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Wirklich nur noch mit FFP2-Maske?

Besserer Schutz beim Einkaufen ist jetzt in Sachsen Pflicht. Angekommen ist das noch nicht überall. Erfahrungen aus Sebnitz, Neustadt und Heidenau.

Groß genug ist das Schild und wird auch von den meisten Kunden im Heidenauer Real beachtet.
Groß genug ist das Schild und wird auch von den meisten Kunden im Heidenauer Real beachtet. © Norbert Millauer

In Sachsen gelten seit Donnerstag neue Corona-Regeln. So müssen beim Einkaufen sowie in Bus und Bahn Masken mit besserem Schutz getragen werden. Dazu zählen OP-Masken oder Filtermasken der Schutzklasse FFP2, aber auch die KN95-Masken. Sächsische.de hat sich an einigen Einkaufsmärkten umgeschaut, wie es die Kunden handhaben und wer das überhaupt kontrolliert.

Die Heidenauer Real-Kunden tragen überwiegend eine der vorgeschriebenen Masken, wenn auch nicht schon auf dem Parkplatz. Kontrolliert wird es weder dort noch am Eingang. Als ein älterer Mann ohne Maske seinen Einkaufswagen in den Real-Markt schiebt, spricht ihn keiner an. Ein junger Mitarbeiter, darauf hingewiesen, sagt, es müsse eigentlich kontrolliert werden und ruft gleich seinen Chef an. Ob es ein durchgerutschter Einzelfall ist oder insgesamt lax gehandhabt wird, kann nicht gesagt werden. Offiziell heißt es, es gäbe Sichtkontrollen. Jens Wieczorek aus Maxen packt seinen Einkauf ins Auto und trägt dabei eine OP-Maske. Seine frühere Dynamo-Dresden-Stoffmaske war ihm zwar lieber, aber was sein muss, muss sein. Ein Problem hat er damit nicht. Auch nicht die zwei Frauen aus Glashütte, die zum Großeinkauf gekommen sind.

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Wunsch nach mehr Solidarität

Auf dem Parkplatz vor den Märkten von Lidl und Rossmann in Neustadt hat sich im Vergleich zu letzter Woche das Bild nicht geändert. Es gibt nach wie vor Menschen, die ohne Mund- und Nasenschutz hineingehen und auch nicht daran gehindert werden. Und es gibt die mit einfacher Stoffmaske und jene, die doch etwas tiefer in Tasche greifen und die teureren, jetzt vorgeschriebenen Masken tragen. So zum Beispiel Kundin Romy Hommel. "Ich verstehe nicht, dass Menschen ohne Mundschutz überhaupt noch bedient werden", sagt sie. Klar sei es nicht schön. Aber ein bisschen mehr Solidarität untereinander wünsche sie sich schon.

Bei Kaufland in Neustadt ist der Parkplatz rappelvoll. Hier und da treffen sich die Grüppchen zum Plausch, meist ohne Mundschutz. Nicht umsonst gelten die Einkaufsmärkte aus Mangel an sonstigen Gelegenheiten mittlerweile als die neuen Treffpunkte. Jedoch gilt die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht auch auf den Parkplätzen vor Einkaufsmärkten, und das schon länger. Doch ohne Kontrollen nutzen die Regelungen offensichtlich nichts. Das sehen auch manche Kunden so, wie Sonja Ziemer. "Ich frage mich immer wieder, warum hier nicht mehr Polizei eingesetzt wird oder Sicherheitspersonal. Wir brauchen keine neuen Regelungen, sondern mehr Kontrollen", sagt sie.

Von freundlichen Hinweisen bis zu Anzeigen

In Heidenau gab es erst am Montag am Einkaufszentrum Bahnhofstraße, noch unter den bisherigen Bedingungen des einfachen Schutzes, eine Kontrolle durch Polizei und Stadt. Zu den Ergebnissen sagen beide nichts. Im Normalfall gebe es freundliche, aber bestimmte Hinweise oder mündliche Verwarnungen, sagt Heidenaus Ordnungsamtsleiter Torsten Walther. Bei fortwährender oder wiederholter Missachtung der Corona-Bestimmungen folgen Anzeigen.

Einkauf war schon bisher nicht ohne Maske möglich, nun muss es eine OP- oder eine FFP2-Maske sein.
Einkauf war schon bisher nicht ohne Maske möglich, nun muss es eine OP- oder eine FFP2-Maske sein. © Daniel Schäfer

Im Neustädter Kaufland scheinen sich die meisten Kunden schon an den neuen Mundschutz gewöhnt zu haben. Kaufland selbst bietet in seinen Märkten FFP1-Masken, TypIIR beziehungsweise sogenannte OP-Masken an. Auch die FFP2 gehören mittlerweile zum Sortiment. Allerdings scheinen sie aufgrund der großen Nachfrage nicht immer vorrätig zu sein. Man bemühe sich jedoch, die Märkte täglich damit zu beliefern, heißt es. Darüber hinaus sei das Verkaufspersonal angehalten, Kunden ohne oder mit anderer Maske, auf die neue Verordnung hinzuweisen.

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In einigen Märkten scheint das Verkaufspersonal das Hinweisen aufgegeben zu haben, möglicherweise aus Frust vor Anfeindungen von Kunden, wie zum Beispiel im Sebnitzer Edeka-Markt. Dort wird auch bedient, wer keinen Mundschutz trägt. Allerdings weisen Durchsagen auf die Verordnungen hin. In der Edeka-Unternehmensgruppe gibt es keine einheitliche Regelung. Jeder Inhaber entscheidet selbst, wie die Kunden darauf aufmerksam gemacht werden. In einigen Märkten könne es auch sein, dass wieder Security eingesetzt wird, um den Mitarbeitern je nach Situation den Ballast der Belehrungen abzunehmen, sagt Stephanie Schmidt, Pressesprecherin der Edeka-Unternehmensgruppe.

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