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Endlich Schnee, doch der Lift steht still

Seit Jahren liegt in Sebnitz mal wieder genug Schnee zum Skifahren, doch das fällt wegen Corona aus. Der Skiclub lässt sich trotzdem nicht entmutigen.

Sören Knöfel vom Skiclub Sebnitz: Die Vorbereitung war umsonst.
Sören Knöfel vom Skiclub Sebnitz: Die Vorbereitung war umsonst. © Steffen Unger

Wintersportfreunde in Sebnitz und Umgebung müssen sich derzeit Mühe geben, um nicht schwermütig zu werden. Ringsumher präsentiert sich ihnen die feinste Winterlandschaft, aber die Abfahrts-Ski müssen im Keller bleiben. "Wir haben traumhafte Bedingungen wie seit Jahren nicht, und jetzt können wir nicht fahren", sagt Sören Knöfel vom Skiclub Sebnitz. "Das ist schon bitter."

Aufgrund der Corona-Pandemie und der hohen Infektionszahlen dürfen die Skilifte wie alle anderen Sportanlagen nicht öffnen. Vergangene Woche hat Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) die aktuelle Saison nach Gesprächen mit den größeren Skigebieten im Erzgebirge und im Vogtland komplett abgesagt.

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Für den Sebnitzer Skiclub ist die aktuelle Situation besonders traurig, denn anders als beispielswiese im benachbarten Rugiswalde verfügen die Sebnitzer über keine Beschneiungsanlage zur Kunstschneeproduktion, sondern sind komplett auf Naturschnee angewiesen. Und der fehlte in den vergangenen Jahren.

Die letzte richtige Skisaison am Buchberg in Sebnitz gab es im Winter 2017/18, erzählt Sören Knöfel, der Vorsitzende des Vereins. Danach blieb der Hang selbst im Januar und Februar meistens grün. Es war einfach nicht genügend Schnee gefallen. Jetzt liegt genügend Schnee, und der Lift muss trotzdem geschlossen bleiben.

Loipe im Sebnitzer Wald gespurt

Um die diesjährige Saison vorzubereiten, haben die Vereinsmitglieder im zurückliegenden Jahr einiges an ehrenamtlicher Arbeit investiert. Die beiden Pistenraupen und das Schneemobil sind in Schuss, auch die drei Schlepplifte müssen regelmäßig gewartet werden. Die Vorbereitungen beginnen immer schon Monate vor der eigentlichen Skisaison. Erst Anfang Januar hat die komplette Liftanlage neuen TÜV erhalten.

"Wir könnten jederzeit loslegen", sagt Sören Knöfel. Dass die alpine Skisaison nun trotz des endlich einmal ausreichend gefallenen Schnees ausfallen muss, sei fast schon tragisch, aber eben der aktuellen Situation geschuldet. "Wir halten uns an die gesetzlichen Vorgaben." Für den Verein ist die Absage auch finanziell schwierig. Es ist die dritte Saison in Folge, in der keine Einnahmen fließen, die Fixkosten für die Anlage laufen aber trotzdem weiter. "Das geht schon an die Substanz", sagt der Vereinsvorsitzende.

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Entmutigen lassen sich die Sebnitzer Skifreunde trotzdem nicht. "Wir stecken den Kopf nicht in den Sand", sagt Knöfel. Individualsport bleibt unter Einhaltung der gültigen Hygiene- und Abstandsregeln trotzdem möglich. Dazu gehört auch Ski-Langlauf. In Absprache mit dem Sachsenforst und mit Unterstützung der Stadt Sebnitz hat der Skiclub mit seinem Motoschlitten die Loipen durch den Sebnitzer Wald gespurt. Anwohner aus dem 15-Kilometer-Umkreis können dort bei einer Skitour die Winterwelt genießen - so lange der Schnee hält.

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