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Wenige Testverweigerer an Schulen im Rödertal

Seit Mittwoch müssen sich Schüler selbst auf Corona testen. Die Ergebnisse in den Klassen in Radeberg überraschen.

Erst Abstrich in der Nase machen, Sekret auflösen und dann auf den Testreifen träufeln. Hunderte Schüler haben im Rödertal den Selbsttest an sich vorgenommen.
Erst Abstrich in der Nase machen, Sekret auflösen und dann auf den Testreifen träufeln. Hunderte Schüler haben im Rödertal den Selbsttest an sich vorgenommen. © Zacharie Scheurer/dpa

Radeberg. Jetzt sind sie in den Schulen in Radeberg und Umgebung verfügbar, Corona-Selbsttests für alle Schüler und Lehrer. Für alle heißt es, selbst das Stäbchen in den Rachen oder die Nase stecken und auf das Ergebnis warten. Die Anwendung ist Pflicht. Für die Schulen ist das Neuland. Wie liefen die Tests ab? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Waren ausreichend Tests an den Schulen vorhanden?

Ja, nach Angaben von Vincent Richter vom Landesamt für Schule und Bildung (Lasub), Standort Bautzen, wurden genug Tests ausgeliefert. „In den Landkreisen Bautzen und Görlitz lernen etwa 36.100 Jugendliche an weiterführenden Schulen wie Gymnasien und Oberschulen. In einem ersten Schritt wurden 65.000 Tests den Schulen zur Verfügung gestellt, also eine ausreichende Menge“, sagt er.

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Schulleiter im Rödertal bestätigen das. „Ja wir hatten genügend Tests bei uns, etwa 250 Stück für diese Woche. Das reicht, ist aber auch nicht übermäßig viel“, sagt Lutz Loewens, Leiter des Beruflichen Schulzentrums in Radeberg. Auch Peggy May, Leiterin der Ludwig-Richter-Oberschule in Radeberg, bestätigt das. „Die Tests haben für alle Kinder und das Personal an unserer Schule gereicht.“

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Wie kamen Schüler und Lehrer mit den Tests zurecht?

Die Handhabung war unkompliziert, sagen Schulleiter. „Die Lehrer haben gemeinsam mit ihren Schülern nach einer kurzen Einweisung den Test vorgenommen. Das Ergebnis wurde meist schnell angezeigt. 15 Minuten, wie angekündigt, musste man nicht warten“, sagt Andreas Känner, Direktor des Humboldt-Gymnasiums Radeberg. „Das war jetzt das erste Mal, dass die Schüler den Test an sich vorgenommen haben. Da gab es noch Fragen. Das wird sich einspielen und künftig noch schneller absolviert werden“, sagt er.

Gab es positive Testergebnisse an den Schulen?

Vincent Richter kann für den Landkreis noch keine Angaben machen. „Noch liegen uns nicht alle Daten vor. Die Ergebnisse befinden sich zurzeit noch im Rücklauf von den Schulen. Eine Auswertung wird dann an zentraler Stelle erfolgen.“ Die Nachfrage in drei weiterführenden Schulen im Rödertal ergab ein ermunterndes Ergebnis. Die Schulleiter des Gymnasiums, des BSZ und der Richter-Oberschule berichten, dass es keinen einzigen positiven Fall gab.

Verweigerten Schüler oder Lehrer den Test?

Laut Vincent Richter hat es im Landkreis nur vereinzelt Testverweigerungen bei Schülern gegeben. Konkrete Zahlen konnte er noch nicht nennen. „Sie liegen uns noch nicht vor. Auch bei den Lehrern habe ich noch keine genauen Angaben. Nach meiner Wahrnehmung ließen sich die Fälle beim Personal in den Landkreisen Bautzen und Görlitz jedoch bequem an einer Hand abzählen.“

Nach seinen Angaben steht der deutlich überwiegende Teil der Eltern aber auch der Schüler den Tests positiv gegenüber. „Es sind wenige, die sich zum Teil mit nachvollziehbaren Sorgen an uns, meistens jedoch direkt an die Schulen wenden. Lehrer und Schulleitungen versuchen durch genaues Erklären, Vorbehalte zu nehmen“, sagt er.

Leider würden sich manche Eltern sehr im Ton vergreifen. „Vereinzelt sind dann derbe Beleidigungen und Drohungen vorgekommen. Meiner Wahrnehmung nach täuscht hier eine kleine, jedoch laute Minderheit den angeblichen Konsens einer breiten Masse vor“, sagt Vincent Richter.

Am Humboldt-Gymnasium sind Andreas Känner elf Fälle von Testverweigerungen bekannt. „Das ist angesichts von 600 getesteten Schülern eine sehr geringe Anzahl. Ich bekomme auch von vielen Eltern die Rückmeldung, dass sie jetzt glücklich sind, dass alle Schüler und Lehrer getestet werden. Das gibt ihnen mehr Sicherheit, dass sich ihr Kind nicht ansteckt und eventuell das Virus mit nach Hause bringt.“ Das ist eine wesentliche Verbesserung der Situation vor Weihnachten, so der Schulleiter.

Damals konnte noch nicht überprüft werden, wer infiziert ist und wer nicht. Auch am Beruflichen Schulzentrum haben Schüler den Test verweigert. „Es waren absolute Einzelfälle, die die Einwilligungsserklärung nicht unterschrieben haben, teilweise aus Datenschutzgründen, wie gesagt wurde“, erklärt Loewens. „Sie wurden vom Unterricht ausgeschlossen und mussten die Schule verlassen.“

Wo bekommen die Schulen die nächsten Tests her?

Nach Angaben der Schulleiter des Gymnasiums, des BSZ und der Richter-Oberschule werden die Tests am Standort Bautzen des Lasub ausgegeben. „Es ist noch nicht ganz klar, wann das sein wird, entweder am Freitag oder am Sonnabend. Dann setzen sich wahrscheinlich in den meisten Fällen die Schulleiter ins Auto und holen die Tests ab. Ich mache das so“, sagt Andreas Känner.

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