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Ein Dankeschön für große Mühe

Kurz vor dem Total-Lockdown haben viele Händler und Dienstleister alles gegeben. Halten wir ihnen unbedingt die Treue. Unsere Lockdown-Kolumne.

SZ-Redakteur Christoph Springer berichtet von zwei Fällen von außergewöhnlichem Entgegenkommen in der Zeit kurz vor dem harten Lockdown.
SZ-Redakteur Christoph Springer berichtet von zwei Fällen von außergewöhnlichem Entgegenkommen in der Zeit kurz vor dem harten Lockdown. © Sebastian Gollnow/dpa; Montage: SZ-Bildstelle

Dresden. Kurz vor dem Dresdner Total-Lockdown mit geschlossenen Geschäften war der Sonnabend der letzte Tag, an dem man in den hiesigen Läden Weihnachtsgeschenke besorgen konnte. Da dachten wir noch alle, Friseure dürfen weiter geöffnet bleiben. Inzwischen wissen wir: Auch das Geschäft mit den Weihnachtsfrisuren, besonders beliebt bei Damen, fällt in diesem Jahr flach. Die Friseure müssen ab Mitte dieser Woche schließen.

Ich hatte am Sonnabend keine Zeit, Weihnachtsmann zu sein. Die Arbeit kam dazwischen, ganztägig. Es war Demo-Sonnabend und ich stand zwischen Polizei und einer Kundgebung, als ich kurz Zeit hatte, in einem Dresdner Geschäft anzurufen, um ein Geschenk zu besorgen.

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Größe abfragen, Preis abfragen, Liefermöglichkeiten ausloten - die freundliche Modehändlerin aus der Neustadt war sehr flexibel. Sie würde mir das Geschenk nach der Arbeit geben, ich müsste nur bei ihr an der Wohnung klingeln, sagte sie, schließlich war 16 Uhr Ladenschluss bei ihr. Ein toller Vorschlag in dieser ungewöhnlichen Zeit. Notfalls wollte sie mir das Geschenk zuschicken.

Nach der Arbeit kam ich an ihrem Geschäft vorbei, es war schon fast 17 Uhr. Sie hatte kurzerhand entschieden, länger zu öffnen, weil noch so viele Weihnachtseinkäufer unterwegs waren. So bekam ich die Tüte mit dem Geschenk noch im Laden. Danke!

Tags darauf, also am Sonntag (!), klingelte nachmittags das Telefon. Meine Friseurin rief am freien Tag aus ihrem Laden an. Sie verwies auf den Lockdown ab Mittwoch, ab dem sie nicht mehr öffnen darf. Für diesen Tag hatte ich schon vor Wochen einen Termin vereinbart. Dann schlug sie einen frühen Morgentermin am Montag oder Dienstag vor. Sie habe jetzt Verstärkung in ihrem Salon, deshalb sei das möglich.

Ich habe zugesagt und höre nun von einem Ansturm auf Friseurgeschäfte an den letzten zwei Öffnungstagen. Ich habe also besonderes Glück gehabt und finde diese Terminverschiebung von ihr nach wie vor ebenso zuvorkommend wie ungewöhnlich. Noch so ein erfreuliches Erlebnis. Hoffentlich ist es vielen Dresdnern so gegangen.

Mein Fazit: Halten wir unseren Lieblingsgeschäften auch im Lockdown so gut es geht die Treue. Geben wir reichlich Trinkgeld. Ich werde danach dort auch dann Geld hintragen, wenn ich eigentlich gerade kein Kleidungsstück kaufen möchte und auch noch nicht unbedingt einen neuen Haarschnitt brauche. Versprochen!

An dieser Stelle schreiben Redakteure der Dresdner Stadtredaktion aus ganz persönlicher Sicht über Gedanken, Beobachtungen und Erfahrungen aus dem Alltag im Lockdown.

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