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Sachsen

Corona: Tschechien bittet Sachsen um Hilfe

In Tschechien gibt es kaum noch freie Intensivbetten. Michael Kretschmer hat dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš Hilfe zugesagt.

Anfang Februar wurden 15 Corona-Patienten aus einem überfüllten regionalen Krankenhaus in Náchod in Krankenhäuser in Mähren transportiert.
Anfang Februar wurden 15 Corona-Patienten aus einem überfüllten regionalen Krankenhaus in Náchod in Krankenhäuser in Mähren transportiert. © CTK

Prag. Erste Corona-Patienten aus Tschechien stehen offenkundig vor der Überstellung nach Sachsen. Wie Prags Premier Andrej Babiš am Dienstag im Tschechischen Fernsehen sagte, habe er am Montagabend Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) telefonisch um Hilfe gebeten. Dabei habe ihm Kretschmer zunächst neun Betten anbieten können.

Zusätzlich habe ihn am Dienstag Bundeskanzlerin Angela Merkel telefonisch ermuntert, auch in Bayern oder anderswo um Unterstützung zu bitten, sagte der tschechische Regierungschef. Man werde sehen, ob das erforderlich ist, fügte Babiš hinzu. Zu seinem Telefonat mit Kretschmer war der Premier nach eigenen Worten von den Bezirkschefs von Usti (Aussig) und Karlovy Vary (Karlsbad) gebeten worden.

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Über das sächsische Angebot war zuerst auf einer Pressekonferenz des tschechischen Gesundheitsministeriums informiert worden. Wie es dort hieß, sei die Situation in den tschechischen Krankenhäusern mittlerweile mehr als kritisch. Es gebe nicht nur zu wenige Intensivbetten, es fehle auch an qualifiziertem Pflegepersonal.

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Die Regierung in Prag hatte sich lange gesträubt, die seit Monaten vorliegenden Hilfsangebote aus Sachsen und Bayern anzunehmen. Gesundheitsminister Jan Blatný sagte dazu, man wolle nicht das Signal aussenden, dass sich Tschechien nicht allein um seine Bevölkerung sorgen könne. Premier Andrej Babiš hatte vergangene Woche auf einem Gipfeltreffen der Visegrád-Staaten seine Amtskollegen aus Warschau und Budapest um Hilfe gebeten.

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