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Erste Hochzeitstermine vergeben

Ottendorf-Okrilla hat wieder eine Standesbeamtin. Romy Herrmann freut sich auf Trauungen im Hermsdorfer Schloss.

Romy Herrmann ist neue Standesbeamtin in Ottendorf-Okrilla. In dem Beruf hat sie viel Erfahrung. Bereits 500 Paare wurden von ihr getraut.
Romy Herrmann ist neue Standesbeamtin in Ottendorf-Okrilla. In dem Beruf hat sie viel Erfahrung. Bereits 500 Paare wurden von ihr getraut. © René Meinig

Ottendorf-Okrilla. Wenn man in seinem Beruf andere Menschen glücklich machen kann, hat man wohl bei der Wahl seines Broterwerbs nicht ganz so schlecht gelegen. Das findet auch die 47-jährige Romy Herrmann, die das, was sie seit zwei Jahrzehnten macht, manchmal auch als „Traumjob“ bezeichnet. Seit Anfang April übt die gebürtige Dresdnerin diesen in Ottendorf-Okrilla aus. Sie ist die neue Standesbeamtin in der dortigen Verwaltung.

Klar, das sie sich schon die Location in der Großgemeinde angeschaut hat, zu der sich in den zurückliegenden Jahren viele heiratswillige Paare hingezogen fühlten: das Hermsdorfer Schloss. „Dieses Gebäude hat was Spezielles“, so Ottendorfs Standesbeamtin. Was genau, das könne sie nicht auf Anhieb erklären, da solle man sie noch mal fragen, wenn sie im Barocksaal die ersten Trauungen durchgeführt habe. Aber auf jeden Fall bilde das historische Gemäuer „einen atmosphärisch schönen Rahmen“ für romantische Hochzeiten.

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Frage an Romy Herrmann: Wie schaut es eigentlich mit der Lust am Heiraten in diesen Zeiten aus? Denn Heiraten während der Corona-Pandemie, das ist ja so eine Sache. Wie überall sonst gibt es ja auch in diesem Bereich Beschränkungen, fällt die Zeremonie im Standesamt nicht ganz so feierlich aus wie üblich. Nicht zuletzt auch, weil bei der Trauungszeremonie nur wenige Gäste dabei sein dürfen. Derzeit seien das, so Romy Herrmann, wohl maximal zehn Personen. Aber auch das könne sich wieder ändern. Wisse ja keiner, wie das mit Corona weitergehe. Zu Beginn der Pandemie im vergangenen Jahr habe es bei den Brautpaaren viel Unsicherheit gegeben, erzählt sie. Da arbeitete sie noch am Dresdner Standesamt. Etliche Trauungstermine seien da kurzfristig verschoben oder abgesagt worden.

In Ottendorf-Okrilla, wo man sich entweder im Ratssaal oder im Hermsdorfer Schloss das Ja-Wort geben kann, habe sie schon einige Anmeldungen erhalten. Bisher wollen in diesem Sommer elf Paare im Hermsdorfer Schloss den Bund fürs Leben schließen, für den Ratsaal habe es schon fünf Anmeldungen gegeben. Romy Herrmann, die in Stolpen lebt, war Mitte der 90er Jahre nach ihrer Ausbildung zur Verwaltungsangestellten in der Dresdner Stadtverwaltung wenig später in den gehobenen Verwaltungsdienst gewechselt. Besuchte die Standesamt-Akademie in Bad Salzschlirf, wo sie die Prüfung zur Standesbeamtin absolvierte. Seit 2002 habe sie „bestimmt an die 500 Paare getraut“, schätzt die Standesbeamtin.

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Die bei der Gelegenheit darauf hinweist, dass ihre Arbeit nicht nur darin bestehe, Trauungen durchzuführen. Sie müsse auch Geburten und Sterbefälle beurkunden oder sich um Fragen der Namensführung kümmern. Eine komplexe Arbeit sei die Standesamt-Tätigkeit auf jeden Fall. Wenn man schon mal mit einer Vertreterin dieser Zunft plaudert, will man natürlich auch wissen, wie es mit dem Erlebniswert bei den Eheschließungen ausschaut. Oh, da habe sie schon einiges erlebt. Anders ausgedrückt: „Da bekommt man aufschlussreiche Einblicke in andere Lebenswelten.“ Sie erinnert sich an eine Rockerhochzeit. Da seien die Brautleute auf Motorrädern vorgefahren, begleitet von anderen Bikern, was insgesamt ein überaus imposantes und akustisch intensives Erlebnis gewesen sei. Ein anderes Mal sei ein Paar auf Pferden zum Standesamt gekommen. Und klar, wenn jemand von der Feuerwehr heirate, wisse sie meist, was man dann erwarten könne. Uniformen, Feuerwehrfahrzeuge, Sirenengeheul.

Aber das ganze Trauungs-Drumherum fällt ja wegen Corona ohnedies derzeit flach. Die 47-Jährige weist darauf hin, dass bei standesamtlichen Trauungen mittlerweile ein negativer Test vorgelegt werden muss, dass bei der Trauungszeremonie alle Teilnehmer eine Maske tragen müssten. Ausnahme: Beim finalen Akt der Eheschließung dürfe diese von den Brautleuten kurz abgenommen werden. Herrmann: „Ich will doch auch sehen, ob die sich wirklich das Ja-Wort geben.“Ottendorfs Standesbeamtin ist sicher, wenn wieder mehr Lockerungen drin sind, wird sich das auf die Heiratswilligkeit der Paare auswirken. Aber erst einmal freut sie sich auf den Mai. Auf ihre erste Trauung. Im Hermsdorfer Schloss.

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