Ordnungswidrigkeiten müssen öffentliche Bedienstete mit hoheitlichen Aufgaben aufnehmen", erklärt Sittel.   

Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel und DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (v.l.) berichteten am Freitag, wie die Dresdner die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen einhalten.
Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel und DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach (v.l.) berichteten am Freitag, wie die Dresdner die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen einhalten. © René Meinig

"Einige sind auch noch renitent und gewalttätig"

Sechs Mitarbeiter der Einsatzgruppe sind unabhängig von den Fahrscheinkontrolleuren seit dem 1. September in Dresdens Bussen und Bahnen unterwegs. Sie haben laut Sittel in der ersten Woche bereits mehr als tausend Verstöße festgestellt. In den meisten Fällen reiche ein Hinweis oder die Bitte, eine Maske aufzusetzen.

"Aber einige sind nicht nur dumm und dämlich, sondern auch noch renitent und gewalttätig", berichtet Sittel - insbesondere unter den Masken-Verweigerern. "Darauf mussten wir unsere Mitarbeiter vorbereiten. Deshalb haben wir auch die Besondere Einsatzgruppe mit dieser Aufgabe betraut. Also die Mitarbeiter, die generell im konfliktträchtigen Bereich arbeiten". Die Gruppe kommt bei großen Festen, an Brennpunkten wie eine Zeit lang dem Wiener Platz, in der Äußeren Neustadt, am Amalie-Dietrich-Platz und überall, wo es krachen könnte, zum Einsatz. Sittel sagt, die Einsatzgruppe könne diese Aufgabe derzeit leisten, weil - ebenfalls wegen Corona - die großen Feste ausfallen, wo sie sonst Überstunden anhäufen würden. 

Sittel spricht von einer zweistelligen Zahl an Bußgeldern, die bisher verhängt wurden. "Diese Ordnungswidrigkeit setzt den Vorsatz voraus. Also müssen sich die Personen tatsächlich weigern, eine Maske aufzusetzen." Das täten am Ende die wenigsten. 

Sogar eine Bahn trägt Maske

Sittel mahnt: "Seine Füße auf einen Sitz in der Bahn zu legen, ist eine Belästigung und unschön, die Maske zu verweigern eine Gefährdung. Es ist nicht cool, keine Maske zu tragen!"

Seine Mitarbeiter seien auch unterwegs, weil es immer wieder zu Konflikten zwischen Masken-Verweigerern und anderen in Bussen und Bahnen kommt. "Wir werden das genau beobachten und falls sich herausstellen sollte, dass es auf bestimmten Linien und zu bestimmten Zeiten häufiger vorkommt, dass Masken verweigert werden, können wir die Kontrollen jederzeit verstärken."  

Die DVB hat eine Straßenbahn mit einem Mundschutz bekleben lassen.
Die DVB hat eine Straßenbahn mit einem Mundschutz bekleben lassen. © René Meinig

Bei den DVB trägt seit Freitag sogar eine Bahn Maske. Die Verkehrsbetriebe haben eine der Straßenbahnen mit einer Maske als Aufkleber an der Front beklebt. Das solle erneut darauf hinweisen, dass die Maske Pflicht ist, um einzusteigen.

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DVB-Vorstand Hemmersbach rechnet wegen Corona in diesem Jahr mit einem zweistelligen Millionenverlust. "Wir hatten in der Phase mit den großen Einschränkungen 70 bis 80 Prozent weniger Fahrgäste, jetzt sind es immer noch 20 Prozent weniger." Auch deshalb plädiert er für die Maske, damit das öffentliche Leben nicht erneut heruntergefahren werden muss.   

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