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Dulig bittet um Einkaufen „für die Heimat“

Wegen Corona drohen die Innenstädte zu veröden. Sachsens Wirtschaftsminister macht Werbung – und fängt mit einer Spielwarenhändlerin an.

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD, links) wirbt für lokales Einkaufen - zum Beispiel bei Kathrin Dostlebe, die noch kein Hilfsgeld für ihren Spielwarenladen in Dresden bekommen hat.
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD, links) wirbt für lokales Einkaufen - zum Beispiel bei Kathrin Dostlebe, die noch kein Hilfsgeld für ihren Spielwarenladen in Dresden bekommen hat. © Foto: SMWA

Dresden. Hilfe für die Dresdner Spielwarenhändlerin Kathrin Dostlebe und ihre Kollegen in Sachsens Innenstädten: Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat am Montag eine Werbekampagne zur Stärkung des Einzelhandels begonnen.

Dulig appellierte in Dresden „an das Verantwortungsbewusstsein aller Sachsen, etwas für ihre Heimat zu tun“. Während der Internet- und Versandhandel boome, seien Ladengeschäfte wie Zauberbaum 24 von Kathrin Dostlebe seit der Adventszeit geschlossen. Die Dresdner Spielwarenhändlerin berichtete, ihre Rücklagen seien aufgebraucht.

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Anmeldung zum Einkaufsbummel jetzt die beste Lösung

Erst seit 2017 besitzt sie das Geschäft und betont, Spielwaren aus Kamenz, Werdau und dem Erzgebirge anzubieten. Auch diese Lieferanten warteten auf neue Bestellungen, sagte Dostlebe. Zwar habe sie treue Stammkunden und ein Internet-Angebot, aber mit großen Onlineshops könne sie nicht mithalten. Corona-Hilfsgeld vom Staat habe sie über ihren Steuerberater beantragt, aber noch sei kein Geld eingetroffen. Bestellungen zum Abholen über Click & Collect seien in der ersten Woche wenig genutzt worden, die zweite Woche sei etwas besser angelaufen.

Eine Terminvereinbarung sei für sie und die Kunden jetzt die beste Lösung, sagte Dostlebe. Auch Dulig warb für „Click & Meet“. Kunden könnten im Laden beispielsweise Kleidung anprobieren und kaufen, ohne zeitraubende Retouren abwickeln zu müssen.

Eine weitergehende Öffnung wäre derzeit unverantwortlich, sagte der Minister. Doch das Ziel bleibe, in Verbindung mit Testen und Impfen den Einzelhandel wieder zu öffnen. Sonst drohe die Kultur in den Innenstädten verloren zu gehen: „Niemand ist gerne in Orten, wo es öde ist und es nichts einzukaufen gibt.“

Werbekampagne: Jetzt lokal handeln

Zur Werbekampagne online und mit Plakaten gehören Familien beim Einkauf mit Slogans wie „Fast wie zu Hause“ und „Heimat im Angebot“. Ein Gewinnspiel soll folgen – und ein Ideenwettbewerb, bei dem die beste Händler-Initiative zur Belebung einer Stadt oder eines Viertels prämiert wird. Die Kampagne heißt "Jetzt lokal handeln". Sie ist Teil der laufenden Standortkampagne "So geht sächsisch" und wird aus deren Geld bezahlt. Auch auf saechsische.de war am Montag bereits Werbung aus dieser Aktion zu sehen.

Auf Nachfrage äußerte sich Dulig zurückhaltend zum Streit in Dresden, wie stark der Kaufpark Nickern ausgebaut werden soll: Vor Ort müsse die richtige Balance gefunden werden zwischen Einkaufszentren und Belebung der Innenstädte. In den 90er-Jahren habe Sachsen erlebt, was geschieht, wenn Einkaufszentren auf die grüne Wiese gesetzt werden. Dann fehlten der Innenstadt Anziehungspunkte. Nun gehe es aber auch darum, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln. "Die Dresdner werden sicher eine kluge Entscheidung treffen", sagte der Wirtschaftsminister.


Dulig im CoronaCast

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