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Erstes Corona-Testzentrum in Radebeul

Seit Montag können asymptomatische Personen hier einen Schnelltest machen lassen. Für die erste Woche gibt es fast 70 Anmeldungen.

Claudia Ulbrich aus Niederau hat sich gleich für den ersten Tag im neuen Testzentrum in Radebeul angemeldet. Zum Glück war auch ihr Ergebnis negativ.
Claudia Ulbrich aus Niederau hat sich gleich für den ersten Tag im neuen Testzentrum in Radebeul angemeldet. Zum Glück war auch ihr Ergebnis negativ. © Norbert Millauer

Von Beate Erler

Radebeul. Schon von draußen sieht man die roten und grauen Trennwände, die den Testbereich und den Warteraum teilen, und die Mitarbeiterin im grünen Schutzanzug mit blauen Handschuhen und weißer Maske. Nicht allen scheint dieser Anblick zu gefallen. Eine ältere Frau ärgert sich: „Braucht Radebeul das wirklich? Alles wird geschlossen, aber so etwas zieht hier ein“, schimpft sie.

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Drinnen sitzen am Montagvormittag bereits die ersten drei Testwilligen. Immer nur drei Personen dürfen sich gleichzeitig im neuen Corona-Testzentrum aufhalten. Erst vergangene Woche ist es in die Meißner Straße 67 an der Ecke zur Hauptstraße eingezogen. Am Empfang stehen Katrin Wohmann und Alexandra Gerhardt. Die beiden Frauen hatten die Idee zum ersten Testzentrum in Radebeul, das am Montag gestartet ist.

Katrin Wohmann ist die Inhaberin der betreuten Wohnanlage Senioren-Wohnpark Radebeul und hat dort mit den Antigen-Schnelltests gute Erfahrungen gemacht. Seit Mitte Dezember testen sie in der Wohnanlage Patienten, Besucher und das Personal: „Wir konnten zwei asymptomatische Patienten und eine Mitarbeiterin identifizieren und somit einer Verbreitung entgegenwirken“, sagt sie. Die Angehörigen der betreuten Patienten können sich dreimal pro Woche kostenlos testen lassen. „Durch unsere gezielten Hygienemaßnahmen ist es bei uns zu keinem Ausbruch wie in anderen Einrichtungen des Landkreises gekommen“, sagt Katrin Wohmann.

In der Lößnitz-Apotheke auf der Hauptstraße in Radebeul habe es immer öfter Anfragen nach Testmöglichkeiten gegeben: „Ich wollte aber keine Vermischung der Testpersonen mit unseren normalen Kunden“, sagt Apothekerin Alexandra Gerhardt. So haben sich die beiden Frauen, die sich durch ihre Arbeit kennen, dazu entschlossen, in Zusammenarbeit ein Testzentrum in Radebeul einzurichten. Die Räumlichkeit ist in unmittelbarer Nähe zur Lößnitz-Apotheke und stand leer. Das Fachpersonal stellt die „Pflegedienst mit Herz GmbH“ von Katrin Wohmann. Die Schutzausrüstung und die Tests kommen aus der Apotheke.

Ergebnis gibt es nach zehn bis 15 Minuten

Am Eröffnungstag haben sich elf Personen angekündigt. Der Erste ist Olaf Viete aus Radebeul. Warum lässt er sich testen, obwohl er keine Symptome hat? „Ich bin Außendienstler und habe viel Kundenkontakt“, sagt er, „mein Arbeitgeber fordert, dass ich mich regelmäßig testen lasse.“ Regelmäßig heißt für Olaf Viete jetzt einmal wöchentlich, auch wenn er das Testen als sehr unangenehm empfindet. Bisher wurde er einmal vor einem Besuch im Pflegeheim getestet, erzählt er Yvonne Schütze, die den Test gleich durchführt.

Vorsichtig führt sie den Tupfer in die Nase ein: „Das ist besser als der Rachenabstrich, weil es keinen Brechreiz auslöst“, sagt die Pflegedienstleiterin aus dem Senioren-Wohnpark Radebeul. Wenige Sekunden vergehen und es ist geschafft: „Oh Gott“, sagt Olaf Viete, „schön ist anders“ und muss gleich erst einmal niesen. Danach geht es in den Warteraum. Nach zehn bis 15 Minuten wird er sein Ergebnis kennen.

Hinter den Trennwänden werden die Schnelltests durchgeführt. Pflegedienstleiterin Yvonne Schütze bereitet alles für die nächste Testung vor.
Hinter den Trennwänden werden die Schnelltests durchgeführt. Pflegedienstleiterin Yvonne Schütze bereitet alles für die nächste Testung vor. © Norbert Millauer

Der Schnelltest weist Proteine des Virus nach. In grauen Pappschalen mit dem Namen der getesteten Personen liegen die Teststreifen: „Wenn der Test positiv ist, erscheint eine Verfärbung auf dem Teststreifen“, erklärt Yvonne Schütze. Die Vorteile der Schnelltests sind die geringen Kosten, die leichte Handhabung und das schnelle Ergebnis, so das Bundesgesundheitsamt. Allerdings sind sie nicht so spezifisch wie die PCR-Testungen im Labor: „Es kommt häufiger als bei der PCR vor, dass ein positives Ergebnis angezeigt wird, wenn die Person gar nicht infiziert ist“, informiert das Bundesgesundheitsamt.

Dennoch müssen sich, laut der neuen Allgemeinverfügung des Landkreises Meißen, Personen, die via Schnelltest positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, sofort in Quarantäne begeben. Diese neue Regel gilt seit dem 18. Januar. Nach dem Schnelltest wird aber noch ein PCR-Test veranlasst: „Das positive Ergebnis melden wir sofort dem Gesundheitsamt und die lassen das Ergebnis dann durch einen PCR-Test bestätigen“, sagt Katrin Wohmann. Das ist bei Olaf Viete nicht notwendig, denn sein Ergebnis ist negativ. Schon nächsten Montag wird er wieder zum Testen vorbeikommen.

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  • Das Radebeuler Testzentrum ist erst einmal für drei Monate eingemietet. Wer sich testen lassen will, kann sich telefonisch (0351 8304640), per E-Mail ([email protected]) oder persönlich in der Lößnitz-Apotheke auf der Hauptstraße 25 melden.
  • Getestet wird derzeit Montag bis Mittwoch von 10.30 Uhr bis 14 Uhr sowie Donnerstag und Freitag ab 16.30 Uhr. Der Test muss selbst bezahlt werden und kostet 35 Euro. Der Befund und die Rechnung werden ausgehändigt.

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