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Einkaufsbummel am ersten Advent

Kein Weihnachtsmarkt in Großenhain und Riesa. Doch ein Ziel für den Sonntagsspaziergang gibt es dennoch.

Sonnabendabend auf dem Meißner Markt. Buden um den Weihnachtsbaum bieten Kunsthandwerk und Weihnachtsleckereien. Die Gasthäuser verkaufen Glühwein to go.
Sonnabendabend auf dem Meißner Markt. Buden um den Weihnachtsbaum bieten Kunsthandwerk und Weihnachtsleckereien. Die Gasthäuser verkaufen Glühwein to go. ©  Claudia Hübschmann

Von Thomas Riemer, Klaus-Dieter Brühl und Julian Wolf

Riesa/Großenhain. Passanten auf dem Frauenmarkt drücken sich die Nasen an der Schaufensterscheibe platt. Eine ältere Dame stürmt aber neugierig zur Tür hinein und landet bei Jürgen Gräfe. Der ist Weihnachtsartikel-Großhändler. Mit Schwibbögen, Räuchermännern und Nussknackern sowie vielen weiteren Utensilien fürs Fest ist er von den Weihnachtsmärkten der Region nicht wegzudenken. In Großenhain ist er „seit gefühlt 30 Jahren“ immer dabei gewesen.

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Doch 2020 ist alles anders. Von seinen acht geplanten Märkten in diesem Jahr sind viele komplett abgesagt, andere noch immer mit einem Fragezeichen versehen. „Wir gehören sozusagen zum Altbestand“, sagt der Niederjahnaer und schmunzelt. Natürlich hat er sich über die Absage des Großenhainer Weihnachtsmarktes gegrämt, auch wenn das zu erwarten war.

Kaufhaus Quaas verkaufen zu können, „habe ich mir die Räume angeguckt und sofort Ja gesagt“. Gräfe gehört auch zu jenen Händlern, die eine von den städtischen Weihnachtshütten für den Verkauf in der Adventszeit nutzen. Dass Großenhain ein Weihnachtspaket geschnürt hat, freut den umtriebigen Geschäftsmann. „Ich habe hier nach dem Strohhalm gegriffen“, sagt er. Und hatte am ersten Advent gut zu tun.

Adrian Sauer am Stand der Produkte von „deZschiesche“: Gin und Eierlikör.
Adrian Sauer am Stand der Produkte von „deZschiesche“: Gin und Eierlikör. © Klaus-Dieter Brühl

Auch Lars Ziesche gehört zu den Ersten, die es sich im Kaufhaus Quaas „gemütlich“ machen. Mit seinem Unternehmen „deZiesche“ präsentiert er selbst gemachte Spirituosen und Fanartikel von Dynamo Dresden. Als „to-go-Variante“, denn anders ist dies wegen Corona nicht möglich. Im Kaufhaus ist er dennoch mit seinem gesamten Portfolio präsent - und zusätzlich mit Fanartikeln von Sachsens beliebtesten Fußballverein. Seit diesem Jahr hat Lars Ziesche die „Dynamo-Lizenz“. Auch er hat sich für die Adventszeit in Großenhain ein „zweites Standbein“ organisiert.

Mit seinem eigenen Auto und nur am Wochenende will er sich an gewohnter Stelle an der Löwen-Apotheke mit Gin, Punsch, Glühwein und Eierlikör zeigen. Doch Kostproben darf er nicht ausschenken, das steht seit Freitag fest. Alexander Ehrke, Großenhains Citymanager, freut sich, dass die Genehmigung für das „Indoor-Kaufhaus“ in letzter Minute erteilt wurde.

Rund 300 Quadratmeter Verkaufsfläche hat er an teils wechselnde Händler für die nächsten vier Wochen vergeben. Bleibt es bei den jetzigen Regelungen, dürfen also 30 Personen gleichzeitig hier stöbern und kaufen. Das soll mit der entsprechenden Zahl an Einkaufskörben reguliert werden. Hygiene geht in Corona-Zeiten eben vor. Wer in den nächsten Tagen mal ein paar Minuten warten muss, kann sich vorher wenigstens am Schaufenster schon mal neugierig die Nase platt drücken.

Schöne Weihnachtsdekoration

Noch ohne Weihnachtsmarkt startete Riesa in den ersten Advent. Zwar sind Boulevard und Rathaus festlich beleuchtet; auch der Weihnachtsbaum verbreitet Lichterglanz. Doch wann und ob überhaupt in dessen Umfeld Weihnachtsbuden aufgestellt werden, steht noch nicht fest.

Zu groß ist die Unsicherheit wegen der Corona-Krise, als dass man hier mit Markttreiben oder Eisbahn hätte planen können. Wenigstens in der Elbgalerie, die nur bis Sonnabend geöffnet hatte, sind außer der wieder sehr schönen Weihnachtsdekoration noch ein paar zusätzliche Stände aufgebaut.

In der Riesaer Elbgalerie bietet „Sockenfee“ Ines Pätzold aus Döbeln Warmes an.
In der Riesaer Elbgalerie bietet „Sockenfee“ Ines Pätzold aus Döbeln Warmes an. © Klaus-Dieter Brühl

Bei der Meißner Mini-Weihnacht standen Buden auf dem historischen Markt rund um den beleuchteten Weihnachtsbaum. Von der Burgstraße bis hin zum Ende der Elbstraße öffneten viele Gastronomen ihre Türen, und leerstehende Ladenlokale dienten als Raum für Kunstausstellungen. Weihnachtsmusik ertönte auf dem Marktplatz, und wie auch in Radebeul freuten sich die Besucher über Glühwein, Gegrilltes und Kräppelchen.

Um eine Konzentration von Besuchern zu vermeiden, fehlten am Wochenende Sitzgelegenheiten und Stehtische. Alle Getränke und Speisen gab es nur zum Mitnehmen. Das gefiel nicht allen Besuchern. „Wir wünschen uns einen richtigen Weihnachtsmarkt“, sagt eine Familie aus Weinböhla. „Diese Mini-Weihnacht lädt nicht zum Verweilen ein.“

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