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Corona: DRK bittet Sachsens Hausärzte um Geduld

Viele Arztpraxen fragen beim Roten Kreuz nach Impfstoff. Doch dafür ist es noch zu früh. Auch das Corona-geplagte Vogtland muss sich noch gedulden.

Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekannt gegeben hatte, dass spätestens ab April niedergelassene Ärzte impfen dürfen, fragen viele Arztpraxen in Sachsen beim DRK, wo sie Impfdosen erhalten können.
Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekannt gegeben hatte, dass spätestens ab April niedergelassene Ärzte impfen dürfen, fragen viele Arztpraxen in Sachsen beim DRK, wo sie Impfdosen erhalten können. © Thomas Frey/dpa Pool/dpa

Nach den Entscheidungen über flexibleres Impfen gegen den Coronavirus kann sich das Deutsche Rote Kreuz in Sachsen vor Anfragen kaum retten. "Es ist großartig, dass sich so viele Menschen impfen lassen wollen", sagte DRK-Sprecher Kai Kranich am Freitag. Für die Mitarbeiter in den Impfzentren und den mobilen Teams sei die große Nachfrage ein "riesiger Antrieb". Aber ohne offizielle Änderungen der Impfverordnung könnten die Helfer nicht von den bisherigen Regeln abweichen.

Davon betroffen sind auch die Hausärzte. Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bekannt gegeben hatte, dass spätestens ab April niedergelassene Ärzte impfen dürfen, fragen viele Arztpraxen in Sachsen beim DRK, wo sie Impfdosen erhalten können. Kranich: "Noch ist es aber nicht soweit, der Bund bereitet dies vor." Für Anfragen an das DRK sei es deshalb noch zu früh. Auch das Pilotprojekt des Gesundheitsministeriums, bei dem 40 Hausarztpraxen mitmachen können, hat noch nicht begonnen.

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Erfreulich sei auch, dass der Impfstoff Astrazeneca für über 65-Jährige freigegeben worden sei, sagte der Sprecher. Aber solange die Corona-Impfverordnung der Bundesregierung nicht geändert worden sei, könne das DRK in Sachsen diesen Wirkstoff nicht für Ältere zur Verfügung stellen.

"Fahrten ohne Termin zum Impfzentrum bringen nichts"

Für erhebliche Verwirrung haben auch Meldungen gesorgt, wonach die Prioritätenliste für das besonders von Corona belastete Vogtland aufgehoben werden soll. Die Landesregierung hatte dies am Donnerstag angekündigt. Das DRK weist darauf hin, dass diese Regelung zurzeit vorbereitet werde. Kranich: "Fahrten ohne Termin zum Impfzentrum bringen nichts." Stand heute werde im Vogtland wie überall nur nach Terminvergabe über die Webseite des DRK oder über die Hotline und nach offiziell geltender Prioritätenliste geimpft.

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Die Öffnung der Prioritätengruppe 2 für Personen unter 65 Jahre führt ebenfalls zu zahlreichen Nachfragen. Das DRK verweist darauf, dass das Sozialministerium für Impfwillige, die wegen einer Vorerkrankung oder eines individuellen Schicksals so rasch wie möglich geimpft werden wollen, eine Einzelfallkommission einrichten wird. Sie soll sich um Härtefälle, unklare Einordnungen und Anforderungen an die Nachweise kümmern. Das DRK sei dafür nicht zuständig, sagte Kranich.

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