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„Es wird wieder ein Deutschland-Urlaubsjahr “

Ostern haben viele abgeschrieben, nun hofft viele Rödertaler auf den Sommer. Was geht in Corona-Zeiten?

Peggy Pfützner, Inhaberin des Radeberger Reisebüros Schmolling, schätzt, dass im Sommer in Deutschland selbst abgelegene Regionen gut besucht sein werden.
Peggy Pfützner, Inhaberin des Radeberger Reisebüros Schmolling, schätzt, dass im Sommer in Deutschland selbst abgelegene Regionen gut besucht sein werden. © Marion Doering

Radeberg. Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben, so ein Spruch von Kurt Tucholsky. Vielleicht noch nie war die Sehnsucht nach Sonne, Strand und einem Tapetenwechsel größer als in dieser Corona-Zeit, inmitten des nun wieder zum soundsovielten Male verlängerten Lockdowns in Deutschland. Und als jüngst Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer davon sprach, dass der Osterurlaub wegen Corona erneut ausfallen müsse, war der Aufschrei nicht nur im Freistaat groß.

Wie sieht es also mit dem Verreisen aus, mit der Urlaubsplanung für die schönsten Wochen im Jahr? Was geht, was ist möglich und vor allem, wie ist es möglich? Die SZ hörte sich in hiesigen Reisebüros um, wo angesichts der aktuellen Buchungslage die Stimmung zwischen Existenzangst und vorsichtigem Optimismus schwankt. Wo kann man in diesen pandemischen Zeiten, angesichts der umfassenden Risikogebietseinstufungen, der fast nicht mehr zu durchschauenden Test- und Quarantänepflichten in diesem Jahr noch relativ entspannt urlauben, fragt sich im Moment so mancher. Dabei sei der Wille zu verreisen zweifelsohne da, glaubt Julia Moritz vom Weixdorfer Reisebüro Schmolling.

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Anfragen für Urlaub in Österreich und Türkei

Ostern sei zwar nun kein Thema mehr, aber dafür habe sie in den vergangenen Tagen etliche Buchungsanfragen für den Sommer und auch für den Herbst bekommen. Österreich, Italien, die polnische Ostseeküste, auch die Türkei seien besonders nachgefragt. Julia Moritz erzählt, dass sich die Kunden mittlerweile an die coronabedingten Auflagen in den Urlaubsdestinationen im In- und Ausland gewöhnt hätten. „Maske tragen, Abstand wahren, Covid-Tests im Hotel und in der Ferienanlage“, die Leute nähmen es im Vergleich zum Vorjahr alles viel gelassener.

Auch Doreen Thämelt betreibt ein Reisebüro, das von TUI in Radeberg. Neulich habe ein Kunde einen Osterurlaub nach Curacao, einer beliebten Antillen-Insel umgebucht. Zu Vorcorona-Zeiten nicht ungewöhnlich, aber jetzt hebe sich so eine Urlaubsreise natürlich ab, erklärt sie. Ansonsten sei das Ostergeschäft in der Branche überschaubar. Die Äußerungen von Politikern, den Osterurlaub abermals ausfallen zu lassen, hätten schnell Wirkung gezeigt, ärgert sich Thämelt, die gerne von den Kunden erzählt, die jüngst gar eine Kreuzfahrt unternommen hatten. Ungeachtet der Quarantäne, in die sie sich nach der Rückkehr begeben mussten.

Nach den langen Lockdown-Monaten sei die Lust aufs Verreisen, auf den Sommerurlaub jedenfalls immens, glaubt die erfahrene Reisegeschäftsfrau. Ostsee, Griechenland, die Balearen? Veranstalter wie Dertour, FTI und Tui locken wegen der großen Unsicherheit in Bezug auf Ostern und Pfingsten auch mit kurzfristig stornier- oder umbuchbaren Angeboten. Tui sieht für den Sommer im Inland eine starke Nachfrage nach Bayern und der Ostseeküste.

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Auch bei Zielen, die mit dem Auto erreichbar sind, etwa bei Österreich und Südtirol, steige die Nachfrage deutlich, erfährt man im Radeberger Reisebüro Moch. Geschäftsführer Thomas Moch schaut mit Optimismus auf die kommenden Monate. „Viele unserer Stammkunden haben bereits gebucht“, freut er sich. Sommerbusreisen, aber auch Wanderurlaube seien zunehmend „in“. Der Trend zum Wandern, er setzt sich auch in diesem Jahr fort. Und weil darüber hinaus Fahrradreisen en vogue sind, bietet Moch nun auch solche an.

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Gedämpft dagegen ist die Stimmung bei Deportivo-Sportreisen in Ottendorf-Okrilla. Keine Buchungen, null Einnahmen, so die Auskunft von Ricky Giesemann. So könne man einfach „nicht überleben“. Derzeit sehe er für Deportivo-Sportreisen „kein Land in Sicht“. Was er wie auch etliche seiner Kollegen in der Reisebranche aber sagen können, ist, das dieser Sommer wohl erneut ein „Deutschlandurlaubsjahr“ wird.

Peggy Pfützner, Inhaberin des Radeberger Reisebüros Schmolling hat noch einen anderen Trend ausgemacht. Einer, der sich im Herbst in hohen Buchungszahlen bemerkbar machen könnte. „Die Leute wollen nach dem monatelangen Eingesperrtsein raus in die Welt, ich habe schon Anfragen für die Seychellen, für Mauritius und Sansibar.“ Aber erst mal kommt der Sommer, und da dürften in Deutschland selbst abgelegene Regionen gut besucht sein. Corona macht es möglich.

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