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Corona: Erste Klinik in Sachsen im Notbetrieb

Weil Fachpersonal fehlt, werden die Intensivbetten in Sachsens Krankenhäusern knapp. Ab nächste Woche droht landesweit ein strenger Lockdown.

Vor allem Intensivstationen droht wegen mehr Corona-Patienten die Überlastung.
Vor allem Intensivstationen droht wegen mehr Corona-Patienten die Überlastung. © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild (Symbolbild)

Dresden. Die Appelle werden dringlicher: Weil bei den Corona-Neuinfektionen keine Trendwende erkennbar ist, haben Politiker, Mediziner und Krankenhäuser erneut vor einer Überlastung des deutschen Gesundheitssystems gewarnt und sofortige Gegenmaßnahmen gefordert.

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Bei den Intensivbetten sei man praktisch schon am Ende, sagte der Medizinische Vorstand des Uniklinikums Leipzig, Prof. Christoph Josten. Er verwies insbesondere auf die Situation in Südwestsachsen. Das Klinikum Chemnitz gab am Donnerstag bekannt, „nur noch Notfall-Operationen und medizinisch dringend gebotene Eingriffe“ vorzunehmen. Damit sollten Intensivkapazitäten für Covid-19-Patienten gesichert werden.

Das Intensivregister meldete am Donnerstag noch 145 freie Betten auf Intensivstationen (ITS) in Sachsen. Dabei gibt es aber große regionale Unterschiede. So war im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nur noch ein ITS-Bett frei, in der Landeshauptstadt dagegen noch 24 Betten. Auch der Anteil von Covid-19-Patienten auf Intensivstationen schwankt je nach Landkreis. In Nordsachsen macht diese Gruppe 8,2 Prozent aus, im Erzgebirgskreis ist bereits fast jedes zweite ITS-Bett mit Covid-19-Patienten belegt.

Belegung der Normal- oder der Intensivbetten wichtig?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, man könne „noch einige Tausend Betten mehr“ auf Intensivstationen haben. Der große Engpass sei jedoch der Mangel an Fachpersonal. Auf dem Höhepunkt der zweiten Corona-Welle zum Jahreswechsel betreuten die Krankenhäuser in ganz Deutschland tatsächlich noch deutlich mehr Covid-19-Patienten auf Intensivstationen.

Laut Sächsischem Sozialministerium mussten am Donnerstag im Freistaat 377 Patienten mit einer Corona-Infektion intensivmedizinisch behandelt werden. 1.186 weitere Patienten lagen deswegen auf Normalstationen. Der Freistaat orientiert sich bei seinen politischen Entscheidungen insbesondere an den Normalstationen: Bei mehr als 1.300 belegten Betten ist eine Rückkehr zum strengeren Lockdown vorgesehen. Der Medizinische Vorstand des Dresdner Uniklinikums, Prof. Michael Albrecht, schätzt, dass diese Grenze voraussichtlich am 21. April erreicht wird. Demgegenüber sagte sein Leipziger Kollege Josten, „nur das Schauen auf die Normalbetten“ reiche nicht mehr aus. Indikator müssten die Intensivbetten sein.

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