merken
PLUS Döbeln

Ein Jahr mit dem Coronavirus

Vor zwölf Monaten traten die ersten Fälle auf. Im Dezember 2020 war die Pandemie in Mittelsachsen auf dem Höhepunkt.

Inzwischen gehören Mund-Nase-Masken zum Alltag. Sie wurden relativ schnell nach dem Corona-Ausbruch eingeführt. Reichten am Anfang noch selbstgenähte Stoffmasken, sind jetzt FFP2- oder OP-Masken Vorschrift. Letztere gibt’s nicht nur in Blau, sondern
Inzwischen gehören Mund-Nase-Masken zum Alltag. Sie wurden relativ schnell nach dem Corona-Ausbruch eingeführt. Reichten am Anfang noch selbstgenähte Stoffmasken, sind jetzt FFP2- oder OP-Masken Vorschrift. Letztere gibt’s nicht nur in Blau, sondern © Dietma Thomas

Mittelsachsen. Am 13. März 2020 wurden die ersten drei Coronafälle im Landkreis Mittelsachsen registriert – drei Frauen, die von einer Reise zurückgekehrt waren.

Die Zahl der Infizierten stieg kontinuierlich, wobei vom 3. bis 24. Juli bei 304 Fällen eine Pause ohne Neuinfektionen eingetreten ist. Den ersten großen Anstieg gab es in der letzten Oktoberwoche, in der 470 Personen positiv getestet wurden.

Arbeit und Bildung
Alles zum Berufsstart
Alles zum Berufsstart

Deine Ausbildung finden, die Lehre finanzieren, den Beruf fortführen - Hier bekommst Du Stellenangebote und Tipps in der Themenwelt Arbeit und Bildung.

Den Höhepunkt erreichte die Infektionsrate Ende des Jahres. Am 21. Dezember lag der Inzidenzwert laut Robert-Koch-Institut bei 645,8. In der Woche zuvor standen 1.730 Neuinfektionen zu Buche.

Am niedrigsten war der Inzidenzwert anschließend mit 39,1 am 24. Februar. Im Vergleich der drei Altkreise war die Region Döbeln durchgehend am geringsten und der Bereich Freiberg am stärksten betroffen.

Mit 3.214 (+10) Fällen sind es insgesamt in Döbeln nur halb so viele wie in Freiberg mit 6.708 (+32) Fällen. Mittweida liegt mit 6.219 (+29) Fällen nur knapp hinter Freiberg. Insgesamt wurden in Mittelsachsen in den vergangenen zwölf Monaten 16.141 Personen erfasst, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben.

Mehr als 1.600 Patienten in Kliniken

Reichlich 1.600 Patienten sind seit Beginn der Pandemie in den Krankenhäusern des Landkreises Mittelsachsen stationär behandelt worden – im Klinikum Döbeln 320, in der Helios-Klinik Leisnig 394, in der Landkreis Mittweida Krankenhaus gGmbH rund 320 und im Kreiskrankenhaus Freiberg 619.

Der Höhepunkt war Mitte Dezember 2020 erreicht, als sich 200 Personen in den Kliniken befunden haben. Seither sind die Zahlen rückläufig und lagen am 12. März 2021 bei 35. Das waren zwei mehr als am Vortag. Neun müssen derzeit beatmet werden.

An oder mit Corona sind in den vergangenen zwölf Monaten 583 Personen verstorben. Die Mehrheit dieser Menschen war älter als 80 Jahre, teilen alle Kliniken mit.

In den letzten Wochen hat sich die Situation in den Krankenhäusern entspannt. Das Klinikum Döbeln hält aber weiter eine ganze Station für die Versorgung von Covid-Patienten vor, sagt Verwaltungsleiter Martin Preißer. Während der Phase der hohen Inzidenzwerte waren dort zwei Stationen belegt.

