merken
PLUS Sachsen

Der Erzgebirgskreis ist jetzt Corona-Risikogebiet

Der Landkreis hat den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten. Die Bürger müssen neue Einschränkungen hinnehmen.

Ein Spaziergänger steht auf dem Fichtelberg: Der auch bei Touristen beliebte Erzgebirgskreis ist das erste Corona-Risikogebiet in Sachsen.
Ein Spaziergänger steht auf dem Fichtelberg: Der auch bei Touristen beliebte Erzgebirgskreis ist das erste Corona-Risikogebiet in Sachsen. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Sachsen hat ein erstes Risikogebiet. Im Erzgebirgskreis lag die Wocheninzidenz am Montag vorläufig bei 67. Damit wurde der kritische Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen Tagen überschritten, teilte Landrat Frank Vogel (CDU) am Montag auf einer Pressekonferenz mit. 

Allein von Freitag bis Sonntag habe es 140 Neuinfektionen im Kreis gegeben. Die meisten Betroffenen hätten keine Symptome, hieß es. Im Krankenhaus müssten 25 Patienten behandelt werden, sieben werden beatmet.

Anzeige
Raus in die Natur!
Raus in die Natur!

Sie sind noch auf der Suche nach einem neuen Ausflugsziel in der Region? Wie wäre es denn mit Großenhain?

Kein lokaler Hotspot

Problematisch sei, dass es keinen „wirklichen lokalen Hotspot“ des Infektionsgeschehens im Landkreis gebe. „Es gibt nicht die eine Ursache, die man gerne haben möchte“, sagte der Landrat. Anders als im Frühjahr gebe es keinen Lockdown, die Menschen seien gewollt aktiv und hätten dementsprechend viele Kontakte, so Vogel. Das mache die Nachverfolgung schwierig. Jeder positiv Getestete habe derzeit durchschnittlich etwa 15 Kontaktpersonen, die man ermitteln müsse. 

Im Frühjahr waren es im Schnitt drei Personen. Sind Schüler betroffen, gebe es sogar noch mehr Kontakte, so Vogel. Das erhöhe die Belastung im Gesundheitsamt erheblich. Vogel kündigte deswegen Einschränkungen im Geschäftsbetrieb de Landratsamtes an. "Wir werden die Kräfte bündeln und uns auf die Bekämpfung der Pandemie konzentrieren."

Sachsens Gesundheitsministerium und das Robert Koch-Institut vermeldeten am Montag noch niedrigere Inzidenzzahlen für den Erzgebirgskreis. Das liege vor allem an den verzögerten Meldungen der Gesundheitsämter, hieß es. Außerdem gab es im Landratsamt des Erzgebirgskreises in der vergangenen Woche ein „größeres Software-Problem“ bei der Erfassung der Fälle, sagte Frank Vogel.

Private Feiern begrenzt

Wegen der Corona-Zahlen hat das Landratsamt eine neue Allgemeinverfügung mit Beschränkungen erlassen, die ab sofort gültig ist, teilte das Landratsamt mit. 

Weiterführende Artikel

Corona: Dänemark schließt Grenze für deutsche Urlauber

Corona: Dänemark schließt Grenze für deutsche Urlauber

Auch Tschechien verbietet Deutschen die Einreise, Sachsen weitet die Maskenpflicht aus, erneut über 450 Neuinfektionen im Freistaat - unser Newsblog.

Corona: Große Unsicherheit im Erzgebirge

Corona: Große Unsicherheit im Erzgebirge

In der Region gibt es verschärfte Corona-Maßnahmen. Das führt vor allem bei Gastwirten und Hoteliers zu Verunsicherung.

Warum die 2. Corona-Welle schwerer einzudämmen ist

Warum die 2. Corona-Welle schwerer einzudämmen ist

Die Pandemiebekämpfung wirkt unübersichtlich. Denn die zweite Corona-Welle verläuft regional sehr unterschiedlich und das Ausbruchsgeschehen ist diffus.

Für private Feiern zu Hause sind maximal 25 Personen erlaubt, in angemieteten und geschlossenen Räumen maximal 50, im Freien 100. Kirchen sollen wieder verstärkt auf Abstandsregeln achten. Sport- und Großveranstaltungen dürfen nur 500 Zuschauer zulassen. Der Besuch von Alten- und Pflegeeinrichtungen wird eingeschränkt: nur ein naher Angehöriger pro Tag ist erlaubt. Darüber hinaus könnten Einrichtungen individuell die Maßnahmen verschärfen. 

Landrat Vogel rief die Bürger dazu auf, achtsamer und umsichtiger zu sein sowie die Regeln einzuhalten: Abstand, Maske, Hygiene und Lüften. "Jeder hat eine persönliche Verantwortung für sich, die Familie und die Allgemeinheit."

Mehr zum Thema Sachsen