>>>Über die Ausbreitung des Coronavirus und über die Folgen in der Region Döbeln berichten wir laufend aktuell in unserem Newsblog.<<<

„Da im Landkreis Mittelsachsen eine sehr dynamische Entwicklung an Covid-19-Infektionen herrschte, haben wir die Lage täglich neu bewertet und konnten auch kurzfristige Anpassungen der Bettenkapazitäten vornehmen“, erklärt Juliane Dylus, Sprecherin der Helios-Klinik Leisnig.

In Mittweida stehen derzeit auf der Pandemiestation in einem räumlich abgegrenzten Bereich bis zu 16 Betten sowie auf der Intensivstation insgesamt acht Betten zur Verfügung. „Trotzdem hat die Klinik ihre ursprüngliche Kapazität noch nicht wiedererlangt“, so Sprecherin Ines Schreiber.

Mittweida habe punktuell Corona-Patienten von anderen Kliniken übernommen, aber auch vereinzelt Patienten für bestimmte Therapien , die in Mittweida nicht angeboten werden, an andere Einrichtungen vermittelt. Das Personal war in allen Kliniken oft an der Belastungsgrenze. In Mittweida sind die Mitarbeiter sechs Wochen lang von Soldaten mit nichtpflegerischen Diensten unterstützt worden.

© Lars Halbauer

30.000 Dosen verimpft

Im Impfzentrum Mittweida wird am Wochenende voraussichtlich die 30.000. Impfdosis verabreicht, erklärt René Illig vom DRK Döbeln-Hainichen. Verabreicht wird derzeit Impfstoff von Biontech, Moderna und Astrazeneca. „Geplant ist, dass im Impfzentrum alles verimpft wird, was zugelassen wird“, so Illig.

In Mittweida arbeiten 14 Mitarbeiter des DRK, die von sieben Soldaten der Bundeswehr unterstützt werden. Von der Kassenärztlichen Vereinigung kommen vier bis sechs Ärzte und zehn bis 14 Schwestern pro Tag dazu. Geimpft wird sieben Tage pro Woche jeweils in der Zeit von 8 bis 20 Uhr.

Ein weiteres Impfzentrum sei in Mittelsachsen nicht geplant. Aber sobald der Freistaat sogenannte temporäre Impfzentren genehmigt, seien die ersten in Döbeln und Freiberg geplant. Sie öffnen dann im Abstand von drei Wochen für jeweils eine Woche.

Nach dem Test des Impfbusses beginnt dieser am Sonnabend mit seinen regulären Touren. „Diese werden nach der Entfernung und Erreichbarkeit des Impfzentrums festgelegt“, sagt Illig. Zuerst hält der Bus in Neuhausen, Seyda und Mulda. Auch für Leisnig und Ostrau gibt es bereits Termine.

© Dietmar Thomas

Vielfältige Initiativen

Die beiden Lockdowns hatten neben der negativen Seite der geschlossenen Geschäfte und Kontaktbeschränkungen auch eine positive Seite. Viele Menschen haben sich um andere gekümmert. Uneigennützig. Kati Funke und Marcel Ressel (Foto) aus Waldheim haben eine Aktion mit Zeichnungen und Basteleien für Seniorenheime initiiert.

Reinhilde Hering und Helga Hunger aus Hartha haben 25 Senioren bei Pflege mit Herz Ende März 2020 eine vorfristige Osterüberraschung bereitet. Gegen die Einsamkeit vermittelt das Bürgerhaus Roßwein Gesprächs- und Spazierpartner.

Marika Tändler-Walenta hat einen Einkaufsservice angeboten. Lukas Schneider aus Döbeln Ost hat seine Nachbarn mit einer Freiluftshow unterhalten. Und Kathrin Riedel hat mit ihren Kindern in Döbeln eine bunte Steinschlange ausgelegt.

© Dietmar Thomas

Mehr lokale Nachrichten aus Döbeln und Mittelsachsen lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Döbeln